Unser Hobby ist mehr als ungewöhnlich – nicht jeder Student fliegt gerne in seiner Freizeit in der First Class um die Welt und hat mehr Reisetage im Monat als viele im Jahr. Wiederholt erreichen mich und uns fragen, warum wir das eigentlich machen, was eigentlich der Reiz des luxuriösen Reisens ist.

In weniger charmanten E-Mails wurden wir als abgehobene Vater-Söhnchen mit Minderwertigkeitskomplexen bezeichnet. Aber die Wahrheit liegt deutlich weiter davon entfernt – weder bin ich mit einem goldenen Löffel aufgewachsen noch nutze ich Luxusreisen zum Aufwerten meines Egos.

Unmögliche Erlebnisse trotzdem erleben

Ganz ehrlich: Ob ich bei einem Flug in der Economy oder First Class Platz nehme, ist mir zu einem guten Stück völlig egal. Natürlich weiß ich die Vorteile eines flachen Bettes und tollen Service zu schätzen und hätte ich das nötige Geld, würde ich lieber nur noch vorne sitzen – aber das ist utopisch. Es geht mir primär aber nicht um den Komfort der Luxusreise, es geht mir um das Erreichen eines Erlebnisses, das ich eigentlich gar nicht erleben kann.

Ein First Class Flug kostet gerne mehr, als ich im Jahr verdiene. Trotzdem Mittel und Wege zu finden, für deutlich weniger Geld den Flug buchen zu können, macht den eigentlichen Reiz aus. Um in der Senator Lounge zu sitzen, geben die meisten Reisenden Unsummen bei der Lufthansa aus. Stattdessen den Star Alliance Gold Status für unter 800 Euro zu erfliegen und auch Zugang zu erhalten, finde ich viel spannender.

Die Erfüllung eines Traums

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Flug in der Lufthansa First Class Anfang 2016 erinnern. Der Flug ging nach Dubai, bezahlt hätte das Ticket knapp 5.000 Euro gekostet – damals in meinem zweiten Unisemester hatte ich nicht mal 5.000 Euro Einkommen im Jahr. Dass man mit dem Beantragen der Amex Gold Card und dem Werben einer einzigen anderen Person genügend Meilen für diesen Flug sammeln kann und nur 250 Euro zusätzlich zahlt (heute gibt es diesen Weg nach Dubai leider nicht mehr), konnte ich kaum glauben.

Moritz vor Lufthansa A320 First Class Pick Up

Dann an einem frühen Morgen das Ticket mit großem „First Class“-Aufdruck in der Hand zu halten und im First Class Terminal mit der Limousine zum Flieger gefahren zu werden, hat sich wie die Erfüllung eines Traumes angefühlt. Es gibt ein schönes Bild von Jan, wie wir gerade in der Kabine angekommen sind, uns umschauen und einfach nur denken – unfassbar.

Jan Erster Flug Lufthansa First ClassMoritz in der Lufthansa First Class

Und genauso geht es mir bis heute bei besonderen Reisen – ich bin einfach dankbar dafür, mit 22 Jahren bereits Reisen erleben zu können, die andere nicht für möglich halten und freue mich wie ein kleines Kind über den Flug.

Alleine macht es keinen Spaß

Einer der Gründe, warum mir die Arbeit an reisetopia so viel Spaß macht: Ich teile dieses verrückte Hobby mit meinen Kollegen zu mindestens dem gleichen Maß. Denn letztendlich macht es einfach wenig Spaß, auf der Reise alleine im Flieger zu sitzen. Als wir im letzten August zu viert in der Lufthansa First Class nach Dubai geflogen sind, haben wir den Flug mit gemeinsamem Essen, Lachen und einfach Zelebrieren des Fluges verbracht.

reisetopia Mittagessen im Lufthansa First Class Terminalreisetopia in der Lufthansa First Class

Auf dem Rückflug, den ich alleine in der Lufthansa First Class angetreten bin, habe ich vor dem Abflug ein Glas Wasser getrunken, mein Bett machen lassen und bis zur Landung die Schlafzeit maximiert – nicht wirklich eine besondere Erinnerung. Stattdessen mit meinen Kollegen und Freunden oder auch meiner Freundin, die diese Art des Reisens eigentlich nicht gewohnt ist, reisen zu können – das macht das Reisen um ein vielfaches schöner.

Warum ich als Student gerne First Class fliege – Fazit

Natürlich hat jeder seine individuelle Meinung zu diesem Thema. Manche haben es gerne einfach bequem, manche brauchen es einfach für ihre große Anzahl an Langstreckenflügen – für mich geht es einfach nur um das Erreichen von Erlebnissen, die eigentlich nicht erreichbar sind. Dass wir inzwischen jeden Tag mit reisetopia daran arbeiten können, dass auch Ihr diese Möglichkeiten nutzen könnt ist die nächste Stufe davon.

Wie seht Ihr das? Warum findet Ihr das luxuriöse Reisen so spannend?

Lust auf mehr reisetopia Artikel? Dann folgt uns:

Autor

Seit Moritz herausgefunden hat, wie man Wege an eigentlich unerreichbare Ziele finden kann, ist er immer auf der Suche nach neuen, kreativen Methoden zum Erreichen von Reisezielen und Airline-Status. Auf reisetopia lässt er Euch daran teilhaben!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • Lieber Moritz,

    du nimmst mir in deinem Artikel die Worte aus dem Mund.
    Ich behaupte einfach mal ganz frech, dass man mit dieser unserer Begeisterung zu einer Randgruppe der Reisenden gehört und man viel Neid und Missgunst ausgesetzt ist.
    Wie oft wird man gefragt “Wie kannst du dir das denn ständig leisten?” oder auch “Welche krummen Geschäfte machst du, dass du ständig für DIESE Preise (Error-Fare) fliegen kannst?”
    Meist gibt es da nur eine Antwort von mir: ” So sehr wie du dich mit Fußball beschäftigst, so sehr beschäftige ich mich mit der Fliegerei, so viel Geld wie du für dein dickes Auto ausgibst, soviel Geld gebe ich für meine Fliegerei aus. Es ist eine Frage der Prioritäten” 🙂

    Ich finde eure Seite wahnsinnig gut und folge voller Freude und Neugierde euren Berichten, Tipps und Tricks und hoffe man trifft sich vielleicht mal irgendwo. 🙂

    Mfg,
    Freddy (@flying_moe)

    • Hey Freddy, freut mich sehr zu lesen, dass du der gleichen Meinung bist!

      Das mit den Prioritäten wird eben gerne übersehen… Zum Finanzieren der Reisen als Student kommt sogar in den nächsten Wochen ein weiterer Post.

      Komm gerne zu einem unserer Lesertreffen in den nächsten Monaten 🙂

      • Sehr gerne komme ich zu einem eurer Treffen! Wenn ihr mal wieder in oder um Frankfurt seid versuche ich mir definitiv Zeit zu nehmen. 🙂
        Ansonsten bin ich bis dahin nahezu jeden Tag am FRA, also wenn du mal auf der Durchreise bist, gib einfach mal laut. 🙂

        Beste Grüße,

        @flying_moe ; Freddy

  • Als Student First Class fliegen??? ?
    Das geht ja gar nicht!!!!1!!11!!eins!!elf!

    Ich dachte als Student ist man automatisch links-grün versiffter Öko-Kommunist der gegen den “Klimawandel” ankämpft und die Mehr-Klassen-(Flug)Gesellschaften abschaffen will.

  • Ich kann die Begeisterung für das Fliegen nachempfinden ? geht einfach nur ums Erlebnis!

    Gleichwohl frage ich mich, wie Ihr es geschafft habt, mit 4 Leuten ein Prämienticket im gleichen Flieger zu buchen???

    Ich habe für nächstes Jahr meinen ersten First Class-Flug mit Lufthansa im A340 gebucht und schon gibt es auf dem Flug keine Prämientickets mehr…

    • Hallo Arne, mehr als ein Prämienplatz lässt sich in den allermeisten Fällen nur dann finden, wenn man innerhalb von 14 Tagen vor Abflug bucht. Hier gibt die Lufthansa meist noch einmal zusätzliche Plätze frei. Am Tag vor dem Abflug werden zudem häufig alle verbleibenden Plätze freigegeben.

  • Ein schöner Artikel. Was mir an Euch von Reisetopia gefällt ist die Begeisterung für das Reisen, die in den vielen Artikeln und Berichten immer wieder rüberkommt. Die sollte man sich nicht nehmen lassen. Ich habe durch den Blog auch meine Reiselust wiederentdeckt. Mittlerweile stehe ich im Beruf und komme auch mit meinem Einkommen nicht ansatzweise auf so viele Reisen wie Ihr. Aber durch die Tipps zur Suche günstiger Flüge habe ich seit 2017 nun schon die eine oder andere Kurze Flugreise unternommen und Lounge besucht, zu der ich mich früher nicht so ohne weiteres „getraut“ hätte. Heutzutage ist vieles möglich und bereits mit durchschnittlichem Einkommen realisierbar, wenn man es klug angeht. Auch die Vorbereitung und Recherche macht mindestens genau so viel Spaß wie die eigentliche Reise.

  • Du sprichst mir aus der Seele Moritz. Ich bin ja selbst Student und reise auch gerne in den höheren Reiseklassen zu den verschiedensten Orten dieser Welt. Zwar nicht ganz so “extrem” wie ihr, aber dennoch nicht gerade zu verachten. Es ist alles eine Frage der Priorität, wie hier ja auch schon erwähnt wurde. Mit einem Job ist es auch möglich zumindest ein Mal pro Jahr in der Business oder First Class zu fliegen. Ich stecke auch – wenn möglich – mein Geld in die Generierung von Punkten und Meilen. Als Nächstes würde ich 2019 auch versuchen die AMEX Platinum zu beantragen, wenn es wieder den 40.000 Punkte-Bonus gibt, um das noch weiter optimieren zu können. (Bisher allerdings noch kein AMEX-Besitzer.)
    Auch mir geht es bei Allem nicht nur um das Sammeln, sondern wirklich auch darum Erfahrungen machen zu können, die eigentlich für unerreichbar gelten. Manchmal muss man ja nicht einmal großartig Punkte sammeln, sondern man kann einfach bei einigen Sales zuschlagen und so ein günstiges Ticket ergattern … 😉

  • Für mich als Reiseliebhaber absolut nachvollziehbar. Das einzige, was ich mich beim Lesen eurer Berichte immer wieder mal Frage: Fliegt ihr nur wegen des Fliegens an sich oder wollt ihr auch wirklich die Destinationen erleben? Sitzt ihr wirklich lieber in der edlen Lunge am Flughafen, als bis zur letzten Minute die fremde Kultur in der Stadt zu entdecken?

    • Hey,

      früher war es wohl eher die Lust am Fliegen. Heute sind es definitiv die Destinationen, auch wenn wir versuchen unterwegs natürlich möglichst schöne Lounge- und Flugerlebnisse mitzunehmen. Am Zielort nutzen wir die meiste Zeit tatsächlich für Kultur, Stadt und natürlich auch ein wenig Arbeit. Lediglich am Abflugtag versuchen wir bereits frühzeitiger am Flughafen zu sein, um die Lounges zu testen. Dies aber nicht nur unbedingt weil mich die Lounge mehr begeistert als die Stadt, sondern weil das natürlich auch ein Teil von reisetopia ist und wir unseren Nutzern gerne möglichst viel Reviews bieten wollen.
      Die Kultur kommt aber keineswegs zu kurz, so bin ich beispielsweise nächstes Jahr 2 1/2 Wochen in Südostasien unterwegs – im Vordergrund stehen da Tempel, kleine Inseln und die Kultur. Lediglich an den Abflugtagen wird die Zeit für Flughafenlounges optimiert.

      Lieben Gruß
      Leo

  • Finde eure Artikel sehr interessant, dass es da draußen immer ein paar Neider gibt, gehört zu unserer Gesellschaft. Keep on traveling…

  • Hmm. Aber mal ehrlich: Ja, man kann deutlich Geld sparen und ein paar Mal Business- oder First Class richtig günstig fliegen, nur gibt es am Ende nur eine begrenzte Anzahl an Kreditkarten, die man beantragen kann und auch durch das Zukaufen von Meilen spart man jetzt nicht so extrem viel, dass man sich als Student ohne wirkliches Einkommen ständig über Meilen gekaufte Business-Flüge leisten kann. Etwas anderes ist es natürlich, wenn man ein Blog hat und darüber hohe Provisionen kassiert, weil andere Kreditkarten über Affiliate-Links aus diesem Blog beantragen 😉 Das ist natürlich auch absolut in Ordnung und ich gönne Euch den Erfolg, ihr habt denke ich eines der besten Blogs zu diesem Thema in Deutschland. Nur wirkt dieses Posting dadurch etwas unehrlich und reißerisch…

    • Hallo Philipp, natürlich bekommt reisetopia auch Affiliate-Provisionen, von diesen haben wir bislang allerdings einen maximal zu vernachlässigenden Betrag für Prämienflüge oder Reisen eingelöst. Die Geschichte von Moritz spricht ja sogar von Zeiten, als es reisetopia noch nicht gab. Wir alle haben auch vor dem Blog schon genau dasselbe gemacht. Es wäre natürlich gelogen zu sagen, dass wir es jetzt nicht leichter hätten, aber auch davor haben wir immer und überall versucht billig an Meilen zu kommen und haben z.B. unsere ganze Familie mit Amex Kreditkarten ausgestattet und so über die Freundschaftswerbun genug Meilen für verschiedene Freiflüge gesammelt. Wir vertreten auf reisetopia ganz klar die Meinung, dass wir Tricks zeigen wollen, von denen jeder profitieren kann – mit oder ohne Blog.

      • Ja, das klappt ja auch – aber seien wir realistisch, mehr als ein Business-Class Flug pro Jahr ist zumindest dauerhaft sicher nicht drin und auch dafür muss man sich ganz schön anstrengen: So viele Leute haben meiner Erfahrung nach am Ende meist doch nicht unbedingt Bock, sich für Amex werben zu lassen 😉

      • Hallo Philipp,

        keineswegs. Wir stecken nahezu all das uns zur Verfügung stehende Geld wieder in die Generierung von Meilen und Punkten. Wir nehmen eigentlich jede Aktion über die wir berichten selber auch mit und ich persönlich komme so innerhalb eines Jahres auf 200-300.000 Miles and More Meilen. Hinzu kommen noch unzählige Hilton Honors Punkte, Membership Rewards und Avios – am Ende also deutlich mehr als für einen Business Class Flug pro Jahr.

        Lieben Gruß
        Leo

      • Naja, aber dann kaufst Du doch auch Meilen per Zeitschriftenabo, etc? Mit einem normalen Studentengehalt wird das halt schwer: Ich hatte als Student so gerade genug Geld, um Miete & Essen zu bezahlen und meine Urlaube waren Rucksacktouren in Hostels. 270 EUR für ein WAMS-Abo, um 25.000 Meilen zu kaufen, waren da durchaus schon eher schwierig, das war damals eher mein halbes Jahresurlaubsbudget.

      • Genau. Ich nehme persönlich allerdings nur alles mit, bei dem es die Meilen für weniger als einen Cent gibt. Alles darüber hin aus kann auch Sinn machen, wenn man die Meilen schneller braucht. Da mein Meilenkonto aktuell aber ganz gut gefüllt ist, nehme ich nur die besten Aktionen mit. Ich persönlich bin kein Student mehr, bei unseren Studenten sieht es aber bei der Meilengenerierung nicht anders aus. Das Geld, das mit Nebenjobs erwirtschaftet wird, wird zum Größtenteil in die Generierung von Meilen gesteckt. Grundsätzlich ist natürlich auch jeder Student verschieden, aber wo zum Beispiel die Studienkollegen das Geld in Partys und die neueste Kleidung investieren, wird bei uns halt das Geld in Meilen gesteckt.

    • Meine Kollegen haben das meiste ja schon kommentiert – zum Thema Geld für Reisen als Student möchte ich nur noch mal sagen, dass dies sehr von den Prioritäten abhängt. Ich habe nie ein Auto besessen, gehe selten bis nie essen und kaufe günstig ein, Markenklamotten interessieren mich nicht und feiern gehe ich auch so gut wie nie. Mein Luxus ist das Reisen und ich habe schon immer in dem Bereich das meiste Geld gelassen und dafür auf vieles andere verzichtet. Mit Amex Freundschaftswerbungen vor über 2 Jahren ging es in die Lufthansa und Singapore Airlines First Class, durch günstig zu generierende airberlin Meilen noch einige weitere Business Classes. Du kannst das im Tripreport “Der richtige Mix aus First Class und Hostel” nachlesen: das ganze hat effektiv nicht viel gekostet. Inzwischen gebe ich sicherlich etwas mehr für Reisen aus, aber es klappt auch mit wenig Budget.

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