Nach mehreren Verhandlungsrunden und Warnstreiks, haben es die Lufthansa und Verdi jetzt endlich geschafft, eine Einigung für das Bodenpersonal zu treffen.

Seit Wochen verfolgen wir nun schon die Verhandlungen zwischen Lufthansa und Verdi, in denen es um einen neuen Tarifvertrag für das Bodenpersonal ging. Dabei reagierte Verdi auf das erste Angebot der Lufthansa nicht besonders zufrieden und rief letzte Woche zu Warnstreiks auf. Damit wollte sie vor der nächsten Verhandlungsrunde Druck machen, welche in den letzten Tagen abgehalten wurde. Wie Verdi selbst in einer Pressemitteilung verkündet, haben die Parteien es jetzt endlich geschafft, sich zu einigen.

Worum geht es in den Verhandlungen?

Verdi hatte von vornherein klare Bedingungen für den neuen Tarifvertrag gestellt. Das erste Angebot der Lufthansa kam dem jedoch nicht genug entgegen und wurde von Verdi abgelehnt. Daraufhin rief die Gewerkschaft letzte Woche rund 20.000 Mitarbeitende von Lufthansas Bodenpersonal zu Warnstreiks im ganzen Land auf, um vor den nächsten Verhandlungen Druck zu machen. Folge dessen waren über 1.000 Flüge, die am Mittwoch, dem 27. Juli, von der Lufthansa gestrichen werden mussten. Auch andere Airlines der Gruppe waren dazu gezwungen, Flüge nach Deutschland abzusagen.

Lufthansa Check In

Am 3. und 4. August ging es dann endlich in die nächste Verhandlungsrunde, wobei die Lage nach wie vor sehr angespannt war. Verdi drohte sogar mit weiteren Streiks des Bodenpersonals. Die Gewerkschaft forderte in den Verhandlungen mindestens 350 Euro mehr Gehalt im Monat für die 20.000 Beschäftigten des Bodenpersonals. Zudem solle der Mindestlohn intern auf 13 Euro pro Stunde erhöht werden.

Worauf haben sich Verdi und Lufthansa geeinigt?

Die neuen Verhandlungen dauerten zwei Tage und brachten tatsächlich ein Ergebnis hervor. Dieses wird jedoch erst nach einer Mitgliederentscheidung völlig akzeptiert. Der neue Tarifvertrag hält fest, dass die Gehälter der Beschäftigten in drei Schritten erhöht werden sollen: Die Mitarbeitenden des Bodenpersonals erhalten erstmal einen Festbetrag von 200 Euro monatlich, der rückwirkend ab dem 1. Juli 2022 ausgezahlt wird. Ab dem 1. Januar 2023 soll eine Erhöhung von weiteren 2,5 Prozent folgen, die allerdings einen Mindestbetrag von 125 Euro im Monat betragen müssen. Nochmal 2,5 Prozent mehr Gehalt soll es dann ab dem 1. Juli 2023 geben. Auch Auszubildende bekommen rückwirkend ab dem 1. Juli 2022 einen monatlichen Festbetrag von 180 Euro zugesprochen. Der Tarifvertrag soll 18 Monate gültig sein und am 31. Dezember 2023 enden.

Lufthansa Airbus A340

Es sind wohl alle froh, dass Verdi und Lufthansa zu einer Einigung kommen konnten. Die Gewerkschaft hat erreicht, was sie wollte und ist mit dem Ergebnis des Tarifvertrages sehr zufrieden. Dieses schreibt sie vor allem den 20.000 Mitarbeitenden und deren Warnstreiks zu. Sofern der Tarifvertrag bei der Mitgliederbefragung abgesegnet wird, sind wohl erstmal keine weiteren Streiks des Bodenpersonals zu befürchten. Das dürfte sowohl bei Flugreisenden, als auch bei der Airline für Aufatmen sorgen. So löst die Lufthansa zumindest eines ihrer Probleme mit ihrem Personal. Bleibt nur noch das mit den Pilotinnen und Piloten, die ebenfalls mit Streiks drohen.

Fazit zur Einigung von Lufthansa und Verdi

Es hat lange gedauert, mehrere Verhandlungsrunden und Warnstreiks gebraucht, die tausende gestrichene Flüge zur Folge hatten. Jetzt sind die Lufthansa und Verdi endlich zu einer Einigung gekommen und sorgen damit sicher für große Erleichterung. Die 20.000 Angestellten des Bodenpersonals können sich über bessere Tarifbedingungen und vor allem über mehr Gehalt freuen, Verdi ist ebenfalls zufrieden und die Airline muss vom Bodenpersonal erstmal keine weiteren Streiks befürchten. Bleiben nur noch die drohenden Streiks der Piloten, die eventuell noch kommen. Aber vielleicht schafft es die Lufthansa ja diese noch abzuwenden.

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