Bereits auf zahlreichen Flughäfen in Europa finden die Schnelltests zunehmend mehr Befürwortung. Die Teststationen wurden in den letzten Wochen in Europa erneut um einige ausgebaut – eine einheitliche, europäische Schnelltest-Regelung auf den Flughäfen lehnen die EU-Staaten allerdings ab.

Bereits seit einigen Tagen hat sich auch Lufthansa dazu entschlossen einen Probelauf von Antigen-Schnelltest auf Flügen zwischen München und Hamburg zu starten, nachdem Austrian auf der Strecke Wien-Berlin bereits einen freiwilligen Durchlauf abgeschlossen hatte. In diesem Zusammenhang eröffnen mehr und mehr Testzentren auf den deutschen Flughäfen und großen Drehkreuzen wie auch bereits in Frankfurt, zuletzt aber auch am neuen Berliner BER. Unser Nachbarland Frankreich hatte bereits vor knapp einem Monat erste Testzentren unter anderem am Flughafen Marseille errichtet, was in Hinblick auf die Infektionslage vor Ort auch mehr als notwendig sein dürfte. Die Hoffnung und der Wunsch vieler Reisenden eine einheitliche europäische Strategie einzuführen sei noch zu früh, wie reuters.com die EU-Staaten zitierte.

EU-Mitgliedstaaten stufen einheitliche Regelung als zu früh ein

Italien war mit den sogenannten “covid-freien” Flügen zwischen Rom und Mailand klarer Vorreiter der Schnelltest-Strategie in Europa, welche mittlerweile von Flughäfen und Fluggesellschaften selbst zahlreich an Zustimmung erhalten haben. Um wieder in eine Art Reisenormalität zurückzugelangen, verlangen die europäischen Fluggesellschaften von den Regierungen eine Alternative zu den bisherigen Reisebeschränkungen, mit denen die Buchungszahlen weiterhin im Keller bleiben. So wurden in den vergangenen Wochen mehr Testzentren auf wichtigen europäischen Drehkreuzen, wie unter anderem in Paris, Berlin oder Frankfurt eingeführt und auch Fluggesellschaften klammern ihre Hoffnung zunehmend an die Schnelltests, die für die Einreise zu mittlerweile unendlich vielen Destinationen Vorschrift sind.

EU Parlement

Die EU-Mitgliedstaaten sind sich aber größten Teils einig, dass es zu früh sei eine solche Maßnahme einzuleiten. Die Festlegung von gemeinsamen Mindeststandards und -kriterien hatten eine große Anzahl von Mitgliedstaaten bis dato abgelehnt, wie es in einem Schreiben vom 12. November steht. Die Staats- und Regierungschefs werden am Donnerstag auf einer Videokonferenz diesbezüglich über eine “Koordination der Maßnahmen im Kampf gegen Corona” diskutieren. 

Alitalia und Lufthansa bestehen auf Testpflicht statt Quarantäne

Insbesondere die nationale Fluggesellschaft Italiens und die Kranich-Airline befürworten die Schnelltests sehr und fordern die Behörden dazu auf, die weltweiten Reiserestriktionen, die sich in den letzten Wochen zunehmend verschärft haben, wieder zu lockern und sich auch in Risikogebieten auf eine Testpflicht statt Quarantänepflicht zu berufen. Auch der Luftfahrtverband IATA unterstützt die Testpflicht, und fügt hinzu, dass eine Quarantäne zuletzt ein Lockdown im Tourismus verursachen würde.

Lufthansa Flieger 2

Die Ablehnung der EU-Staaten dürfte trotzdem kaum verwunderlich sein, nachdem sich trotz hoher Infektionszahlen in allen Ländern auf europäischer Ebene immer noch riesige Unterschiede der Corona-Lage feststellen lassen. Auch wenn in Deutschland ebenso wie in Frankreich und teilweise auch in Spanien, Tschechien und Österreich die Infektionszahlen in den letzten Tagen einen erfreulichen Abwärtstrend zeigten, sind die Unterschiede dennoch enorm.

Während Deutschland laut aktuellen Angaben gestern zwar mehr Neuinfektionen als Frankreich verzeichnete, liegen in unserem Nachbarland so viele Covid-Patienten auf den Intensivstationen in den Krankenhausbetten wie nie zuvor. In Tschechien ist die Sterberate angestiegen und in Österreich zeigt sich bisher ein recht positiver Verlauf infolge der strengen Corona-Auflagen. Aus dem Grund, dass alle EU-Mitgliedstaaten nicht annähernd eine ähnliche Lage verzeichnen, ist es verständlicherweise noch zu früh über ein gemeinsames Schnelltest-Konzept nachzudenken, auch wenn die Fluggesellschaften von Tag zu Tag stärker unter den Bedingungen leiden müssen.

Fazit zur Ablehnung einer gemeinsamen Teststrategie der EU-Staaten

Das breit diskutierte Thema einer einheitlichen Schnelltest-Strategie zumindest auf den europäischen Flughäfen wurde aktuell von den Mitgliedstaaten größtenteils abgelehnt. Derzeit sei es noch zu früh eine solche Maßnahme in Betracht zu ziehen. Am Donnerstag werden die Staats- und Regierungschefs der Länder sich diesbezüglich zu dem Thema Koordination der Covid-Maßnahmen austauschen, man darf gespannt bleiben, welche Maßnahmen für die Reisebranche in den kommenden Zeiten gelten werden und ob die Forderung zur Abschaffung der Quarantänepflicht durch die Testpflicht doch noch eines Tages umgesetzt wird!

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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  • Naja…. In Österreich gilt der Lockdown seit gestern…. Schleierhaft, wie da die Bewertung zustande kommt, die Maßnahmen zeigen erfreuliche Ergebnisse… Generell was das Lagebikd angeht, kein sauber recherchierter Beitrag. Unklar bleibt auch worin denn die Ablehnung der EU Staaten in den Sxhnelltests liegt.

    • Ich bin schon dankbar, dass es überhaupt einen Artikel dazu gibt. Allerdings wären mehr Informationen zur Haltung hilfreich. Weshalb werden ausländische Risikogebiete anders behandelt als inländische Risikogebiete? Eine Schande für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Der CSU -Innenminister hat Europa beerdigt.

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