Immer mehr europäische Länder verhängen ein Lande- und Überflugverbot für russische Flugzeuge. Nun schließt sich auch Deutschland an.

Während die baltischen Staaten mit solchen Verboten bereits gestern für längere Flugzeiten bei Aeroflot sorgten, hatte sich auch Großbritannien bereits am Freitag entschiedenen gegen das Verhalten Russlands gestellt – mit Folgen für russische Fluggesellschaften. Viele Airlines hatten in den letzten Tagen ihre Flüge nach Russland gestrichen. Nun erfolgte die Kehrtwende Deutschlands. Neben einer Sperrung des Luftraumes gibt auch die Lufthansa umfassende Änderungen in ihrem Flugplan bekannt, die Russland- & Asien-Flüge betreffen, wie die tagesschau mitteilt.

Fernost-Ziele mit längerer Flugzeit

Immer mehr europäische Länder haben entschiedene Maßnahmen gegen Russland getroffen. Zuletzt sperrten Belgien, Polen, Tschechien und Großbritannien ihren Flugraum für russische Maschinen. Deutschlands hielt sich hier vorerst bedeckt. Noch am Freitag flogen Lufthansa Maschinen nach Moskau – bis zum Wochenende. Mehrere Maschinen kehrten bereits Samstag Abend vor dem russischen Luftraum um und flogen zurück Richtung Deutschland. Nachdem Deutschland seinen Luftraum für russische Maschinen gesperrt hatte, meiden auch deutsche Airlines, wie die Lufthansa den russischen Luftraum – mit Folgen für Asien-Flüge.

China Peking Verbotene Stadt

Schon am Samstag kehrten Flüge von Frankfurt nach Tokio sowie der Lufthansa-Flug LH718 von München nach Seoul um. Die Airline plant nun, den russischen Luftraum mit ihren Fracht- und Passagier-Gesellschaften für die kommenden sieben Tage zu meiden, wie das Nachrichtennetzwerk RND bekannt gab. Betroffen sind zahlreich Flüge nach China, Japan und Korea, die den russischen Luftraum nun südlich umfliegen müssen. Auch die Frachttochter Lufthansa Cargo muss ihre Strecken umplanen. Eigentlich fliegt die Airline siebenmal am Tag über Russland. Bereits am Samstag wurden Flüge nach Chengdu und Hongkong gestrichen. Die neuen Routen nach China bedeuten eine Verlängerung der Flugzeit zwischen ein bis zwei Stunden. Dementsprechend benötigen die Maschinen mehr Kerosin, was zu einem geringeren Frachtvolumen zwischen 5 und 20 Prozent führt.

Im ohnehin stark ausgelasteten Frachtverkehr dürften diese erforderlichen Maßnahmen zu weiteren Engpässen in den Lieferketten führen. Bislang galt der Weg über Sibirien kürzeste Verbindung zwischen Mitteleuropa und Asien. Die Überfliege ließ sich Russland bislang auch mit Überfluggebühren gut bezahlen.

30 Lufthansa-Flüge nach Russland gestrichen

Am Wochenende entschied die Europäische Union weitere Schritte gegen Russland, die auch einen Ausschluss russischer Fluggesellschaften und Flugzeuge zur Folge haben könnte. Nachdem Deutschland bislang eher zögerlich mit Entscheidungen gegen Russland auftrat, verzeichnete sich hierzulande nun eine Kehrtwende – auch bei der Bundesregierung. Seit Sonntagnachmittag ist der deutsche Luftraum für russische Maschinen nu ´n gesperrt. Dies betrifft russische Maschinen sowie Flüge nach Deutschland und Überflüge.

Lufthansa A350

Das Verbot gilt nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums zuerst für drei Monate. Eine entsprechende Mitteilung wurde bereits an das Flugpersonal weitergetragen. Im Rahmen des Flugverbotes hat die Lufthansa nun insgesamt 30 Passagierflüge nach Russland gestrichen. Dazu gehören alle regulären Flüge des Kranichs sowie der Töchter Eurowings und Austrian Airlines in dieser Woche. Auch die Tochter Swiss könnte ihre Flüge bald streichen – die Schweiz plant derzeit ebenfalls eine Sperrung ihres Luftraumes.

Auch andere Maschinen mieden den russischen Luftraum

Neben der Lufthansa kündigte am Wochenende auch die KLM an, dass sie Russland vorerst nicht mehr anfliegen werde:

 Lufthansa wird den russischen Luftraum aufgrund der aktuellen und sich abzeichnenden regulatorischen Situation in den nächsten sieben Tagen nicht nutzen. Flüge nach Russland werden während dieser Zeit ausgesetzt. Wir beobachten die Situation weiterhin genau und stehen in engem Austausch mit den Behörden.

Statement der Lufthansa

Betroffen sind vorallem drei Strecken zwischen Deutschland und Russland. So fliegt der Kranich die Strecke Frankfurt-Moskau sowie München-Moskau und München-St. Petersburg. Nach Angaben von Simple Flying gab es im Februar allein 133 dieser Lufthansa Flüge. Auch KLM holte ihre Maschinen bereits Samstag Abend zurück. Betroffen war mit KLM 903 auch eine Maschine, die sich bereits im Landeanflug auf den internationalen Flughafen Moskau-Scheremetjewo befand. Eine weitere Maschine kehrte über Estland zurück nach Amsterdam.

Weitere Sanktionen gegen Russland

Ein weiteres, in den vergangenen Tagen viel diskutiertes Thema, war der Anschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT. Hier zeigte sich Deutschland zuletzt zurückhaltend, während einige EU-Länder und auch die Ukraine diesen Schritt forderten. Nun wurde der Ausschluss einstimmig beschlossen, wie die FAZ mitteilt. Getroffen wurde er von den USA, Frankreich, Kanada, Italien, Großbritannien sowie der EU-Kommission und Deutschland.

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Die Sperrung vieler europäischer Lufträume hat für Russland und ihre´Maschinen weitreichende Folgen. Wir berichteten bereits über verlängerte Flugzeiten einiger Aeroflot-Maschinen. Doch die Maßnahmen haben auch erhebliche Konsequenzen. Die Meidung des russischen und sibirischen Luftraumes sorgt auch bei den westlichen Airlines für längere Flugzeiten sowie einen höheren Treibstoffverbrauch, da der Luftraum eigentlich unerlässlich für die Verbindung zwischen Europa und Asien ist. Somit werden sich unweigerlich auch die CO₂-Emissionen und Kosten erhöhen.

Folgende, europäische Länder haben ihren Luftraum für russische Flugzeuge bislang gesperrt:

  • Belgien
  •  Bulgarien
  •  Dänemark
  •  Deutschland
  •  Estland
  •  Irland
  •  Island
  •  Italien
  •  Lettland
  • Litauen
  •  Moldau
  •  Niederlande
  •  Polen
  •  Rumänien
  •  Schweden
  •  Tschechien
  •  Vereinigtes Königreich
  • Griechenland
  • Schweiz

Fazit zur Flugplan-Änderung bei der Lufthansa

Deutschland stellt sich nun entschieden Russland. Am Wochenende kam es zu einem weiteren Krisentreffen der westlichen Staaten mit weiteren Sanktionen und Folgen für Russland. So kündigte die deutsche Bundesregierung am Samstagabend die Sperrung des deutschen Luftraumes für russische Maschinen an, die seit gestern Nachmittag in Kraft ist. Infolgedessen mied auch die Lufthansa den russischen Luftraum, ließ Maschinen umkehren und strich für die kommenden Tage allein 30 Flüge nach Russland. Allerdings müssen nun auch zahlreiche Asien-Routen geändert werden und Ausweichstrecken im Süden Russlands gefunden werden. Das führt unweigerlich zu steigenden Preisen, zu längeren Flugzeiten und eventuell auch zu Lieferengpässen im Fracht-Geschäft.

Autorin

Seit sie 4 Jahre alt ist, reist Julia um die Welt und besucht gerne exotische Orte und weiße Strände. Am liebsten entspannt sie irgendwo am Strand in der Sonne oder genießt beim Windsurfen die Grenzenlosigkeit des Meeres. Nebenbei studiert sie in Berlin Tourismusmanagement. Bei reisetopia möchte sie ihre Erlebnisse gerne mit Euch teilen!

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