Der europäische Luftraum ist seit dem Krieg für russische Flugzeuge gesperrt. Nun drang ein Airbus von Aeroflot aber kurzzeitig in diesen ein – mit Folgen?
Immer wieder dringen russische Flugzeuge in den europäischen Luftraum ein. Am Sonntagabend flog ein Airbus A321 von Aeroflot in den Luftraum Estlands. Auf dem Flug SU1008 von Moskau-Sheremetyevo nach Kaliningrad drehte die Passagiermaschine und umflog zwei estnische Inseln. Dabei näherte es sich laut einem Bericht von Aerotelegraph auch dem estnischen Festland. Nun hat Estland reagiert.
Russischer Airbus über Estland
Am 2. Juli ging Flug SU1008 von Moskau-Sheremetyevo nach Kaliningrad regulär über den internationalen Korridor zwischen Finnland und Estland. Doch dann drehte die Maschine unerwartet nach links ab und flog eine Schlaufe um die Inseln und Vaindloo und Uhtju.
Die estnischen Inseln sind zwar unbewohnt, das russische Flugzeug ist dennoch in estnisches Gebiet eingedrungen. Nach internationalem Recht erstreckt sich das Seegebiet eines Landes auf 22 Kilometer vor der Küste. Im späteren Verlauf näherte sich das Flugzeug bis auf 16 Kilometer dem bewohnten Festland.
Telegramkanal Aviatorshina informiert
Über den Telegramkanal “Aviatorshina”, der sich auf die Luftfahrtindustrie spezialisiert hat, wurde das Vorgehen aus russischer Sicht geschildert. Demnach habe die Crew des A321 von Aeroflot eine Stunde nach dem Start der Flugsicherung eine Gewitterfront auf ihrer Route gemeldet.
Aufgrund der europäischen Luftraumsperre hätte sie das Gewitter nicht umfliegen und somit nicht weiterfliegen können. Die Fluglotsen sollen die Besatzung jedoch aufgefordert haben, eine Linkskurve zu fliegen. Angeblich wäre dies möglich gewesen, ohne in die estnischen Gebiete einzudringen. Trotz dessen befand sich der A321 während des Manövers fünf Minuten im fremden Luftraum. Dadurch hat Aeroflot potenziell erneut die eigenen Passagiere in Gefahr gebracht. Laut dem russischen Telegramkanal seien die estnischen Behörden informiert worden.
Estland reagiert
Gegenüber Aerotelegraph schilderte ein Sprecher des estnischen Außenministeriums den Vorgang. Estland sehe vorerst keinen Handlungsbedarf, da das Manöver aus Sicherheitsgründen erfolgte und spricht von einem Versehen. Es sei keine offizielle Einflugerlaubnis beantragt wurden, sodass die Befugnis bei den Luftstreitkräften und der Nato lag.
Fazit zum Aeroflot-Manöver
Der Vorfall am Sonntagabend reiht sich damit in eine Kette aus russischen Verstößen des Luftraums europäischer Nationen ein. Anders als die anderen Verstöße, schätzt Estland das Manöver des A321 als Versehen ein. Konsequenzen wird es deshalb in diesem Falle von estnischer Seite nicht geben.
sonst haben wir keine Probleme
Wenn da wirklich ein Gewitter war sollte man bei einer Passagiermaschine doch mal ne’ Ausnahme machen. Bei einem Kampfjet wäre das anders, aber hier geht die Sicherheit der Passagiere vor !
Hätte umkehren müssen!
Wurde ja auch gemacht. Im Übrigen schießt keine Luftwaffe eines NATO-Staates einfach so ein Zivilflugzeug ab. Da steigt im schlimmsten Fall eine Alarmrotte auf und schaut sich die Situation aus der Nähe an. Daher ist die Dramatik solcher Ereignisse überschaubar.