Auch Ryanair kann über den Winter nicht ihre normalen Kapazitäten anbieten und ist infolgedessen gezwungen diese, wie bereits aktuell schon, auf 40 Prozent zu reduzieren. Ein weiterer Lockdown würde die Lage der Airline noch einmal deutlich verschlechtern.

Ryanair war in den letzten Wochen aufgrund der Krise von zahlreichen Kürzungen betroffen. Erst hatte die irische Fluggesellschaft mit Sitz in Dublin wichtige Basen in Deutschland schließen müssen. Neben Stuttgart und Frankfurt-Hahn muss die Airline bis Ende des Monats dann auch in Düsseldorf ihren Platz räumen. Aufgrund einbrechender Ticketreservierungen hat Ryanair dann für den Oktober weitere 20 Prozent ihres Flugprogramms gekürzt und wird daher von nun an nur noch 40 Prozent aller Flüge durchführen, im Vergleich zum Winter letzten Jahres. So setzen sich die düsteren Prognosen über den Winter fort – mit schätzungsweise gerade einmal 38 Millionen Passagieren für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21.

O’Leary macht “Missmanagement der EU” verantwortlich

Ryanair ist aufgrund dessen, dass die Buchungszahlen im November und Dezember einen enormen Rückgang aufweisen, gezwungen sich der aktuell verschlechternden Lage entsprechend anzupassen. Derzeit sei geplant den gesamten Winter über mit nur 40 Prozent zu operieren und die Frequenzen ebenfalls verstärkt zu reduzieren, wie aero.de berichtet. Vorerst lagen die Einschätzungen noch bei 60 Prozent für den Zeitraum bis März, doch aufgrund der niedrigen Buchungszahlen sei das absolut nicht mehr möglich. Auch die Auslastung in den Flugzeugen wird auf gerade einmal 70 Prozent geschätzt, die im Vorjahr noch bei 95 Prozent lag. Die Sorge vor einer weiteren großen Welle und noch strengeren Maßnahmen erhöht sich in den letzten Tagen und Wochen enorm. Somit stehen auch wieder viele Entlassungen auf dem Spiel, wie Ryanair-Chef Michael O’Leary mitteilt.

Wir bedauern diese Kürzungen des Winterflugplans zutiefst, die uns durch die Misswirtschaft einiger Regierungen in Bezug auf den EU-Flugverkehr aufgezwungen wurden. Bedauerlicherweise wird es mehr Entlassungen beim Kabinenpersonal an den wenigen Basen geben, an denen wir noch immer keine Einigung über Arbeitszeit- und Lohnkürzungen erzielt haben.

Ryanair-Chef Michael O’Leary

Der Ryanair-Chef kritisiert stark das “Missmanagement der EU”, die über einen langen Zeitraum keine einheitliche Regelung für die Einstufung von Risikogebieten und Reisewarnungen gefunden haben. Das Vertrauen der Reisenden war größtenteils weit nicht mehr so ausgeprägt wie zuvor und auch die Ungewissheit nahm stetig zu. Aber nicht nur Streichungen beim Winterflugplan sind die Folge, auch auf Mitarbeiterebene werden einige Veränderungen zukommen, wie der Ryanair-Chef verkündete. Derzeit ist bei Ryanair die Rede von einem Stellenabbau, der ungefähr 3.000 Stellen betreffen könnte.

Düstere Prognosen aus Angst vor weiterem Lockdown

Dennoch scheint es als ob die Airline im Vergleich zu anderen bekannten Low-Cost-Carriern finanziell noch einigermaßen gut aufgestellt ist. Besonders im August, wo andere Airlines schon von einem einbrechenden Passagieraufkommen betroffen waren, verzeichnete Ryanair noch circa sieben Millionen Fluggäste, über drei Millionen mehr als im Monat zuvor. Anfang September konnte die Fluggesellschaft mit der Ausgabe neuer Aktien eine Geldsumme von 400 Millionen Euro einfahren, zudem verfügte sie zwischenzeitlich über eine hohe Liquidität von über 3,9 Milliarden Euro. Nun sind die Aktienkurse wieder stärker eingebrochen und auch die Angst vor einer zweiten Corona-Welle lässt die Prognosen der Airline deutlich zurückfahren.

Ryanair

Auch wenn die Prognosen alles andere als vielversprechend sind, kann vielleicht das neue Ampelsystem der EU, bei der es nun endlich zu einer Einigung aller Mitgliedstaaten gekommen ist, schon bald eine Vereinheitlichung, mehr Vertrauen und Gewissheit beim Reisen garantieren und die Buchungszahlen über den Winter etwas erhöhen, auch wenn das im Hinblick auf die Fallzahlen im Moment eher unrealistisch wirkt.

Fazit zu den Kürzungen bei Ryanair

Mittlerweile veröffentlichen die Airlines nach und nach ihre Winterflugpläne, die in diesem Jahr sicherlich bei jedem von ihnen etwas anders ausfallen dürften. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Ryanair durch niedrige Buchungszahlen im November und Dezember, ihre Kapazitäten zurückfahren und sich mit nur 40 Prozent der ursprünglichen Flüge begnügen muss. Der Ryanair-Chef kritisiert als Hauptursache das “Missmanagement” der EU bezüglich einer einheitlichen Regelung. Meint Ihr, dass es der Flugbranche durch das neue Ampelsystem bald besser gehen könnte?

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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