Der Warnstreik von Verdi am gestrigen Mittwoch sorgt für viel Unmut. Immerhin verspricht die Gewerkschaft, dass bis zu den Verhandlungen nächste Woche, nicht noch einmal mit einem Warnstreik zu rechnen ist.

Aufgrund des Warnstreiks war Lufthansa gezwungen, nahezu alle Flüge am Mittwoch zu streichen. Betroffen sind etliche Passagiere, die nun vor ihren geplatzten Urlaubsträumen stehen oder ihre Urlaubspläne ändern mussten. Am 3. und 4. August soll es bei den Verhandlungen zwischen Lufthansa und Verdi in die nächste Runde gehen. Bis dahin soll es laut airliners.de allerdings keine weiteren Streiks mehr geben, wie die Gewerkschaft versichert.

Eine Woche ohne Streik

Verdi und Lufthansa sind derzeit dabei, über neue Tarifverträge für 20.000 Angestellte der Airline zu verhandeln. Die Gewerkschaft fordert dabei eine Tariflaufzeit von zwölf Monaten und eine Gehaltserhöhung von 9,5 Prozent. Bisher ist Lufthansa der Gewerkschaft mit ihrem ersten Angebot noch nicht genug entgegengekommen. Deshalb sah sich Verdi jetzt wohl gezwungen, vor den nächsten Gesprächen am 3. und 4. August und während der Hauptreisezeit zum Streik aufzurufen. Diese Aktion stieß bei vielen auf Unmut und Unverständnis. So musste die Airline am Mittwoch rund 1.000 Flüge an ihren Drehkreuzen in Frankfurt und München streichen. Betroffen waren davon 134.000 Passagiere, die gezwungen wurden, ihren lang ersehnten Sommerurlaub entweder zu verschieben oder sogar abzusagen.

Lufthansa Cityline

Immerhin versicherte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi, Christine Behle, dass bis zu den nächsten Verhandlungstagen keine weiteren Streiks befürchtet werden müssen. Dies ist für viele aber sicher nur ein schwacher Trost, schließlich sitzen nun viele zu Hause, anstatt wie geplant bereits im Urlaub zu sein. Das Versprechen der Verhandlungsführerin beruhigt zudem nur wenig, schließlich sind die Gespräche bereits nächste Woche. Und was passiert danach, wenn es wieder zu keiner Einigung kommt?

Auswirkungen des Streiks

Der Streik wirkt sich allerdings nicht nur auf deutsche Passagiere aus. Bereits am Dienstag musste Lufthansa gut 45 Flüge absagen, die am Mittwochmorgen aus dem Ausland in Deutschland gelandet wären. Manche Reisende aus dem Ausland steckten sogar zwischenzeitlich an deutschen Flughäfen fest. Auch die Tochterunternehmen Austrian und Swiss mussten am Mittwoch einige Flüge nach Deutschland streichen.

Lufthansa A320neo

Der Streik wird momentan heiß diskutiert. Während es durchaus Unterstützer des Warnstreiks, wie beispielsweise die Linkspartei, gibt, so erheben sich auch viele Gegenstimmen. Die Führsprecher begründen ihre Solidarität damit, dass die Arbeitsbedingungen und die Gehälter für die Angestellten des Bodenpersonals nicht angemessen sind. Gegenstimmen aus der Opposition und der FDP kritisieren hingegen, dass die Leidtragenden in dieser Situation die Passagiere seien. Diese hätten sich nach zwei Jahren Pandemie gefreut endlich wieder in den Urlaub fliegen zu können und wurden dem nun beraubt. Dementsprechend soll sich nun auch Verkehrsminister Wissing (FDP) in den Konflikt einschalten, wie unter anderem die Opposition fordert. Auch Wissing selbst fand mittlerweile klare Worte.

Eine verantwortungsvolle und schnelle Verhandlung ist angebracht, nachdem der Flugverkehr bereits genug Probleme bewältigen muss.

Statement gegenüber der Bild-Zeitung

Auch der Arbeitgeberverband betitelt den Streik jetzt im Sommer während der Hauptreisezeit als unverhältnismäßig. Natürlich zeigte auch die Lufthansa eine ähnliche Haltung und beklagt ebenfalls, dass der Streik nach nur zwei Verhandlungstagen übertrieben sei und von den Passagieren ausgebadet werden müsse.

Fazit zu Verdis Versprechen

Der Streik hat am Mittwoch viele Passagiere getroffen und deren Urlaubspläne entweder durcheinander geworfen oder ganz vereitelt. Und das, obwohl viele zwei Jahre lang darauf warten mussten, endlich wieder in den Urlaub fliegen zu können. Aus diesem Grund kritisieren viele, dass der Streik nicht nur zulasten der Lufthansa gehe. Die Verhandlungsführerin von Verdi versprach jetzt, dass es bis zu den nächsten Verhandlungen keine Streiks mehr geben werde. Das klingt zwar erst einmal beruhigend, allerdings finden die Gespräche bereits nächste Woche am 3. und 4. August statt. Wir dürfen uns also über eine Woche ohne Streiks freuen. Wirklich erleichternd ist das nicht unbedingt. Und was passiert, wenn es wieder zu keiner Einigung kommt? Wir können es uns wohl alle denken.

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