Der Lufthansa Express Bus zwischen München und Nürnberg, der den Flug ersetzt, hat kaum Fahrgäste. Dafür profitiert die Konkurrenz von zusätzlichen Passagieren.

Zwischen den Flughäfen München und Nürnberg setzt die Lufthansa statt eines Flugzeugs seit einiger Zeit einen Bus ein. Aufgrund der Corona-Krise wurde die Flugverbindung eingestellt und durch den Express Bus des Kranichs ersetzt, der als attraktive Alternative herhalten sollte. Doch die Anzahl der Fahrgäste hält sich laut Kranich enorm in Grenzen, beziehungsweise soll der Bus laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr gar „quasi leer“ sein, wie aeroTELEGRAPH berichtet.

„First Class-Reisebus“ fährt „quasi leer“

Aufgrund der Corona-Krise stellte die Lufthansa ihren mit nur 40 Minuten angesetzten, kürzesten Linienflug zwischen München und Nürnberg ein. Doch auch als sich die Lage wieder erholte und der Kranich wieder mehr und mehr Flugverbindungen anbot, beschloss das Unternehmen die Route nicht wieder einzuführen. Stattdessen ersetzte fortan ein Lufthansa Express Bus jene Verbindung mit einer Fahrtzeit von 2:15 Stunden. Den Bus beschreibt der Kranich selbst als „First Class-Reisebus“, der Nürnberg auch weiterhin mit dem Lufthansa-Drehkreuz in Süddeutschland verbinden soll. Allerdings läuft der Flugersatz ganz und gar nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte. Denn wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr jüngst selbst zugeben musste, seien die Busse zwischen den beiden bayrischen Städten „quasi leer“.

Lufthansa Express Bus
Der Lufthansa Express Bus ist nicht gerade beliebt.

Als Grund werden die Umsteigepassagiere genannt, die die ehemalige Flugverbindung vorrangig nutzten. Die Umsteigepassagiere würden demnach nicht erst in den Bus steigen, um dann in München auf die Langstrecke zu gehen. Auch die Lufthansa gibt demnach an, dass eine „Verlagerung zu unseren Drehkreuzen Frankfurt und München“ festgestellt wurde. Besonders Geschäftsreisende würden demnach nicht mit dem Bus reisen, wo sie beispielsweise auch ihre Koffer selbst schleppen müssten. Zudem ist auch die Konkurrenz um Air France-KLM am Flughafen Nürnberg stark vertreten und bietet so denn auch zweimal am Tag eine Verbindung nach Paris und gar dreimal täglich eine Verbindung nach Amsterdam an. Beide Routen zu den Drehkreuzen der französisch-niederländischen Airline-Gruppe, sprechen dabei natürlich auch vor allem Umsteigepassagiere an. Auch hier gibt der Kranich zu, Reisende an die Konkurrenz verloren zu haben.

Für die Lufthansa ist die Einstellung der Flugverbindung zwischen München und Nürnberg zudem ein gutes Beispiel dafür, dass etwa ein generelles Verbot von Inlandsflügen nicht zwangsweise zu einem Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen sei. Zumindest seien attraktive Alternativen nötig, um einen Umstieg etwa auf die Bahn zu erreichen. So könnten Kurzstreckenflüge denn auch nur reduziert und eingestellt werden, „wenn die Bahn konkurrenzfähig ist“, so das Unternehmen.

Fazit zur Situation des Lufthansa Express Bus

Der Lufthansa Express Bus zwischen den Flughäfen München und Nürnberg, der den eingestellten Flug eigentlich erfolgreich ersetzen sollte, kann kaum Fahrgäste aufweisen. Das musste die Lufthansa selbst zugeben und auch, dass der Kranich dadurch Passagiere an die Konkurrenz – in diesem Fall Air France-KLM – verloren hat. Für die Lufthansa ist die Situation denn auch ein gutes Beispiel dafür, dass sich Kurzstreckenflüge nur mithilfe wirklich attraktiver Alternativen erfolgreich ersetzen lassen.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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  • Ich komme aus der Nürnberger Gegend und bin früher oft über München in die USA gereist. Seitdem die Strecke NUE – MUC eingestellt wurde weiche ich nach FRA und ZRH aus. München ist von meiner Langstreckenliste gestrichen! Busfahren ist für mich kein First-Class Erlebnis!

  • Trotzdem dürfte es für die LH billiger sein einen fast leeren Bus fahren als einen fast leeren Flieger fliegen zu lassen^^

    Dass die Kunden (speziell die Umsteiger) mit den Füßen (bzw dem Popo) abstimmen, war abzusehen, und ich erwarte, dass das inländische Flugverbot das Ende für drittklassige Flughäfen sein wird, die sich ehrgeizige Provinzfürsten hingesetzt haben.

  • Wäre besser gewesen als zusätzlichen Anreiz hätte man wenigstens die 0,25L Wasserflaschen und die Schokolade verteilt, wetten dann hätten einige davon mehr Gebraucht gemacht?

    Spass beiseite: zum Bus zwischen Strasbourg und FRA vermute ich ähnliches, vorallem in der Richtung FRA-XER dürften einige gekaufte Plätze leer bleiben (“akuter Übelkeitsanfall”)

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