Bereits 2006 unterhielt die größte Airline vom Golf eine tägliche Verbindung zwischen der Hansestadt und dem Big Apple. Allerdings wurde diese zugunsten anderer Fifth Freedom-Strecken wieder aufgegeben. Nach einem Besuch der Vereinigten Arabischen Emirate des Hamburger Bürgermeisters, plant Emirates nun wohl die Wiederaufnahme des Fluges.

Emirates fliegt bereits unter dem Fifth Freedom-Abkommen jeweils die Strecken von Athen und Mailand nach New York. Hamburg mangelt es als die zweitgrößte Stadt Deutschlands sehr an Transatlantikflügen, weswegen sich Hamburgs Bürgermeister besonders für diese Route einsetzt. Und Emirates gibt den Hanseaten Grund zur Hoffnung, wenn da nicht die deutsche und amerikanische Politik im Weg wäre.

Route wäre laut Emirates profitabel zu betreiben

Tim Clark, Chef von Emirates, traf sich bereits persönlich mit dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher, bei dessen Besuch der Vereinigten Arabischen Emirate. Dabei versicherte Clark, dass man die Flüge zwischen Hamburg und New York profitabel betreiben könnte. Aktuell fliegt Emirates bereits täglich mit je einem Airbus A380 sowie einer Boeing 777-300ER zwischen der Hansestadt und Dubai. Somit wäre es aus dieser Sicht ein Leichtes für Emirates, eine der Routen um eine Erweiterung an die US-Ostküste zu verbinden.

New York Nacht Birdview

Das große Problem hierbei sind die Herausforderungen, die Emirates sowohl in den USA als auch in Deutschland mit den Aufsichtsbehörden zunächst noch meistern müsste, bevor die Pläne einer Wiederaufnahme der Fifth Freedom-Strecke verwirklicht würden könnten. Neben den Hürden der deutschen Bürokratie, dürfte es auch der jahrelange Streit zwischen den Airlines vom Golf und den größten Fluglinien der USA Emirates nicht allzu einfach machen, eine neue Strecke im Rahmen der sogenannten fünften Freiheit aufzunehmen.

Die Strecke von Hamburg nach New York ist dabei besonders interessant, denn aktuell gibt es ab der Hansestadt überhaupt keine transatlantische Verbindung mehr. United hat die bestehende Verbindung vor wenigen Monaten aus dem Flugplan gestrichen, sodass Emirates ohne Konkurrenz fliegen würde. Schaden würden nur die Airlines nehmen, die Umsteigeverbindungen anbieten. Direktflüge von Deutschland in die USA gibt es aktuell ab fünf Flughäfen. Neben den großen Hubs in München und Frankfurt, gibt es Direktflüge auch ab Berlin, Düsseldorf und Stuttgart.

Die Politik in Deutschland und den USA steht im Weg

Deutschland hat zudem eine extrem protektionistische Luftfahrtpolitik, die es ausländischen Fluglinien erschwert, auf dem hiesigen Markt zu expandieren und deutsche Airlines bevorzugt. Darüber hinaus befanden sich die Golf Carrier und die größten Airlines der USA in einem jahrelangen Streit über eben jenes Fifth Freedom-Abkommen, der letztlich dazu führte, dass die Fluglinien vom Golf erklären mussten, von weiteren Expansionsplänen unter dem Mantel dieses Abkommens abzusehen. 

emirates airbus a380 start

Dabei ist sicherlich interessant zu erwähnen, dass Emirates zum Zeitpunkt dieser Vereinbarung niemals erwähnte, keine weiteren Fifth Freedom-Flüge in Richtung USA aufnehmen zu wollen, sondern lediglich, dass man zum damaligen Zeitpunkt keine solchen Pläne verfolgen würde. Allerdings dürfte es Emirates gerade unter Trumps “America First”-Politik momentan recht schwer haben, solche oder ähnliche Pläne wie die von Hamburg nach New York fliegen zu wollen, zu verwirklichen.

Fazit zur mögliche Route zwischen Hamburg und New York

Es ist schön zu hören, dass ein Flug von Hamburg nach New York in Erwägung gezogen wird und dass Emirates-Chef Clark der Meinung ist, dass dieser zudem rentabel zu betreiben sei und der Hamburger Bürgermeister diese Pläne auch noch tatkräftig unterstützt. Es ist jedoch zu befürchten, dass die wichtigen Entscheidungen über diese Route nicht im Ermessen von Clark und Bürgermeister Tschentscher liegen.

So ist es auch nur schwer vorstellbar, dass die Pläne von den deutschen Aufsichtsbehörden genehmigt würden. Und selbst aus der Sicht von Emirates ist dies möglicherweise nicht der richtige Zeitpunkt mit Blick auf die aktuelle amerikanische Politik. Aber vielleicht könnte die Route in ein paar Jahren und unter einer neuen amerikanischen Administration verwirklicht werden.

Lust auf mehr reisetopia Artikel? Dann folgt uns:

Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • Ich bin es wirklich leid, wie stiefmütterlich Hamburg hinsichtlich etwaiger Langstreckenverbindungen behandelt wird!

    Es hat also selbst Stuttgart eine Nonstop-Verbindung in die USA??

    Wirklich beschämend, wie abgehängt wir hier im Norden sind.

    • Hallo Thomas, das stimmt zwar tatsächlich, allerdings hat dies sicherlich auch ökonomische Gründe. Dass United mit einer Boeing 757 auf der Strecke nach Hamburg keinen Profit (bzw. weniger Profit als auf anderen Strecken) machen konnte, ohne Konkurrenz auf Routen in die USA zu haben. Das liegt sicher auch an der Airline selbst, aber der Markt scheint eben auch schwieriger zu sein als andere. Man kann nur hoffen, dass es in Zukunft eine Airline besser macht!

Alle Kommentare anzeigen (1)