Die Deutsche Bahn will laut eigenen Angaben so viel Geld wie noch nie in die Modernisierung und den Ausbau der eigenen Infrastruktur stecken. Geplant sind unter anderem smarte Gleisabschnitte und voll automatisierte S-Bahnen.

Die Bahn verspricht “ein neues Netz für Deutschland” und den “Grundstein für den Deutschlandtakt” zu legen. Um diesen Aussagen auch gerecht werden zu können, sollen insgesamt 12,7 Milliarden Euro in das Schienennetz und in Bahnhöfe investiert werden. Geplant ist ebenfalls das Tempo der Sanierung zu erhöhen ohne den Fahrgast davon merklich zu beeinträchtigten, wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine berichtet.

Neues Personal für größere Bauvorhaben

Die Bahn will laut eigenen Angaben vom Freitag so viel Geld wie noch nie in die Modernisierung der eigenen Infrastruktur stecken. Mit den geplanten 12,7 Millionen Euro Investment hat die Bahn einiges vor. Nachdem der „Masterplan Schienenverkehr“ im Juli 2020 vorgestellt wurde, soll das vorhandene Schienennetz modernisiert und erweitert werden. Peter Westenberger, der Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen, bemängelte allerdings das Projekt der Deutschen Bahn. Es werden in diesem Jahr keine zusätzlichen Strecken von der DB fertiggestellt. Laut ihm werden diese jedoch dringend benötigt, um dem Wachstumsprogramm des Bundes gerecht zu werden.

ICE Deutsche Bahn

Das Bauvorhaben umfasst laut Angaben der Deutschen Bahn in diesem Jahr mehr als 1.900 Kilometer Gleise, über 2.000 Weichen, knapp 140 Brücken und etwa 670 Bahnhöfe. Dieses werde insgesamt auf vier Säulen basieren:

  1. Neueinstellung von Mitarbeitern
  2. Verstärkter Einsatz von digitalen Bau- und Planungswerkzeugen
  3. Vorausschauende Instandhaltung
  4. Digitalisierung der Schiene

Mithilfe dieser Säulen soll „deutlich Tempo im Netz aufgenommen“ werden. Dafür werden neue Mitarbeiter eingestellt, um alle Vorhaben zeitgerecht umsetzen zu können. Es sollen 2.000 neue Ingenieure und Bauüberwacher sowie 1.700 Instandhalter neu beschäftigt werden. Für das Baumanagement werden laut Angaben der Bahn etwa 20 Prozent mehr Mitarbeiter zur Verfügung stehen, sodass man die Bauvorhaben zukünftig um ein Viertel schneller umsetzen kann.

Ein effizienteres Schienennetz und umgestaltete Bahnhöfe

Schnellfahrstrecken wie beispielsweise die Strecke zwischen Hannover und Würzburg sollen mit smarten Sensoren an den Weichen ausgestattet werden. „Mit dieser vorausschauenden Instandsetzung werden Weichen und Gleise frühzeitig instand gesetzt, bevor eine Störung auftaucht“, hieß es seitens der Bahn. Laut eigenen Angaben konnten mit dieser Technik im vergangenen Jahr fast 5.000 Weichenstörungen vermieden werden, womit sich Verspätungen minimieren lassen konnten. Der für den Güterverkehr wichtiger Rhein-Alpen Abschnitt soll erstmals mit der dem modernen ETCS Zugleitsystem ausgestattet werden. Dieses System sorge laut Angaben der Bahn für eine Vereinfachung der signaltechnischen Ausrüstung der Züge sowie einen hohen Sicherheitsstandard.

Neues Netz für Deutschland‘ – das steht für eine attraktive Eisenbahn in der Fläche, für mehr Güter auf der Schiene und den Deutschlandtakt. Wir machen die klimafreundliche Schiene zum leistungsstarken Verkehrsträger, bauen dafür erheblich Ressourcen auf, planen schneller und effektiver und können nachhaltig mehr bauen.

Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand

Der Fokus der Bahn soll diesmal jedoch auf dem Kunden liegen, denn normalerweise sind Fahrgäste durch Zugausfälle und Verspätungen stark von Baumaßnahmen der Bahn betroffen. Um dem entgegenzuwirken, sollen zukünftig zusätzliche Brücken und Streckenabschnitte Entlastung schaffen, sodass sich die Bauarbeiten „weit weniger für die Kundinnen und Kunden bemerkbar machen“, betonte der Konzern. Weiterhin hieß es, dass Störungen im Netz heute auf dem geringsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung wären. Mithilfe der vorausschauenden Instandhaltung soll dieser Wert weiterhin minimiert werden.

Frankfurt Hbf
Der Hauptbahnhof Frankfurt

An den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main, Stuttgart, Hannover und München sollen die größten Umbauarbeiten der Unternehmensgeschichte stattfinden. Allerdings sollen auch kleine und mittlere Bahnhöfe modernisiert und verschönert werden. Dabei stellt sich die Frage, wie solch große Bauvorhaben kaum beim Kunden zu spüren sein werden.

Fazit zum Infrastrukturausbau der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn hat Großes vor, denn es soll eine Rekordsumme von rund 12,7 Milliarden Euro in die Modernisierung der Infrastruktur gesteckt werden. Dafür sollen Streckenabschnitte modernisiert, Bahnhöfe umgebaut und neue Technik installiert werden. Trotz der Unumgänglichkeit dieses Projektes ist es fraglich, ob diese geplanten Maßnahmen ausreichen werden, um den im Jahre 2030 geplanten Deutschlandtakt zu realisieren und ob Kunden wirklich wenig von dem Bauvorhaben beeinträchtigt werden.

Wie seht ihr das? Glaubt ihr, dass die Bahn die versprochenen Ziele einhalten kann?

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Autor

Genauso wie den Schwarzwald, liebt David es neue Orte und Kulturen zu entdecken. Am liebsten kombiniert er einen Städtetrip mit anschließendem relaxen am Strand. Er studiert Tourismusmanagement in Wernigerode und macht ein Praktikum bei reisetopia. Er hält euch mit den neuesten Deals und News auf dem Laufenden!

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  • Nun, zumindest bei den vorgesehenen Sanierungen der Abschnitte von Göttingen bis Würzburg kann ich mir aber kaum vorstellen, daß Kunden beeinträchtigt werden.

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