Wer den beim Fliegen hinterlassenen CO₂-Fußabdruck ausgleichen möchte, kann dies nun bei Condor tun. Der deutsche Ferienflieger bietet dahingehend unterschiedliche Kompensationsmöglichkeiten.

Dem Thema Nachhaltigkeit wird eine immer größere Bedeutung zugemessen. Auch in der Luftfahrt steigt das Interesse nach sogenannten Green Fares, wie beispielsweise die Lufthansa bestätigt. Mittlerweile bieten einige Airlines neben den Grünen Tarifen auch andere Kompensationsmöglichkeiten, um den hinterlassenen CO₂-Fußabdruck auszugleichen. Diesem Trend folgt indessen auch Condor. Ab sofort können für Flüge mit dem Ferienflieger diverse Nachhaltigkeitspakete gebucht werden, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Condor bietet ihren Passagieren die freiwillige Option, den hinterlassenen Kohlendioxid-Ausstoß zu kompensieren
  • Je nach Wunsch können unterschiedliche Klimabeiträge geleistet werden
  • Die Abgaben fließen in drei ausgewählte Klimaschutzprojekte in Europa, Afrika und in der Karibik

Das Angebot ist optional

Die Luftfahrtbranche befindet sich im Zugzwang und steht vor einer nicht unerheblichen Hürde. Ab 2025 soll – zumindest in der EU – eine Quote von mindestens zwei Prozent an Sustainable Aviation Fuels (SAF) verpflichtend nachweisbar werden. Wenngleich auf Verbraucherebene noch keine strikten Vorschriften für einen positiven Beitrag zur Umwelt bestehen, können Reisende dennoch einen Beitrag leisten. Schließlich bieten immer mehr Airlines sogenannte Kompensationspakete, um den eigenen CO₂-Fußabdruck auszugleichen. Auch bei Condor können solche Angebote inzwischen erworben werden. Der Ferienflieger bietet seinen Kunden in dieser Weise mehrere Optionen, um den hinterlassenen Kohlendioxid-Ausstoß gänzlich oder teilweise zu kompensieren. Dies geschieht auf freiwilliger Basis.

Condor A320

Je nach Wunsch können unterschiedliche Klimabeiträge geleistet werden. Zur Hilfestellung bietet Condor eine Übersicht der pro Sitzplatz verbrauchten fossilen Ressourcen, um besser einschätzen zu können, in welcher Höhe das eigene Flugticket kompensiert werden sollte. Das Einstiegspaket für 19,99 Euro deckt beispielsweise 50 Kilogramm an CO₂ ab. Je nach Bedarf können die Projekte in unterschiedlicher Höhe unterstützt werden. Condor informiert Passagiere, welche Kompensationskosten geleistet werden müssten, um den eigenen CO₂-Fußabdruck auszugleichen. Am Ende des Tages bleibt die Entscheidung jedoch bei den Verbrauchern, ob sie ihren Flug gänzlich, teilweise oder gar nicht kompensieren möchten. Konkret fließen die Beiträge in drei ausgewählte Klimaschutzprojekte:

  • Förderprogramm für den Ausbau von Agroforsten im deutschsprachigen Raum
  • Förderung emissionsarmer Öfen in ländlichen Regionen Kenias
  • Förderprogramm für ein Solarkraftwerk in der Dominikanischen Republik

Die Projekte wurden von Condor gemeinsam mit der gemeinnützigen Klimaschutzorganisation myclimate ausgewählt. Auch der Einsatz sauberer Flugkraftstoffe soll durch die Kompensationsgelder gefördert werden.

Nachhaltigkeit

Schließlich äußert sich auch Peter Gerber, CEO bei Condor, zur Verantwortung Condors, einen positiven Beitrag zum Klima zu leisten:

Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Uns ist bewusst, dass für einen dauerhaften Geschäftserfolg die ökologischen Einflüsse unseres Handelns berücksichtigt werden müssen – an unserem Unternehmensstandort Deutschland sowie in den zahlreichen Zielgebieten, die wir anfliegen.

Peter Gerber, CEO bei Condor

Letztlich bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang das Angebot angenommen wird. Fraglich bleibt letzten Endes, ob die Freiwilligkeit hier genügt, oder ob es nicht an der Zeit wäre, auch Konsumenten zu gewissen Verantwortungen zu verpflichten.

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Autorin

Bereits zu ihrer Schulzeit an der Kärntner Tourismus Schule hat Beate das Reisen für sich entdeckt. So verbrachte sie jeden Sommer im Ausland. Auch während ihres Tourismusmanagement-Studiums in Wien war Beate viel unterwegs. Bei reisetopia kann sie nun ihre Leidenschaft zum Schreiben und Reisen perfekt miteinander kombinieren.

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  • Es ist kaum zu glauben: Da will nach der Lufthansa (siehe hier: Lufthansa weitet Green Fares auf die Langstrecke aus | reisetopia) nun auch die Condor ihre Passagiere für einen Ausgleich der Umweltschäden bezahlen lassen, die durch den CO2-Ausstoß der Flugzeuge verursacht werden. Mit gleichem Recht könnte ein Ladendieb, der bei Aldi eine Tafel Schokolade gestohlen hat, verlangen, dass die Erzeuger von Kakao in Afrika dafür entschädigt werden. Daraus wird deutlich, wie absurd das Verlangen von Fluggesellschaften nach Kompensationszahlungen ist und an den Ablasshandel im Mittelalter erinnert.
    Wer wie die Fluggesellschaften zur klimaschädlichen Erderwärmung beiträgt, muss gefälligst selbst für eine Reduzierung sorgen und darf sich nicht Dumme suchen, die ersatzweise für eine Kompensation bezahlen, ohne dass der durch Flüge angerichtete Schaden dadurch verhindert oder zumindest minimiert wird, sondern statt dessen gleich hoch bleibt.

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