Durch die Erholung im Flugverkehr, die insbesondere in den USA in den vergangenen Wochen stark an Fahrt aufgenommen hat, findet US-Flugzeugbauer Boeing immer mehr Abnehmer für die unzähligen Boeing 737 MAX Maschinen, die im Vorjahr nicht abgenommen wurden.

Die letzten Monate waren wahrlich keine guten für den Flugzeugbauer Boeing. Neben der für die gesamte Branche schwierigen Lage durch die Corona-Pandemie nahm das Drama um die 737 MAX Reihe, die durch die zwei Flugzeugabstürze traurige Berühmtheit erlangte, kein Ende. Nach monatelangem Grounding konnte das Modell im Dezember zwar wieder starten, jedoch verschwand das Flugzeug aufgrund immer wieder neu auftauchenden Mängeln nie ganz aus den Schlagzeilen. Diese Zeit hat Spuren hinterlassen und während des Groundings und der Pandemie sind einige Airlines von ihren 737 MAX Bestellungen zurückgetreten. Im Juli letzten Jahres hatte Boeing somit etwa 100 737 MAX, die noch auf Käufer warteten – inzwischen finden sich aber immer mehr Abnehmer, sodass nur noch etwa 10 verwaiste Maschinen übrig sind, wie das Wall Street Journal berichtet.

United Airlines und Alaska Airlines haben zugeschlagen

In den USA zieht die Erholung des Flugverkehrs aktuell stark an. Vergangene Woche wurden zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie wieder zwei Millionen Passagiere an einem einzigen Tag gezählt. Und während frühere Erholungen im Reiseverkehr durch neue Infektionswellen und Einschränkungen unterbrochen wurden, sind die Führungskräfte der Airlines jetzt zuversichtlicher, dass die Erholung ernsthaft begonnen hat und sich die Lage zu stabilisieren scheint. Von diesem Trend bekommt nun auch Flugzeugbauer Boeing immer mehr zu spüren. Von den beinahe 100 überschüssigen 737 MAX Jets, die in Folge des Groundings und der Krise beim Hersteller geblieben waren, sind inzwischen nur noch 10 Stück übrig.

Boeing 737 MAX

Die Airlines, die diese Flugzeuge kaufen, erwerben sogenannte “White Tails”. So nennt man Maschinen, die noch nicht in den Airline-Farben lackiert wurden. Zu den jüngsten Käufern der nicht in Anspruch genommenen Boeing 737 MAX gehören United und Alaska Airlines. Über die Bestellungen haben wir bereits in vergangenen Artikeln berichtet. So hat zum Beispiel Alaska Airlines im Dezember bekannt gegeben, 23 Boeing 737 MAX zu kaufen. Nun hat eine Sprecherin bestätigt, dass es sich bei neun dieser Maschinen um Flugzeuge handelt, die eigentlich für andere Airlines vorgesehen waren. Auch bei der United Airlines’ Bestellung von 25 737 MAX aus dem März dieses Jahres kommt ein Teil der Flugzeuge aus dem Bestand von Boeing und ein weiterer wird später produziert. Insidern zufolge hat United auch bereits Interesse an etwa 150 weiteren Jets geäußert.

Doch nicht nur diese Airlines treiben die Nachfrage nach der 737 MAX voran, auch neue Marktteilnehmer wie etwa die kanadische Billigfluggesellschaft Flair Airlines oder Southwest Airlines zeigen großes Interesse an weiteren Maschinen.

Die Entwicklung hilft Boeing aus der Krise

Es sind seit langem mal wieder positive Neuigkeiten für den krisengeplagten Flugzeugbauer – und zwar solche, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hatte. So sagte Boeing CEO Calhoun am Anfang dieses Monats, dass die Erholung “robuster, als ich es mir jemals vorgestellt habe” sei. Wie sehr dieser Trend anhält, wird stark davon abhängig sein, in welchem Umfang Boeing weitere 737 MAX ausliefern kann. Der Erfolg, für die “verwaisten” Flugzeuge noch Abnehmer zu finden, machte dem Hersteller allerdings bereits großen Mut.

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So ist man inzwischen auch wieder deutlich optimistischer. Eine Sprecherin von Boeing betonte in diesem Zusammenhang noch, dass das Unternehmen sehr dankbar für das anhaltende Vertrauen seiner Kunden in die 737 MAX sei.

Fazit zur Abnahme der überschüssigen 737 MAX Jets

Es kam in der Vergangenheit nicht häufig vor, dass wir positive Neuigkeiten aus dem Hause Boeing zu vermelden hatten. Doch nun zeigt sich ausgerechnet beim “Unglücksmodell” ein positiver Trend. Die infolge des Groundings nicht abgenommenen Maschinen haben inzwischen fast alle ein neues Zuhause gefunden und auch für weitere Bestellungen scheint die Nachfrage anzusteigen. So profitiert Boeing nicht zuletzt auch vom überraschend schnellen Aufschwung des US-Flugverkehrs.

Autorin

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt auf reisetopia.ch ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

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