Beim Bordservice von American Airlines soll es zu Kürzungen kommen. Damit gibt die Fluggesellschaft den Forderungen der Flugbegleiter-Gewerkschaft nach.

Bei American Airlines soll es zu Kürzungen im Bordservice kommen. Nicht aber, weil die Fluggesellschaft angesichts der Corona-Krise sparen will, sondern weil sie dem Druck der Flugbegleiter-Gewerkschaft nachgibt. Wie The Points Guy berichtet, solle damit unter anderem die Zeit reduziert werden, die das Personal mit Fluggästen ohne Maske verbringt. Das träfe jedoch dabei demnach auch Passagiere der First Class der Airline. Indes soll das Unternehmen die Änderungen auch schon bestätigt haben, wenngleich nicht klar ist, in welcher Weise.

Zeit mit Passagieren ohne Maske müsse verkürzt werden

American Airlines, die erst kürzlich positive stimmende Geschäftszahlen verkündete, plant Kürzungen im Service an Bord einzuführen, nachdem sich das fliegende Personal beschwert haben soll. Demnach gab das Unternehmen an, durch die Gewerkschaft der Flugbegleiter unter Druck zu stehen, die fordern, dass es zu den Reduzierungen im Getränke- und Mahlzeitenservice kommen soll. Im Detail fordert die Gewerkschaft „Association of Professional Flight Attendants“ (APFA) demnach, dass unter anderem der Getränkeservice in der Hauptkabine auf In- und Auslandsstrecken – inklusive der internationalen Langstrecke – reduziert werden soll. In der Flagship First Class von American Airlines, die bereits einen durchwachsenen Ruf genießt, solle die gesamte Mahlzeit, inklusive aller Gänge, mit einem Mal serviert werden. Auch der zweite Getränkeservice würde demnach abgeschafft.

Boeing 737 MAX 8, American Airlines
American Airlines wird den Bordservice reduzieren um den Forderungen der Kabinen-Gewerkschaft nachzukommen.

APFA begründet die Forderungen damit, dass die Zeit, in der die Crew mit den Fluggästen agiert, möglichst gering gehalten werden müsse, damit das Personal weniger in Kontakt mit Menschen steht, die in jenen Momenten des Speisen- und Getränkeverzehrs keine Maske tragen. Weiter führte die Gewerkschaft aus:

APFA proposals include serving entreés with salad/soup/appetizers in premium cabins when possible and reducing main cabin beverage services on domestic and IPD flights. We have asked that these reductions in service be implemented immediately.

APFA-Statement

Änderungen bestätigt jedoch ohne Details?

American Airlines soll Änderungen bereits bestätigt haben. Jedoch nannte das Unternehmen keine Details darüber, in welcher Form diese Anwendung finden, ergo auch nicht, inwieweit man auf die Forderungen APFAs eingehe. In einem Statement der Fluggesellschaft heißt es:

Together with APFA, we have decided to temporarily modify some onboard service to limit customer touchpoints. As we have throughout the pandemic, we will continue to assess ways to thoughtfully return the onboard dining services customers are asking for while keeping safety front and center. We appreciate the APFA’s collaboration as we continue to navigate the ever-changing circumstances of the pandemic. Customers traveling with us can check www.aa.com for current service expectations.

American Airlines-Statement

Die Forderungen werden von Experten unterschiedlich betrachtet. Zu einem seien diese an und für sich zwar verständlich, jedoch sei der Zeitpunkt nicht ideal. Schließlich hätten die Passagiere zur Hochzeit der Omikron-Welle in den USA sicherlich mehr Verständnis gezeigt. Nun werfe die APFA ein möglicherweise schlechtes Licht auf die Flugbegleiter und könnte für unglückliche Passagiere sorgen.

Fazit zur Kürzung des Services bei American Airlines

Keine guten Nachrichten für Passagiere von American Airlines: Die Fluggesellschaft gibt den Forderungen der Flugbegleiter-Gewerkschaft nach und plant den Bordservice zu kürzen. Das trifft demnach alle Kabinen, also auch Reisende der First Class von American Airlines. Welche Änderungen im Detail Anwendung finden, ließ die Fluglinie zwar offen, doch so oder so dürfte es sich nur um negative Anpassungen handeln. Natürlich spricht nichts gegen einen besseren Schutz des Personals, doch die Frage besteht, ob es da nicht andere Wege gibt. Denn auch der Zeitpunkt ist womöglich nicht der bestgewählteste.

Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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  • Richtig so und völlig verantwortungslos, dass eine große, deutsche Airline gerade kürzlich erst ihren Service trotz aller Bedenken des Flugpersonals erweitert hat – und daran trotz der aktuellen Welle festhält. Und das alles völlig im Widerspruch zu den Empfehlungen des EASA Covid 19 Health Safety Protocol.

    • Es liegt sicherlich auch an einigen Passagieren, die selbst in der engen Eco-Klasse das Menü gerne eine Stunde ohne Maske “zelebrieren”, sich dann noch einen Becher Kaffee geben lassen und den oft sogar kalt werden lassen, um weitere 25 Minuten Zeit zu schinden und so ohne Maske in der engen Eco-Klasse verweilen zu können.
      Ich hatte sowas erst kürzlich bei einem Flug erlebt und 3 Tage später gab es viele “rote Alarme” in der Corona-App. Demnach haben sich am Reisetag viele Leute in meiner Umgebung angesteckt. Ich hatte eine FFP2-Maske getragen und diese nur sehr kurz abgenommen. Immerhin wurde ich (durch meine Vorsicht?) an diesem Tag nicht infiziert.

      Das Verhalten einiger Flugpassagiere ist unanständig.

  • Bin mal gespannt wie mein First Class Flug im Juni nach NYC wird vom Service. Aber das AA First Ticket war noch immer günstiger als ein BC Ticket von LH.
    Dafür genieße ich zuvor die FC Lounge in LHR, die soll ganz gut sein.

  • Warum wird der Service denn nicht einfach mit FFP2 Maske durchgeführt? Andere Berufsgruppen können sich auch nicht vor dem Kundenkontakt drücken…

    Oder wollen die FB in der First / Business Class jetzt endlich auch mehr Zeit für ihre interessanten Gespräche in der Galley haben???

  • WinWin, die Tickets werden bestimmt günstiger da weniger Service.
    Man braucht auch nicht mehr so viel Personal, also paar Leute entlassen.
    Tolle Gewerkschaft… 😉

    • Als ob die US Carrier jemals mit engagierten Service geglänzt hätten und AA schon mal gleich gar nicht. Da hat der Wesselski wohl mal eine Coaching Stunde gegeben.

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