Girokonto, Tagesgeld, mehrere Depots und vielleicht noch ein paar Kryptowerte: Wer sein Geld auf viele Anbieter verteilt, verliert schnell den Überblick über das eigene Vermögen. Genau hier setzt der Finanzfluss Copilot an, ein Vermögens- und Portfolio-Tracker vom bekannten Finanz-YouTube-Kanal Finanzfluss. Die Grundversion ist kostenlos, für tiefere Analysen gibt es ein Plus-Abo.

In diesem Guide zeigen wir, was der Copilot kann, was Free und Plus kosten, wie Eure Daten geschützt sind und welche Erfahrungen Nutzer mit dem Tool machen. Außerdem vergleichen wir den Copilot mit Finanzguru und erklären, für wen er sich lohnt. Diesen Guide haben wir im Oktober 2026 komplett überarbeitet.

Das Wichtigste in Kürze: Der Finanzfluss Copilot bündelt Depots, Konten und weitere Vermögenswerte in einer Übersicht und analysiert Eure Investments. Die Free-Version ist dauerhaft kostenlos, Copilot Plus kostet auf der Website 69,99 Euro pro Jahr und lässt sich sieben Tage gratis testen. Anbieter ist die Finflow GmbH aus Berlin, die Bankanbindung übernimmt der BaFin-regulierte Kontoinformationsdienst wealthAPI. Kritik gibt es vor allem an fehlerhaften Importen und abbrechenden Bankverbindungen.

Was ist der Finanzfluss Copilot und wer steckt dahinter?

Der Finanzfluss Copilot ist ein digitales Tool, das Euer gesamtes Vermögen an einem Ort zusammenführt. Ihr verbindet Depots, Verrechnungskonten und Girokonten, tragt weitere Werte wie Immobilien, Edelmetalle oder Kredite von Hand ein und seht anschließend Euer Gesamtvermögen samt Entwicklung. Der Schwerpunkt liegt klar auf Investments, ein digitales Haushaltsbuch für Einnahmen und Ausgaben gehört aber ebenfalls dazu.

Den Copilot gibt es als Web-App im Browser und als App für iOS und Android. Die iPhone-App ist seit Ende September 2024 im App Store, vorher war das Tool nur am Rechner nutzbar. Laut Finanzfluss nutzen inzwischen mehr als 100.000 Menschen den Copilot.

Finanzfluss Gruender Arno Krieger und Thomas Kehl
Arno Krieger und Thomas Kehl haben Finanzfluss gegründet und führen das Unternehmen bis heute

Hinter dem Copilot steht Finanzfluss, eine der größten Finanzbildungsplattformen im deutschsprachigen Raum. Begonnen hat alles 2015 als YouTube-Kanal mit Erklärvideos, heute gehören Ratgeber, Vergleiche, Rechner, ein Podcast und eine große Discord-Community dazu. Rechtlich betreibt die Finflow GmbH mit Sitz in Berlin den Copilot, Geschäftsführer sind die beiden Gründer Thomas Kehl und Arno Krieger.

Welche Funktionen bietet der Finanzfluss Copilot?

Herzstück ist das Dashboard mit Eurem Gesamtvermögen. Dafür bindet Ihr laut Finanzfluss mehr als 350 Banken, Broker und Finanzanbieter automatisch an. Zuverlässig klappt das vor allem bei Depots mit Verrechnungskonto und bei Girokonten mit eigener IBAN. Ob sich Tagesgeld-, Spar- oder Kreditkartenkonten automatisch einbinden lassen, hängt von der jeweiligen Bank ab.

Klappt die automatische Verbindung nicht, könnt Ihr Daten auch per PDF- oder CSV-Import hochladen oder manuell erfassen. Neu ist die smarte Dokumenterkennung: Sie liest per KI Buchungen aus PDF-, CSV- oder Bilddateien aus und legt daraus ein Depot an, funktioniert bisher aber nur für Depots. Die wichtigsten Funktionen mit Stand Oktober 2026:

  • Portfolio-Tracker für Aktien, ETFs, Fonds, Kryptowährungen, Immobilien, Rohstoffe und sonstige Werte
  • Investment-Analyse mit Kennzahlen wie zeitgewichteter Rendite und internem Zinsfuß
  • Breakdown Eures Portfolios nach Assetklassen, Regionen, Branchen oder Währungen
  • Benchmark-Vergleich Eurer Performance mit Indizes oder einzelnen Wertpapieren
  • Dividendenkalender mit vergangenen und erwarteten Ausschüttungen
  • Budget-Bereich mit Kategorien, Tags, Sparquote und Sankey-Diagramm Eurer Geldflüsse
  • Hilfen beim Thema Steuern, etwa zur Vorabpauschale und zu Freistellungsaufträgen

Gerade für ETF-Sparer ist die Analyse spannend: Ihr seht auf einen Blick, wie stark Euer Portfolio etwa auf die USA oder einzelne Branchen konzentriert ist. Wer sich noch in die Grundlagen einlesen möchte, findet in unserem Guide Was sind ETFs einen guten Einstieg.

Laptop mit Diagrammen zur Vermoegensentwicklung
Der Copilot stellt Eure Vermögensentwicklung in Diagrammen und Kennzahlen dar

Im Haushaltsbuch landen die Umsätze Eurer verbundenen Girokonten. Der Copilot ordnet sie größtenteils automatisch Kategorien zu, eigene Kategorien und Unterkategorien könnt Ihr ergänzen. Überweisungen zwischen eigenen Konten markiert Ihr als Kontentransfer, damit sie nicht als Ausgabe zählen. Neu sind außerdem individuelle Budgets, mit denen Ihr Ausgaben je Kategorie begrenzt.

Was kostet der Finanzfluss Copilot?

Der Copilot kommt in zwei Varianten. Die Free-Version ist laut Finanzfluss dauerhaft kostenlos und enthält bereits den automatischen Import, beliebig viele Portfolios, das Haushaltsbuch, ein Budget, eine Watchlist und die grundlegende Investment-Analyse. Für alle weiteren Analysefunktionen braucht Ihr Copilot Plus.

Auf der Website von Finanzfluss kostet Copilot Plus mit Stand Oktober 2026 69,99 Euro pro Jahr, umgerechnet 5,83 Euro im Monat. Die ersten sieben Tage könnt Ihr Plus kostenlos testen. In der iPhone-App ist zusätzlich ein Monatsabo für 8,99 Euro hinterlegt, auf das Jahr gerechnet wäre das deutlich teurer. Was die beiden Versionen unterscheidet:

FunktionFreeCopilot Plus
Automatischer Import von 350+ Anbieternjaja
Portfoliosunbegrenztunbegrenzt
Digitales Haushaltsbuchjaja
Budgets1unbegrenzt
Watchlists1unbegrenzt
Investment-AnalyseBasiserweitert
Breakdown und Benchmark-Vergleichneinja
Dividendenkalenderneinja
Erweiterte Aktien-, Rendite- und Dividenden-Kennzahlenneinja
CSV-Export der Transaktionenneinja

Dazu bekommen Plus-Mitglieder ein eigenes Abzeichen auf dem Discord-Server von Finanzfluss. Wichtig für Dividendenfans: Den Dividendenkalender gibt es inzwischen nur noch mit Plus, in der Gratisversion seht Ihr ihn nicht mehr. Auch Breakdown und Benchmark-Vergleich, zwei der spannendsten Analysefunktionen, sind dem Abo vorbehalten.

Finanziert wird der Copilot laut Finanzfluss ausschließlich über die Plus-Abos. Eure Daten werden nach Aussage des Unternehmens weder verkauft noch für Marketing weitergegeben. Bezahlt Ihr über die Website, wickelt der Zahlungsdienstleister Stripe das Abo ab, in den Apps läuft es über App Store oder Google Play.

Wie sicher ist der Finanzfluss Copilot?

Wer einem Tool Zugriff auf Konten und Depots gibt, sollte genau wissen, wer die Daten verarbeitet. Beim Copilot ruft nicht Finanzfluss selbst Eure Bankdaten ab, sondern der technische Partner wealthAPI aus Berlin. Die wealthAPI GmbH ist seit August 2019 von der BaFin als Kontoinformationsdienst nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz zugelassen. Finanzfluss selbst hat laut eigener Aussage zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf Eure Bank-Zugangsdaten.

Der Copilot hat nur Lesezugriff, Überweisungen oder Wertpapierorders in Eurem Namen sind nicht möglich. Die Finanzdaten liegen laut Finanzfluss in einem überwachten Rechenzentrum in Frankfurt und sind nach dem AES-256-Standard verschlüsselt. Login-Daten werden getrennt von Bank- und Zahlungsdaten gespeichert.

Frau arbeitet am Laptop auf dem Sofa
Den Copilot nutzt Ihr im Browser am Laptop oder als App auf dem Smartphone

Euren Account schützt Ihr zusätzlich mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung über eine Authenticator-App. Außerdem legt Ihr fest, nach welcher Zeit Ihr automatisch ausgeloggt werdet. Persönliche Angaben wie Adresse, Geburtsdatum oder Steuerdaten erhebt der Copilot nach eigener Aussage nicht.

Wollt Ihr den Copilot nicht mehr nutzen, könnt Ihr Euren Account in den Einstellungen schließen. Dann werden laut Finanzfluss alle Daten unwiderruflich gelöscht, auch bei wealthAPI und Stripe. Einzelne Bankverbindungen lassen sich jederzeit trennen, gespeicherte Zugangsdaten verschwinden damit sofort.

Welche Erfahrungen gibt es mit dem Finanzfluss Copilot?

Die Bewertungen in den App-Stores fallen überwiegend positiv aus. Im App Store kommt der Copilot mit Stand Oktober 2026 auf 4,4 von 5 Sternen bei rund 3.600 Bewertungen, bei Google Play auf 4,5 Sterne bei gut 2.500 Rezensionen. Gelobt werden vor allem die übersichtliche Vermögensdarstellung und der große Funktionsumfang der Gratisversion. Wer genauer hinschaut, findet aber auch wiederkehrende Kritik.

Fehlerhafte Importe: Der häufigste Kritikpunkt sind unvollständige oder doppelte Daten. Liefert eine Bank über die Schnittstelle nicht alle historischen Umsätze, erstellt der Copilot Ausgleichsbuchungen, damit der Bestand rechnerisch stimmt. Renditen und Einstandswerte können dann verzerrt sein, bis Ihr die fehlenden Käufe von Hand nachtragt. Finanzfluss widmet diesem Thema im eigenen Hilfecenter einen ausführlichen Artikel.

Abbrechende Bankverbindungen: Mehrere Nutzer berichten, dass eine zuvor funktionierende Verbindung plötzlich nicht mehr synchronisiert oder nach dem Neuverbinden Konten doppelt anzeigt. Beim Aktualisieren verlangen viele Banken außerdem regelmäßig eine TAN.

Kategorien und Kennzahlen: Im Haushaltsbuch werden Buchungen teils falsch kategorisiert, obwohl man gleiche Umsätze schon zugeordnet hat. Einzelne Nutzer kritisieren zudem nicht nachvollziehbare Rendite-Werte. Auch der Dividendenkalender zeigt laut Finanzfluss gelegentlich falsche Werte an.

Support nur per E-Mail: Hilfe bekommt Ihr über das ausführliche Hilfecenter und per E-Mail. In Rezensionen klagen einige Nutzer über lange Antwortzeiten. Wünsche für neue Funktionen könnt Ihr in einem öffentlichen Feature-Voting einreichen.

Haende halten Euro Geldscheine
Für ein korrektes Bild Eures Vermögens müsst Ihr Importe gelegentlich von Hand nachpflegen

Unterm Strich ist der Copilot ein ausgereiftes Tool, das aber Pflege braucht. Wer viele Depotüberträge, Aktiensplits oder Spin-offs im Portfolio hat, sollte etwas Zeit für manuelle Korrekturen einplanen. Für solche Fälle bietet das Hilfecenter Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Finanzfluss Copilot oder Finanzguru: Was passt besser?

Beide Tools führen Eure Konten zusammen, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Der Copilot denkt vom Vermögen her: Er will zeigen, wie viel Ihr besitzt, wie Eure Investments laufen und wie Euer Portfolio aufgestellt ist. Finanzguru denkt vom Girokonto her und kümmert sich um Verträge, Abos, Kündigungen und die Frage, wie viel Geld bis zum nächsten Gehalt übrig bleibt.

Finanzfluss CopilotFinanzguru
Bezahlversion69,99 Euro pro Jahr0,99 Euro pro Woche
Budgets ohne Abo1 Budgetkeine
Anbindbare Anbietermehr als 350mehr als 4.000
Vertragserkennung und Kündigungneinja
Portfolio-Analyse und Benchmarkjanein
Web-Versionjanein
Bankanbindungüber wealthAPIeigene BaFin-Erlaubnis

Preislich liegen beide nah beieinander: Finanzguru Plus kommt mit Stand Oktober 2026 auf gut 51 Euro im Jahr und ist damit etwas günstiger als Copilot Plus. Ein Unterschied liegt im Geschäftsmodell. Der Copilot finanziert sich nur über Abos, Finanzguru verdient zusätzlich Provisionen, etwa bei Strom- oder Versicherungswechseln über die App.

Die Wahl hängt also davon ab, was Euch wichtiger ist. Wer ETFs und Aktien besparen und die Performance verfolgen will, ist beim Copilot richtig. Wer laufende Kosten senken und vergessene Abos finden möchte, greift eher zu Finanzguru. Da beide eine kostenlose Version haben, spricht nichts dagegen, sie parallel zu nutzen, etwa Finanzguru fürs Girokonto und den Copilot fürs Depot.

Für wen lohnt sich der Finanzfluss Copilot?

Der Copilot passt vor allem zu Anlegern, die ihr Geld auf mehrere Depots und Konten verteilen. Wer etwa einen ETF-Sparplan bei einem Neobroker, ein älteres Depot bei der Hausbank und Tagesgeld bei einer dritten Bank hat, bekommt damit endlich ein Gesamtbild. Welche Depots sich dafür eignen, zeigt unser Depot-Vergleich.

Für den reinen Vermögensüberblick reicht die Free-Version völlig aus. Plus lohnt sich, wenn Ihr Eure Rendite mit einem Index vergleichen, die Aufteilung nach Regionen und Branchen sehen oder Dividenden genau planen wollt. Wer nur seine Alltagsausgaben im Blick behalten möchte und gar nicht investiert, ist mit einem klassischen Haushaltsbuch oder Finanzguru besser bedient.

Muenzstapel vor Prozentzeichen
Neben Depots könnt Ihr auch Tagesgeld und andere Vermögenswerte im Copilot erfassen

Bevor Ihr ein Tool einrichtet, lohnt sich ein Blick auf die eigene Kontenstruktur. Viele kommen mit einem Gehaltskonto, einem Tagesgeldkonto und einem Depot gut aus. Passende Konten findet Ihr in unserem Banken-Vergleich.

Wie meldet man sich beim Finanzfluss Copilot an?

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten. Ihr könnt direkt auf der Website von Finanzfluss starten oder die App im App Store oder bei Google Play herunterladen. So geht Ihr vor:

  1. Erstellt mit Eurer E-Mail-Adresse und einem sicheren Passwort einen kostenlosen Copilot-Account.
  2. Aktiviert in den Einstellungen die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer Authenticator-App.
  3. Klickt auf „Hinzufügen“, wählt Euren Anbieter und verbindet ihn per automatischer Bankverbindung, Datei-Upload oder manuellem Eintrag.
  4. Bestätigt die Verbindung bei Bedarf mit einer TAN Eurer Bank und prüft anschließend die importierten Buchungen.

Nach dem ersten Import lohnt sich ein genauer Blick auf das Dashboard. Weichen Werte von Eurem Broker ab, liegt das oft an fehlenden historischen Käufen, die Ihr nachtragen könnt. Plus könnt Ihr später jederzeit dazubuchen und vorher sieben Tage testen.

Unser Tipp: Wenn Ihr Copilot Plus wollt, schließt das Jahresabo über die Website ab. In der iPhone-App kostet das Monatsabo 8,99 Euro, auf zwölf Monate gerechnet zahlt Ihr damit rund 38 Euro mehr als mit dem Jahresabo.

Das Abo verlängert sich automatisch, kündigen könnt Ihr laut Finanzfluss jederzeit. Weitere Ideen, wie Ihr Eure Finanzen insgesamt verbessert, findet Ihr in unserem Guide zur Finanzoptimierung.

Fazit: Lohnt sich der Finanzfluss Copilot?

Der Finanzfluss Copilot ist einer der umfangreichsten kostenlosen Vermögenstracker in Deutschland. Schon die Free-Version zeigt Euer Gesamtvermögen über alle Depots und Konten, inklusive Haushaltsbuch und Basis-Analyse. Mit Plus für 69,99 Euro im Jahr kommen Benchmark, Breakdown, Dividendenkalender und erweiterte Kennzahlen dazu.

Die Sicherheit ist durch den BaFin-regulierten Partner wealthAPI, Server in Frankfurt und reinen Lesezugriff gut gelöst. Schwächen zeigt der Copilot bei der Datenqualität: Importe und Bankverbindungen laufen nicht immer fehlerfrei, und der Support ist nur per E-Mail erreichbar. Wer investiert und mehrere Depots hat, sollte den Copilot trotzdem ausprobieren, für Verträge und Abos bleibt Finanzguru die bessere Wahl.

Autor

Bei reisetopia verbindet Mona ihre Leidenschaft fürs Reisen mit einem wachsenden Interesse an smarter Finanzplanung. Mit Produkten wie dem Tagesgeldkonto und der Amex Gold demonstriert sie, wie sich Luxusreisen finanziell klug umsetzen lassen.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.