British Airways gab jüngst bekannt, dass der Ausgang der Brexit-Verhandlungen keinen Einfluss auf das operative Geschäft, also auf Flüge von British Airways, haben werde. Man wolle alle Kunden des britischen Flagcarriers zu ihren Zielen fliegen und weiterhin dem normalen Flugplan nachgehen.
Viele Passagiere die zukünftig nach, von und über Großbritannien fliegen wollen, machen sich seit geraumer Zeit Sorgen über die Auswirkungen des anstehenden Brexits auf die britische Luftfahrt. British Airways richtete für diese unsicheren Kunden nun eigene FAQ (Frequently Asked Questions) zum Thema ein, mit verschiedenen möglichen Szenarien.
No-Deal-Brexit führt zu Chaos
Der neu eingerichtete FAQ zu den verschiedenen Brexit-Szenarien von British Airways bezieht sich in erster Linie auf Fluggäste, die am tatsächlichen Brexit-Datum, dem 29. März 2019, reisen. Darin heißt es, dass betroffene Passagiere an diesem Tag ihre Reisen noch normal durchführen können und das annullierte sowie verspätete Flüge wie üblich entschädigt würden. Zudem bietet British Airways betroffenen Passagieren mit Wohnort im Vereinigten Königreich einen entsprechenden Guide zum Thema an, der bei jedweden Änderungen sowie Updates informieren und helfen soll.
Die Auswirkungen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union haben weitreichende Auswirkungen auf eine Reihe von Industrien, einschließlich der kommerziellen Luftfahrt. Ein No-Deal-Brexit könnte „Chaos“, höhere Tarife, Einwanderungs-Streitigkeiten und Verspätungen zur Folge haben. Ein großer Industriekonzern warnte bereits davor, dass bis zu fünf Millionen Flüge storniert werden könnten, da Großbritannien dann auf eine gewisse Anzahl von Flügen beschränkt wäre, was den Flugbetrieb und die Einnahmen stark behindern könnten. Frankreich hat angesichts der Komplikationen eines No-Deal-Brexit-Szenarios indes über 50 Millionen Euro in seine Flughäfen investiert. Der britische Low-Cost-Carrier Ryanair hatte angesichts eines drohenden Brexits bereits mit starken Einbußen zu kämpfen und verzeichnete im dritten Quartal 2018 einen Verlust von über 19 Millionen Euro, obwohl die Airline die Genehmigung für den Betrieb unter Ryanair UK erhalten hatte.
Überall lauert das Worst-Case-Szenario
Selbst die kleinsten und absurdesten Details lassen so manchen Offiziellen überall das Worst-Case-Szenario ersehen: Die Gummihandschuhe zum Beispiel, die britische Sicherheitsbeamte für das Screening unter anderem an Flughäfen verwenden, stammen allesamt aus der EU und so könnte es auch hier zu einem nationalen Mangel in Großbritannien kommen, wenn kein Deal vor dem anstehenden Termin geschlossen werden kann.
Aber nicht alles ist finster und düster im Chaos um den Brexit: Kurz nachdem der Brexit-Prozess abgeschlossen sein wird, erhalten Reisende aus fünf Ländern, einschließlich den USA, die Möglichkeit, die britischen Grenzen quasi zu überspringen, indem sie Londons notorisch lange Warteschlangen an der Immigration an Flughäfen umgehen dürfen, um die Einreise nach Europa zu beschleunigen.
Fazit zu British Airways Beruhigungsstrategie
Natürlich ist Britanniens größter Airline daran gelegen die heimischen, aber auch alle anderen Passagiere möglichst zu beruhigen und in Sicherheit zu wiegen, da sonst das komplette Chaos im Flugverkehr drohen könnte. Letztendlich wird ein gewisser Grad an Chaos allerdings unvermeidlich sein. Genauso wenig wird es nicht komplett zu verhindern sein, dass Unsicherheit bei den betroffenen Passagieren grassiert. Hilfe und Unterstützung anzubieten ist dabei aber das Mindeste, dass British Airways tun kann. Dabei bleibt bis Ende März abzuwarten, ob die getroffenen Maßnahmen auch greifen und einem möglichen Desaster entgegenwirken können.








