Wer mit Partner oder Familie verreist, sammelt Meilen meist auf mehreren Konten, die einzeln nie für einen Prämienflug reichen. Ein Haushaltskonto für Meilen löst genau dieses Problem: Mehrere Mitglieder legen ihre Meilen zusammen und lösen sie gemeinsam ein. Allerdings bieten längst nicht alle Vielfliegerprogramme so ein Konto an, und die Regeln unterscheiden sich stark.
Wir zeigen, welche Programme ein Haushalts- oder Familienkonto haben, wer mitmachen darf, wer die Meilen einlösen kann und für wen sich das lohnt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Haushaltskonto für Meilen?
- Welche Vielfliegerprogramme bieten ein Haushaltskonto an?
- Wie funktioniert das Meilenpooling bei Miles & More?
- Wie funktioniert das Haushaltskonto bei British Airways und Iberia?
- Wie poolt man Meilen bei Flying Blue und SAS EuroBonus?
- Was bieten Emirates, Qatar Airways und Virgin Atlantic?
- Gibt es ein Haushaltskonto auch bei Hotelprogrammen?
- Lohnt sich ein Haushaltskonto?
- Fazit zum Haushaltskonto für Meilen
Das Wichtigste in Kürze: Miles & More, British Airways, Iberia, Flying Blue und SAS EuroBonus bieten ein gemeinsames Meilenkonto an, ebenso Emirates, Qatar Airways und Virgin Atlantic mit strengeren Regeln. Am offensten sind Miles & More, Iberia und SAS EuroBonus, wo die Mitglieder weder verwandt sein noch zusammenwohnen müssen. Statuspunkte sammelt in allen Programmen weiterhin jeder für sich. Bei Hotelprogrammen wie World of Hyatt übertragt Ihr Punkte stattdessen an andere Mitglieder.
Was ist ein Haushaltskonto für Meilen?
Bei einem Haushaltskonto, je nach Programm auch Familienkonto, Meilenpool oder Household Account genannt, bündeln mehrere Mitglieder ihre Prämienmeilen. Für die Einlösung zählt dann die Summe aller Konten, sodass Ihr gemeinsam schneller auf die Meilen für einen Prämienflug kommt.
Technisch gibt es zwei Modelle: Bei Miles & More, British Airways und Iberia behält jeder sein eigenes Konto, die Meilen werden nur gemeinsam angezeigt und bei einer Buchung anteilig abgezogen. Bei Flying Blue, Emirates, Qatar Airways und Virgin Atlantic landen die Meilen dagegen auf dem Konto einer Hauptperson, die dann allein darüber verfügt.
Eines gilt in allen Programmen: Gepoolt werden nur Prämienmeilen. Statuspunkte und damit Vielfliegerstatus wie Gold oder Senator sammelt weiterhin jedes Mitglied für sich.
Welche Vielfliegerprogramme bieten ein Haushaltskonto an?
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Programme mit gemeinsamem Meilenkonto und ihre Grundregeln mit Stand Oktober 2026:
| Programm | Personen | Wer darf mitmachen? | Wer löst ein? |
|---|---|---|---|
| Miles & More | 2 Erwachsene, bis zu 5 Kinder | beliebige Erwachsene, Wohnsitz in Europa | beide Erwachsene |
| British Airways Club | bis zu 7 | gleiche Adresse | alle Erwachsenen |
| Iberia Club | bis zu 7 | beliebige Mitglieder | alle Mitglieder |
| Flying Blue | 2 Erwachsene, bis zu 6 Kinder | Familienmitglieder | Hauptmitglied |
| SAS EuroBonus | bis zu 8 | beliebige Mitglieder | alle, sofern der Gruppenleiter nicht einschränkt |
| Emirates Skywards | bis zu 8 | enge Familie | Hauptmitglied |
| Qatar Privilege Club | Hauptmitglied und bis zu 9 | Familie mit Nachweis | Hauptmitglied |
| Virgin Atlantic Flying Club | bis zu 10 | gleiche Adresse | Hauptmitglied |
Kein klassisches Haushaltskonto bietet zum Beispiel Delta SkyMiles, dort bleibt nur die kostenpflichtige Übertragung von Meilen an andere Mitglieder. Für Familien mit Kindern lohnt sich außerdem ein Blick auf die Prämienflüge für Kinder, die einige Programme günstiger anbieten.
Wie funktioniert das Meilenpooling bei Miles & More?
Bei Miles & More heißt das Haushaltskonto Mileage Pooling. Nachdem die Funktion im Februar 2024 vom Netz ging, ist sie seit Sommer 2025 wieder verfügbar. Zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder zwischen zwei und 17 Jahren können ihre Prämienmeilen kostenlos zusammenlegen, die Erwachsenen müssen dabei weder verwandt noch verheiratet sein.
Den Pool eröffnet Ihr im eingeloggten Bereich Eures Miles & More Kontos und ladet die anderen Mitglieder per Servicekartennummer ein. Teilnehmen können Mitglieder mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich, der Schweiz und zahlreichen weiteren europäischen Ländern. Einlösen dürfen beide Erwachsenen, Kinder verfügen nur über ihr eigenes Konto.

Bei einer Einlösung zieht Miles & More zuerst die Meilen ab, die am frühesten verfallen würden. Wer einen Pool verlässt, ist anschließend sechs Monate lang vom Pooling ausgeschlossen. Alle Details zu Anmeldung, Reihenfolge und Meilenschutz findet Ihr in unserem Guide zum Miles & More Meilenpooling.
Wie funktioniert das Haushaltskonto bei British Airways und Iberia?
Der British Airways Club, früher Executive Club, bietet das bekannteste Haushaltskonto. Ein Hauptmitglied ab 18 Jahren kann bis zu sechs weitere Personen hinzufügen, insgesamt also sieben. Bedingung ist eine gemeinsame Adresse, ein Nachweis über Verwandtschaft ist nicht nötig.
Bei einer Buchung zieht British Airways die Avios anteilig von allen Konten ab. Hat eine Person zwei Drittel der gemeinsamen Avios gesammelt, trägt sie auch zwei Drittel der Einlösung. Mitglieder unter 18 Jahren können nicht selbst einlösen, und wer neu hinzukommt, muss mindestens sechs Monate im Haushaltskonto bleiben. Zusätzlich dürft Ihr Prämienflüge für bis zu fünf Personen auf Eurer Family and Friends Liste buchen, auch wenn diese woanders wohnen.

Seit Februar 2026 hat auch der Iberia Club ein Familienkonto. Ein Administrator und bis zu sechs weitere Mitglieder bündeln ihre Avios, verwandt sein oder zusammenwohnen müssen sie nicht. Bei einer Einlösung werden die Avios anteilig zum jeweiligen Guthaben abgezogen, jedes Mitglied bleibt mindestens zwölf Monate im Konto.
Achtung: Ist Euer British Airways Konto Teil eines Haushaltskontos, funktioniert die Übertragung von Avios aus dem Iberia Club zu British Airways nicht. Plant deshalb vorher, in welchem Programm Ihr Eure Avios bündeln wollt.
Wie poolt man Meilen bei Flying Blue und SAS EuroBonus?
Im Familienkonto von Flying Blue können bis zu acht Mitglieder zusammenkommen, davon höchstens zwei Erwachsene und sechs Kinder. Gründen kann die Familie jedes Mitglied ab 18 Jahren. Anders als bei British Airways bleiben die Meilen nicht verteilt: Das Hauptmitglied holt sie sich kostenlos von den Konten der anderen Mitglieder auf das eigene Konto und bucht damit.
Wer einer Familie beitritt, muss mindestens sechs Monate bleiben und kann nur Teil einer einzigen Familie sein. Für Kinder bis elf Jahre gibt es bei Flying Blue zudem 25 Prozent Rabatt auf Prämienflüge, was das Familienkonto zusätzlich interessant macht.
SAS EuroBonus nennt die Funktion Point Sharing. Ein Mitglied ab 18 Jahren gründet eine Gruppe und lädt bis zu sieben weitere Personen ein, Familie müssen sie nicht sein. Beim Beitritt wandern die gesammelten Punkte in das gemeinsame Konto, einlösen dürfen alle Mitglieder, sofern der Gruppenleiter das nicht einschränkt. Das Point Sharing ist kostenlos, in den ersten sechs Monaten könnt Ihr die Gruppe aber nicht verlassen.
Was bieten Emirates, Qatar Airways und Virgin Atlantic?
Bei Emirates Skywards heißt das Familienkonto My Family. Es umfasst bis zu acht Personen einschließlich des Hauptmitglieds, das mindestens 18 Jahre alt sein muss. Mitmachen dürfen nur enge Angehörige wie Partner, Kinder, Eltern und Schwiegereltern. Jedes Mitglied legt fest, welchen Anteil seiner Meilen es in den Pool gibt, einlösen kann nur das Hauptmitglied. Meilen von Finanzpartnern wie Kreditkarten fließen laut Berichten seit 2024 nicht mehr in den Familienpool.
Ähnlich funktioniert das Familienprogramm im Qatar Airways Privilege Club. Das Hauptmitglied kann bis zu neun Familienmitglieder benennen, deren Avios dann direkt auf seinem Konto landen. Wie viel Prozent davon gutgeschrieben werden, hängt vom Status des Hauptmitglieds ab. Die Verwandtschaft müsst Ihr belegen, und ausgetauscht werden dürfen Mitglieder erst nach längerer Zeit.
Virgin Atlantic hat sein Household Account im Dezember 2024 für alle Mitglieder des Flying Club geöffnet, ein Status ist seitdem nicht mehr nötig. Bis zu zehn Personen, die an derselben Adresse wohnen, können sich zusammenschließen. Punkte aus Flügen und Kreditkarten fließen ab dem Beitritt auf das Konto des Hauptmitglieds, das allein darüber verfügt. Wer beitritt, bleibt mindestens zwölf Monate im Household Account.
Gibt es ein Haushaltskonto auch bei Hotelprogrammen?
Bei den Hotelprogrammen ist ein echtes Haushaltskonto die Ausnahme. Üblich ist, dass Ihr Punkte an andere Mitglieder übertragt. Bei World of Hyatt ging das lange nur per PDF-Formular, das beide Mitglieder unterschreiben mussten, die Bearbeitung konnte laut Hyatt zwei bis vier Wochen dauern. Seit dem 15. Oktober 2026 lassen sich die Punkte direkt über Hyatt.com an jedes andere Mitglied übertragen. Verwandt sein oder zusammenwohnen müsst Ihr dafür nicht. Laut den Programmbedingungen darf jedes Konto pro Kalenderjahr höchstens 525.000 Punkte senden und empfangen, höchstens einmal pro Kalendermonat und mit mindestens 1.000 Punkten pro Übertragung. Beide Konten müssen seit mindestens 60 Tagen bestehen.
Die Übertragung bleibt kostenlos. Laut Hyatt dürft Ihr pro Kalenderjahr bis zu 525.000 Punkte versenden und ebenso viele empfangen. Ob die bisherige Regel bestehen bleibt, nach der jedes Konto nur einmal innerhalb von 30 Tagen an einer Übertragung teilnehmen darf, ist noch offen. Übertragene Punkte zählen beim Empfänger als Bonuspunkte und helfen damit nicht beim Status. Alle Details zum Start lest Ihr in unserer News zum Hyatt-Punktetransfer.
Auch Hilton Honors und Marriott Bonvoy erlauben es, Punkte mit anderen Mitgliedern zu teilen, jeweils mit eigenen Jahreslimits. Bei Hyatt lohnt sich das Bündeln besonders, weil es in Deutschland keine Kreditkarte gibt, mit der Ihr World of Hyatt Punkte sammelt.
Lohnt sich ein Haushaltskonto?
Für Paare und Familien, die ohnehin im selben Programm sammeln, lohnt sich ein gemeinsames Konto fast immer. Restbeträge, die einzeln nie für einen Prämienflug reichen würden, werden plötzlich nutzbar, und Meilen auf den Konten der Kinder verfallen seltener ungenutzt. Ein Beispiel: Haben zwei Erwachsene 40.000 und 30.000 Meilen, reicht keines der Konten allein für ein teures Ticket, gemeinsam aber womöglich schon.
Beachtet aber die Unterschiede: In Programmen, in denen nur das Hauptmitglied einlöst, gebt Ihr die Kontrolle über Eure Meilen ab. Bei Trennungen oder Streit ist ein Modell mit getrennten Konten wie bei Miles & More oder British Airways deutlich entspannter. Wie Familien darüber hinaus schneller Meilen sammeln, zeigt unser Guide Meilen sammeln für Familien.
Fazit zum Haushaltskonto für Meilen
Ein Haushaltskonto ist eine der einfachsten Möglichkeiten, schneller zum Prämienflug zu kommen. Für die meisten Leser in Deutschland ist das Miles & More Mileage Pooling die naheliegende Wahl, für Avios Sammler das Haushaltskonto von British Airways oder das neue Familienkonto von Iberia.
Wer vor allem mit Air France und KLM fliegt, bündelt seine Meilen im Familienkonto von Flying Blue oder per Point Sharing bei SAS EuroBonus. Prüft vor dem Start aber genau, wer am Ende einlösen darf und wie lange Ihr an den Pool gebunden seid, denn genau dort unterscheiden sich die Programme am stärksten.




