Auch für uns Reiseexperten gilt: Im Leben und besonders auf Reisen läuft nicht immer alles rund. Ein gutes Beispiel ist mein aktuelles Erlebnis auf dem Weg auf die Seychellen. Im wahrsten Sinne des Wortes wurden mir Bäume in den Weg gelegt. Am Ende musste dann eben Flixbus herhalten – zumindest für das erste Teilstück. Ich werde Euch meine Reise auf die Seychellen hier noch einmal in einem ausführlichen Tripreport präsentieren. Für Reiseverrückt will ich Euch aber die anfangs geplante Reiseroute bereits vorstellen:

  • München – Bochum (ICE)
  • Bochum – Hamburg (IC)
  • Hamburg – Oslo (Norwegian)
  • Oslo – Stockholm – Addis Ababa – Seychellen (Ethiopian Airlines)
  • Seychellen – Addis Ababa – Stockholm – Oslo (Ethiopian Airlines)
  • Oslo – Tallinn (Norwegian)
  • Tallinn – Warschau – Düsseldorf (LOT)

Für den einen oder anderen klingt schon das kompliziert. Ich neige allerdings generell dazu, die Sachen immer etwas komplizierter zu gestalten als sie sein müssten. Dieses Mal lief es dabei allerdings nicht ganz rund…

“Die Abfahrt verzögert sich auf ungewisse Zeit…”

In den letzten Monaten habe ich mit der Bahn wirklich gute Erfahrungen gemacht: Es lief eigentlich alles rund. Für meine Fahrt von Bochum nach Hamburg konnte man das allerdings nicht gerade sagen. Der Zug hatte anfangs 30 Minuten Verspätung, dafür schien die Sonne. Auch die Fahrt per se mit funktionierender Klimaanlage und schöner Natur hätte schlimmer sein können. Bis zur Einfahrt in Bremen hatten wir sogar Zeit gut gemacht.

Deutsche Bahn IC

Dabei sollte es dann allerdings bleiben. Schon bei der Einfahrt folgte eine Durchsage, dass es ab Bremen mindestens 60 Minuten Verspätung geben würde. Nach 45 Minuten wurde der Zug dann allerdings vorzeitig geräumt – es sollte wieder in die andere Richtung gehen. Zwischenzeitlich hatte natürlich jeder sein Smartphone gezückt: Ein Unwetter war über Hamburg hergezogen, die Strecke war von mehreren Bäumen blockiert.

Sightseeing, Starbucks und ab ins Kino

Während sich am Bahnhof Wut breit machte, habe ich mich für eine entspannte Handhabe der Situation entschieden. Mein Abflug ab Hamburg stand erst am folgenden Tag an, das reisetopia-Meeting in Hamburg konnte ich verschieben (danke an Moritz² und Jan ;)). Anstatt mich stressen zu lassen, ging es erst zu Starbucks, um ein wenig zu arbeiten.

Reiseverrückt Bremen Starbucks

Danach wollte ich meiner Freundin noch ein wenig die Stadt zeigen, da Bremen meiner Meinung nach durchaus eine Menge zu bieten hat.

Und zum Abschluss des Tages? Endlich mal wieder Zeit fürs Kino!

Reiseverrückt Bremen Kino

Warum die Ruhe? Nun ja, ich hatte vorsorglich für 20:45 Uhr einen Bus nach Hamburg gebucht. Für 5 Euro hat Flixbus trotz des Andrangs im Internet die Tickets verscherbelt. Ich habe in Zeiten des Ungewissen, als es noch Hoffnung gab, dass die Züge wieder fahren würden, zugeschlagen. Alle früheren Busse waren zu diesem Zeitpunkt allerdings leider bereits ausgebucht.

Notfalleinsatz am Bahnhof

Nach einem entspannten Tag und einem netten Film (derzeit war das Gewitter auch über Bremen gezogen) ging es zurück zum Bahnhof, um das Gepäck aufzugabeln. Weiterhin ging es zu wie im Zoo. Längst war klar, dass keine Züge mehr nach Hamburg fahren würden, die Schlangen waren jedoch dennoch endlos.

Reiseverrückt Bremen Hauptbahnhof Reiseverrückt Bremen Hauptbahnhof 2

Das Rote Kreuz hatte bereits eine Notfallversorgung am Bahnhof eingerichtet. Mit ein bisschen Mitleid, aber auch dem Wissen, dass eine gewisse Selbstinitiative eben manchmal notwendig ist, ging es an den Busbahnhof.

Stehplätze, Verspätung und völlige Überforderung

Ich muss an dieser Stelle sagen: Ich bin noch nie mit einem Fernbus gefahren, zumindest nicht seit meiner Schulzeit. Damit war es für mich auch eine Flixbus-Premiere.

Reiseverrückt Bremen Flixbus

Mit 30 Minuten Verspätung sollte unser grüner Bus dann auch irgendwann eintreffen. Nach einem chaotischen Boarding waren irgendwann alle Passagiere im Bus. Blöd nur, dass es drei Passagiere mehr waren als Sitzplätze. Aussteigen musste jedoch keiner mehr, denn ein Stehplatz für zwei Stunden – das kann man mal machen!

Reiseverrückt Bremen Flixbus Stehplätze

Dass genau das in Deutschland bei Fahrten über Autobahnen verboten ist, schien bei Flixbus keinen zu interessieren. Immerhin: Die Fahrgäste waren glücklich überhaupt mit zu dürfen. Und so ging es kuschelig und mit gutem Geruch nach Hamburg. Ein einmaliges Erlebnis!

Der komplexe Weg auf die Seychellen

In Hamburg kamen wir mit immerhin nur 30 Minuten Verspätung an, durften dann allerdings noch 20 Minuten auf die U-Bahn warten (bei einem 10-Minuten-Takt).

Reiseverrückt Bremen U Bahn

Gegen Mitternacht waren wir bei unserem Domizil für die Nacht angekommen. Sechs Stunden später saßen wir im Taxi zum Flughafen und begannen die echte Reise – übrigens ohne größere Probleme, aber dazu mehr im Reisebericht. Was habe ich aus diesem verrückten Reiseerlebnis gelernt? Eigeninitiative ist alles! So kann man aus einem stressigen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen einen lustigen Tag machen, an den man sich trotz aller Probleme gerne zurückerinnert!

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Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels in aller Welt. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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