Um nach den Sommermonaten endlich wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, verdoppelt Ryanair das Juni-Angebot auf 1,3 Millionen Sitzplätze wöchentlich.

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair erholt sich zunehmend besser von den schweren Auswirkungen der Coronakrise. Die Airline blickt optimistisch in die Zukunft und erwartet für das Jahr 2022 ein Geschäftsjahr nahezu auf dem Vorkrisen-Niveau. Bis dahin muss allerdings noch Einiges getan werden – doch Ryanair startet zuversichtlich! Zum einen sollen mindestens 100 weitere Boeing 737 MAX mit einem Lieferzeitraum zwischen 2026 und 2030 geordert werden, zum Anderen verdoppelt die Fluggesellschaft für Juni das Sitzangebot, wie aero.de kürzlich berichtete.

Ryanair prognostiziert fünf Millionen Passagiere im Juni

Im Vormonat Mai verzeichnete der irische Low-Cost-Carrier einen verdreifachten Buchungszuwachs in Höhe von 1,7 Millionen Fluggästen. Dieser Aufschwung soll auch in den kommenden Monaten nicht stagnieren, sondern vielmehr weiter steigen. Ryanair kalkuliert diesen Juni mit fünf Millionen Gästen und plant im kommenden Juli sogar zwischen acht und neun Millionen Passagiere ein. Um diese Menschenmassen abfertigen und transportieren zu können, verdoppelt die Airline nun im Juni die Anzahl an verfügbaren Sitzplätze auf rund 1,3 Millionen Sitze pro Woche.

Ryanair Boeing 737 MAX 200
Bild: Boeing

Ryanair-Chef Michael O’Leary gibt an, dass die Buchungen weiterhin stetig steigen und begründet dies mit der Reiselust der Menschen nach der langen Flaute und den Reisebeschränkungen, die sich immer mehr aufzulösen scheinen. Dennoch fällt auf, dass die Buchungen dieses Jahr später eingegangen sind als in den Vorjahren, was vermutlich der dritten Welle und den langanhaltenden Lockdowns vielerorts geschuldet ist. O’Leary betont, dass die Ticketpreise derzeit noch vergleichsweise sehr niedrig bleiben, da die normalen Vorausbuchungen für die Monate Juni, Juli und August noch nicht im System aufgenommen worden seien.

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Die schnelle Expansion zielt natürlich darauf ab, die massiven Verluste des Vorjahres in Höhe von 815 Millionen Euro wieder auszugleichen und gegebenenfalls sogar erste schwarze Zahlen schreiben zu können. Diesen Aufschwung hat die Airline sicherlich nötig, denn im Geschäftsjahr bis Ende März konnten lediglich 27,5 Millionen Fluggäste abgefertigt werden, was 80 Prozent weniger Passagieren im Vergleich zum Vorjahr 2020 entspricht. Diesen Mai konnte Ryanair dann wieder rund 1,8 Millionen Gäste auf insgesamt 12.000 Flügen transportieren – im Vergleich: im Mai 2020 konnten nur 70.000 Fluggäste verzeichnet werden. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, wie schnell sich die Airline erholt und wie realistisch es um die Prognosen des Ryanair-Vorstandes steht.

Fazit zu den Zukunftsaussichten von Ryanair

Ryanair befindet sich im Vergleich zu mancher Konkurrenz definitiv auf der Überholspur. Sowohl der ausgearbeitete Sommerflugplan mit über 900 wöchentlichen Flügen, als auch die Verdopplung der Sitzplätze sowie die Bestellung neuer Maschinen klingen äußerst zuversichtlich und verdeutlichen den Aufschwung der Fluggesellschaft trotz der Pandemie-Nachwehen. Nun bleibt abzuwarten, ob der Tourismus diesen Sommer tatsächlich das Vorkrisenniveau erreichen kann oder ob sich Ryanair in Hinblick auf die neun Millionen Touristen etwas geirrt hat.

Autor

Emily reist schon seit sie denken kann und ist fasziniert von der Luftfahrt. Den Traum, Flugbegleiterin zu werden, hat sie erst einmal hinten angestellt und studiert derzeit Internationales Tourismusmanagement an der Nordseeküste. Sie freut sich darauf, Euch auf ihrem Weg mitzunehmen!

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