Ein Flugzeug der Myanmar Airlines mit 89 Menschen an Bord musste am vergangenen Wochenende eine Landung ohne Vorderrad hinlegen. Bei der als heldenhaft bezeichneten Notlandung wurde keiner der Insassen verletzt.

Die Passagiere verhielten sich bei der Evakuierung denn auch recht vorbildlich und dass, obwohl Rauch in der Kabine aufzog. Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine Kurzstreckenmaschine vom Typ Embraer ERJ 190.

Bugfahrwerk verweigerte den Dienst

Beim Anflug auf den Flughafen Mandalay am vergangenen Sonntagmorgen im nördlichen Myanmar bemerkten die Piloten beim Ausfahren des Fahrwerks, dass das Vorderrad, beziehungsweise Bugfahrwerk nicht mit ausfuhr. Auch der Nothebel, mit dem sich den Dienst verweigerndes Fahrwerk manuell per Hand ausfahren lässt, brachte keinen Erfolg. Und so entschieden sich die Piloten, nachdem sie zweimal um den Flughafen kreisten, zu einer Notlandung ohne Vorderrad.

Hierfür ließen die Piloten zuvor möglichst viel Kerosin ab, um das Brandrisiko weitgehend zu reduzieren. Nachdem das Flugzeug die harte Notlandung vollzogen hatte, wurden die Passagiere auf Anweisung der Crew evakuiert. Dabei verhielten sich die Gäste der Situation entsprechend zwar hektisch, aber ruhig und geordnet. Und das auch noch, als sich die Kabine langsam begann mit etwas Rauch zu füllen. Zu einem Brand kam es wohl aber nicht. Über Notrutschen und mithilfe weiterer Anweisungen der Kabinenbesatzung verließen die Fluggäste das auf der Nase liegende Flugzeug über das Rollfeld.

Pilot der Myanmar Airlines als Held verehrt

Die Passagiere des aus der Myanmars größten Stadt Yangon kommenden bruchgelandeten Fluges sind sich einig, dass der Pilot mit der vollbrachten Leistung ein Held ist. Dabei gelang es dem Piloten beim Aufsetzen, dass Flugzeug solang wie möglich auf dem Hauptfahrwerk, beziehungsweise den Hinterrädern zu halten, bis ein Aufkommen der Nase absolut nicht mehr zu verhindern war.

Der Flughafen von Mandalay blieb nach der der Notlandung bis zum Nachmittag für mehrere Stunden gesperrt. Die für die Untersuchung des Unfalls zuständige nationale Luftfahrtbehörde Myanmars geht indes von einem technischen Fehler des Fahrwerks aus, da sich dieses weder automatisch nach Einsatz, noch manuell ausfahren ließ.

Fazit zur Notlandung in Myanmar

Den Piloten als Held zu verehren mag etwas abgehoben klingen, war aber in Anbetracht der Situation durchaus verständlich. Von solchen Notlandungen hat man sicher schon des öfteren gehört, aber eine Selbstverständlichkeit sind sie dabei absolut nicht und zeugen bei Erfolg mindestens von sehr gut ausgebildeten Piloten. Auch, dass sich die Passagiere scheinbar sehr vorbildlich verhielten, ist mit Blick auf die jüngste Notlandung einer Aeroflot-Maschine in Moskau mit vielen vermeidbaren Toten leider nicht unbedingt die Norm.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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