Die Lufthansa will in Zukunft vermehrt auf nachhaltiges Kerosin setzen. Dafür hat der Konzern heute eine Investition in die erste Power-to-Liquid-Anlage mitgeteilt.

Sustainable Aviation Fuels, kurz SAF, bilden die Zukunft – auch nach Ansicht der Lufthansa. Schon jetzt verwendet die Airline nachhaltiges Kerosin aus verschiedenen Quellen. Eine neue Anlage im Emsland geht aber noch einen Schritt weiter. Pünktlich zur Eröffnung am 4. Oktober hat die Lufthansa eine Investition bekannt gegeben.

Die Zukunft gehört den SAFs

Zwischen London und Glasgow fand am 14. September ein ganz besonderer Flug von British Airways statt, der in fast allen Belangen besonders nachhaltig operierte. Dabei flog ein Airbus A320neo in Speziallackierung mit nachhaltigem Treibstoff, auch bekannt als Sustainable Aviation Fuel (SAF). Mit 35 Prozent SAF-Anteil handelte es sich um das erste Flugzeug von British Airways, das direkt mit SAF betrieben wurde. Auch die Lufthansa hierzulande verfolgt gespannt die Entwicklungen der vergangenen Jahre und schließt nun eine Partnerschaft, die einen entscheidenden Schritt zur Technologie der Zukunft darstellen soll. Gemeinsam mit Kühne + Nagel investiert die Lufthansa in das erste industriell hergestellte CO2-neutrale, strombasierte Kerosin.

British Airways BA Better World

Die weltweit erste Anlage zur Produktion von Power-to-Liquid-Flugkraftstoffen befindet sich im Emsland. Die Anlage ist am 4. Oktober 2021 in Betrieb gegangen. Betrieben wird sie von der Klimaschutzorganisation “atmosfair” und produziert aus Wasser, Kohlenstoffdioxid und erneuerbarem Strom synthetischen Kraftstoff. Beide Unternehmen werden im Rahmen dieser Partnerschaft zu Pilotkunden. Die Lufthansa bekennt sich dabei zu einer jährlichen Abnahme von mindestens 25.000 Litern für mindestens fünf Jahre. Gleichzeitig unterstreicht die Lufthansa damit ihre Forderungen, die Markterschließung voranzutreiben. In jüngster Vergangenheit drängt die Lufthansa die Europäische Union gemeinsam mit Aktivisten dazu, klare Vorgaben sowie ein Ziel für die Nutzung von SAF als umweltfreundlichen Treibstoff festzulegen.

Die Airlines der Lufthansa setzen seit vielen Jahren auf Forschung und Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF). Aktuell sind wir der größte Abnehmer in Europa. Synthetische Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien sind das Kerosin der Zukunft. Sie ermöglichen CO2-neutralen Luftverkehr. Mit der Partnerschaft mit atmosfair geht die Lufthansa Group erneut voran und gibt der Produktion von PtL wichtigen Rückenwind.

Christina Foerster, Mitglied des Konzernvorstandes Deutsche Lufthansa AG

Auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeitet an einer Serienproduktion für nachhaltige Treibstoffe für die Luftfahrtindustrie. Nachhaltiger Kerosin wird branchenweit als Technologie der Zukunft angesehen. Zwar beschäftigt sich Airbus bereits mit Flugzeugen, die mit Wasserstoff angetrieben werden, eine Serienproduktion steht aktuell aber noch nicht in Aussicht. Auch weitere Alternativen wie Strom sind bei Flugzeugen und ihren Anforderungen nicht so leicht realisierbar, wie wir in unserem Interview mit Herrn Stefan Hein erfahren durften. Bisher nutzt die Lufthansa biogenes SAF – Kerosin aus landwirtschaftlichen Abfällen oder alten Speiseölen.

Fazit zur Investition der Lufthansa

Die Lufthansa bekennt sich in Zukunft noch mehr zu Sustainable Aviation Fuels. Schon in der Vergangenheit hat die Airline vermehrt auf diese Technologie gesetzt. Die neue Anlage im Emsland geht aber einen Schritt weiter. Die Lufthansa wird Pilotkunde sein und hat einen Vertrag für die kommenden fünf Jahre geschlossen.

Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

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  • Falls es kein Tippfehler ist, sind die jährlichen 25.000 Liter wohl ziemlich lächerlich. Lt. Wiki kann man damit ein Flugzeug der A320-Familie gerade einmal zu Abheben bringen. Typisches “Greenwashing”!

    • Hallo Ronald, dabei handelt es sich um keinen Tippfehler. Natürlich ist das erstmal nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bei dieser Technologie handelt es sich aber bisher nur um Laborproduktion. Die Mengen sind also sehr gering, weshalb vermutlich erstmal nur diese Menge vertraglich beschlossen wurde. Meiner Meinung nach zählt am jeder Schritt.

      • Hallo Alexander, auf tagesschau.de las ich jetzt auch einen Bericht über die Anlage im Emsland. Du hast Recht! Die tägliche Produktionsmenge liegt bei 1.000 Litern. Selbst wenn Lufthansa die Jahresproduktion abnimmt, könnten damit gerade 15 A320 in die Luft gebracht werden. Vielleicht nicht mehr lächerlich, aber doch traurig.

      • Hallo Ronald, ja leider. Aber wie gesagt: Die Technologie hat Potenzial und diese Anlage soll bezwecken, den Kraftstoff irgendwann in großen Mengen herstellen zu können. Also will man hoffen, dass es auch klappt.

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