Lufthansa errichtet mit “Squake” eine Online-Plattform zur CO2-Kompensation, die auch in anderen Unternehmen zum Einsatz kommen soll.

Die hitzige Klimadebatte zwingt Flughäfen, Airlines sowie andere Tourismusbetriebe seit geraumer Zeit dazu, klimafreundlicher zu handeln und Innovationen für den Umweltschutz in der Branche zu integrieren, um das Reisen langfristig nachhaltiger zu gestalten. Während der Einsatz von SAF stetig voranschreitet, spielt auch die Kompensation von dem durch Flugreisen emittiertem Kohlenstoffdioxid eine immer bedeutendere Rolle. Aus diesem Grund entwickelt die Lufthansa nun eine Online-Plattform für CO2-Kompensation, wie FVW kürzlich berichtete.

Kompensationsplattform als Industriestandard für die Reisebranche

Obwohl die Lufthansa Group milliardenschwere Kosten durch die Klimagesetze der EU befürchtet, setzt sich die Airline stark für den Umweltschutz ein. Neben der Forderung nach klaren Vorgaben seitens der EU bezüglich des Einsatzes von SAF, also nachhaltigen Treibstoffen, startet Lufthansa nun eine Kompensationsplattform, die Reisenden die CO2-Emissionen ihrer Reise berechnen soll. Doch Lufthansa will die neue Online-Plattform nicht nur intern verwenden, sondern auch an andere Unternehmen im Tourismus weitergeben, sodass das neue Projekt vielerorts Verwendung findet und nicht nur ein CO2-Ausgleich bei Flugreisen stattfindet.

Die neue Plattform trägt den Namen Squake und soll als Industrielösung für nachhaltige Reise- und Mobilitätsangebote dienen. Demnach wird die IT-Lösung nicht nur bei Lufthansa intern Verwendung finden, sondern soll auch andere Unternehmen der Tourismusbranche dabei unterstützen, nachhaltige Angebote für Kunden in das Produktportfolio aufzunehmen und die angestrebten CO2-Reduktionsziele zu erreichen sowie den Wandel zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen, wie man der offiziellen Pressemitteilung der Airline entnehmen kann.

Funktionsweise von Squake

Verschiedenste Unternehmen sollen künftig durch den Einsatz einer speziellen Programmierschnittstelle die CO2-Emissionen ihrer angebotenen Leistungen berechnen und ausgleichen können.

Der Reise- und Mobilitätsmarkt sucht dringend nach effizienten Lösungen zur Steigerung der Nachhaltigkeit. Unsere Antwort darauf ist unser Climate-Tech-Startup Squake, mit dem wir Unternehmen helfen, die Entwicklung nachhaltiger Produkte zu beschleunigen. Über Squake machen wir unsere Kompensationsexpertise über die Luftfahrt hinaus zugänglich. Dauerhaft kann Nachhaltigkeit nur gemeinsam erreicht werden, daher setzen wir auf Zusammenarbeit innerhalb des Marktes und zwischen den beteiligten Unternehmen. Mit Squake haben wir die Vision, das ‘green tech backbone’ für Reise und Mobilität zu werden.

Christine Wang, Managing Director Lufthansa Innovation Hub

Im Detail sieht die Funktionsweise folgendermaßen aus: Sobald Kunden beispielsweise über ein Online-Reisebüro eine Reise mit verschiedenen Verkehrsträgern buchen, darunter beispielsweise Flugzeug, Fähre, Mietwagen und Co., kann Squake die während des gesamten Reiseverlaufs anfallenden CO2-Emissionen berechnen und addieren, sodass Kunden bei der Buchung die Möglichkeit erhalten, diese dann direkt zu kompensieren. Die Schnittstelle für die Kompensationsplattform ließe sich laut Lufthansa unkompliziert in die Buchungsprozesse der betriebsinternen Online-Portale integrieren.

Lufthansa Airbus A380

Projektleiter Dan Kreibich erklärt, dass es bei Squake insbesondere auf die Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit ankomme. Nur so könne Unternehmen dabei geholfen werden, nachhaltige Angebote für gewisse Zielgruppen zu konzipieren. Denn laut Lufthansa gelten nachhaltige Produkte und Angebote als Wachstumsmotor im Tourismus.

Fazit zu Squake

Squake soll künftig als IT-Lösung für Unternehmen und deren Nachhaltigkeitsziele fungieren. Das System der Lufthansa berechnet CO2-Emissionen, die auf den Reiseverläufen verschiedenster Kunden anfallen. Diese Kunden wiederum können die verursachten Emissionen dann am Ende der Buchung kompensieren. Prinzipiell eine gute Idee, die nachhaltiges Reisen fördern soll. Fraglich ist allerdings, ob die Reisenden bereits so viel Wert auf Klimaschutz legen und ihre Emissionen am Ende der Buchung kompensieren würden oder weiterhin lieber kostengünstig buchen.

Würdet Ihr Eure verursachten CO2-Emissionen bei Buchungsabschluss kompensieren wollen?

Autor

Emily reist schon seit sie denken kann und ist fasziniert von der Luftfahrt. Den Traum, Flugbegleiterin zu werden, hat sie erst einmal hinten angestellt und studiert derzeit Internationales Tourismusmanagement an der Nordseeküste. Sie freut sich darauf, Euch auf ihrem Weg mitzunehmen!

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