Eurowings verschwindet von der Langstrecke. Stattdessen möchte die Lufthansa ab dem kommenden Jahr eine neue Billigmarke für günstige Langstrecken anbieten – orientieren will sich die Airline dabei am Schweizer Vorbild Edelweiss.

Ein Erfolg war Eurowings auf der Langstrecke nie, möglicherweise war der Rufschaden für die Lufthansa irgendwann auch einfach zu groß. Enorme Probleme bei der Durchführung von Flügen, ständige Verspätungen und Ausfälle sowie unzufriedene Passagiere haben das Bild der Eurowings-Langstrecke geprägt. Entsprechend hat die Lufthansa schon vor einigen Monaten reagiert und die Kontrolle über die Langstrecke von Eurowings in Lufthansa-Hände gelegt. Doch dabei bleibt es nicht.

Eurowings verschwindet 2020 komplett von der Langstrecke

Wie die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet, wird die Lufthansa schon im kommenden Jahr mit einer neuen Marke auf die Langstrecke gehen. “Eine Entscheidung, welcher Name es wird, ist aber noch nicht gefallen”, heißt es dazu von einem Lufthansa-Sprecher. Fest steht allerdings: Eurowings wird nicht mehr auf der Langstrecke tätig sein, die neue Konzernmarke soll einen frischen Start bekommen. Dazu kommt, dass die Lufthansa die gesamten Operationen kontrollieren wird. Mit Eurowings soll die neue Marke nichts mehr zu tun haben, wenngleich sich am Konzept vermutlich verändert. Günstige Langstrecken werden auch in Zukunft mit weniger Leistungen als bei der Kernlinie einhergehen.

Lufthansa Airbus A330

Dabei wird die Lufthansa auf dasselbe Konzept setzen, auf dass sie bereits heute beim Zweigespann aus Swiss und Edelweiss Air setzt. Die Langstrecken von Edelweiss starten in Zürich, während Eurowings bislang primär außerhalb der großen Hubs unterwegs war. Dies ändert sich schon in den nächsten Monaten, denn die Eurowings-Langstrecke wird zukünftig primär ab Frankfurt und München starten. Die neue Lufthansa-Langstreckenmarke im Günstigbereich wird diesen Weg konsequent fortführen und soll nach aktuellen Informationen nur ab den beiden Hubs starten. Das könnte auch bedeuten, dass die Langstrecken ab Düsseldorf komplett wegfallen.

Codename Edelwings nach dem Vorbild aus der Schweiz

Entwickelt wird das neue Konzept unter dem Codenamen Edelwings – einem Mix aus Edelweiss und Eurowings. Die Schweizer Swiss-Tochter ist für die neue Marke im Lufthansa-Konzern ein interessantes, aber zugleich etwas verwirrendes Vorbild. Die Schweizer setzen nämlich keineswegs auf einen echten Günstig-Ansatz, sondern vielmehr an ein stark an die Swiss angelehntes Produkt. In der Economy Class erhalten auf Kurz- und Langstrecken alle Passagiere ein Gepäckstück und eine kostenfreie Verpflegung – dies ist nicht einmal bei der Lufthansa- und Swiss-Kernmarke auf allen Strecken der Fall. Unklar ist also, wie genau sich die neue Marke an Edelweiss orientieren soll.

Vermutlich ist eher davon auszugehen, dass das neue Angebot weiterhin einen niedrigen Ansatz verfolgt als Edelweiss, allerdings ähnlich positioniert werden soll. Durch die Möglichkeit, von Zubringern nach Frankfurt und München zu profitieren, sollen die durchschnittlichen Erlöse pro Passagier genauso wie die Auslastung steigen. Schon jetzt, so die WirtschaftsWoche, seien die Umsätze pro Passagierkilometer gestiegen, seit die Langstrecken über die Hubs in Frankfurt und München abgewickelt werden. Wie genau das neue Konzept aussieht und welche Ziele es geben wird – im Raum stehen primär Destinationen in Nordamerika sowie der Karibik – bleibt aktuell noch offen.

Fazit zur neuen Marke der Lufthansa auf Langstrecken

Eurowings verabschiedet sich im kommenden Jahr endgültig von der Langstrecke – damit endet eine katastrophale Erfahrung für die Lufthansa und ihre Passagiere zugleich. Stattdessen soll ein Neustart mit einer neuen Marke und einem zumindest in Teilen neuen Konzept gelingen. Weitere Details zu dem nächsten Abenteuer der Lufthansa werden sicherlich bald folgen. Trotz der bisherigen Misserfolge scheint man in Frankfurt sicher, dass eine Billigairline auf der Langstrecke notwendig ist.

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