Der Internationale Luftverkehrsverband (IATA) gab kürzlich bekannt, dass seine Prognosen für den Luftverkehr in diesem Jahr noch viel schwächer ausfallen werden, als der Verband es anfangs noch erwartet hätte. Aufgrund eines katastrophalen Endes der Sommersaison korrigierte er seine Einschätzung zum Nachfragerückgang weiter nach unten.

Die optimistischen Aussichten vor Beginn der Sommermonate haben sich bei den Fluggesellschaften schlagartig gewendet. Gerade das Ende der Saison verzeichnete überraschend negative Buchungszahlen und hat die Airlines in ihrer Erholungsphase wieder deutlich zurückgeworfen. So erwartet IATA nun für das Gesamtjahr 2020 einen Verkehrseinbruch von minus 66 Prozent im Vergleich zu 2019 – die bisherige Prognose des Dachverbands schätzte einen Rückgang um minus 63 Prozent.

IATA korrigiert Nachfragerückgang auf minus 66 Prozent

Vor einigen Monaten sprach IATA – mit einem ganzjährigen Nachfragerückgang von schätzungsweise 63 Prozent – noch von dem “schlimmsten” was der Luftfahrtbranche je passiert ist. Doch der unerwartete heftige Einbruch im August und September, der aufgrund erweiterter Reiserestriktionen eintrat, ließ die Erwartungen noch einmal deutlich sinken. Der internationale Flugverkehr ist laut CEO, Alexandre de Juniac, fast gar nicht mehr zu erkennen.

August’s disastrous traffic performance puts a cap on the industry’s worst-ever summer season. International demand recovery is virtually non-existent and domestic markets in Australia and Japan actually regressed in the face of new outbreaks and travel restrictions. With the dismal peak summer travel period behind us, we have revised our expectations downward to -66%.

Alexandre de Juniac, IATA’s CEO
Air Europa

Diese Zahlen sind natürlich auch für die IATA selbst ein Desaster. So benötigt der Branchenverband mit seinen 300 Fluggesellschaften, die zu rund 94 Prozent auf den internationalen Flugverkehr ausgerichtet sind, dringend staatliche Unterstützung, da aktuell nun mehrere hunderttausend Arbeitsplätze stark gefährdet seien, zitierte airliners.de.

Buchungszahlen im vierten Quartal nehmen jede Hoffnung

Die Prognose lassen sich auch mit Blick auf die Fluggesellschaften selbst bestätigen, die ihren Winterflugplan größtenteils gerade wieder mit einem deutlich reduzierten Programm veröffentlichten. Lufthansa hat beispielsweise vor Kurzem bekannt gegeben, ihre Kapazitäten auf 30 Prozent im Winter zu reduzieren, ebenso von den Kürzungen betroffen sind Air France oder Eurowings. Die Inlandsmärkte sind zwar im Verhältnis zu dem internationalen Reisemarkt noch besser vertreten bei den Airlines, verzeichnen aber ebenfalls einen derart hohen Rückgang, wie man es sich vor Zeiten der Pandemie nicht hätte vorstellen können.

Zudem bringen die Buchungszahlen für das vierte Quartal nicht unbedingt Hoffnung. Da die Infektionszahlen weltweit wieder in die Höhe gestiegen sind und auch weiter steigen, geht der Verband derzeit davon aus, das Vorkrisenniveau nicht vor 2024 zu erreichen.

Fazit zum massiven Verkehrseinbruch in der Flugbranche

Erste Prognosen der IATA für einen Gesamtjahresrückblick im Flugverkehr, die bei einem Einbruch von minus 63 Prozent lagen, wurden nun weiter deutlich nach unten korrigiert und ermessen einen Rückgang von minus 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau. Somit gibt es derzeit wenig Hoffnung auf eine Erholung in der Flugbranche. Es bleibt also definitiv spannend, wie sich die Wintermonate in der Flugbranche gestalten werden und ob sich die Airlines sich weiterhin mit finanziellen Zuschüssen über Wasser halten können.

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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