Die finnische Fluggesellschaft bietet seit vielen Jahren ein sehr gutes Bordprodukt an. Mittlerweile zählt Finnair zu einer der besten Fluggesellschaften in der oneworld Allianz. Nun möchte die Airline sukzessive expandieren und plant hohe Ausgaben.

Dabei sind die geplanten Ziele der Airline durchaus überraschen: Wachsen möchte Finnair nämlich nicht etwa auf Strecken nach Nordamerika, sondern auf dem umkämpften Markt zwischen Asien und Europa.

Den geographischen Vorteil von Helsinki stärker nutzen

Finnair betreibt sein Drehkreuz in der finnischen Hauptstadt Helsinki, am Flughafen Helsinki-Vantaa. Aufgrund der geographischen Lage im Nordosten von Europa macht sich Finnair den Vorteil der kürzeren Wege nach Asien zunutze. Andere große europäische Fluggesellschaften wie Lufthansa, die von Frankfurt und München aus nach Asien operieren oder British Airways, die von London aus nach Asien fliegen, müssen eine deutlich weitere Flugstrecke zurücklegen. Zudem ist der Flughafen Helinski-Vantaa verhältnismäßig klein, sodass Passagiere hier von kurzen Umsteigezeiten profitieren.

Zudem rundet das sehr gute Business Class Produkt Flugerlebnis ab. Moritz konnte sich auf seinem Flug von Seoul Incheon nach Helinski einen Eindruck von der Business Class machen. Im Übrigen benötigte Moritz im A350 von Finnair für die Strecke weniger als zehn Stunden.

Finnair Business Class Airbus A350 Kabine 2

Nun möchte Finnair seine profitablen Asienrouten zukünftig stärker frequentieren. Dabei soll das Streckennetz von Finnair nicht zwangsläufig ausgebaut werden. Vielmehr konzentriere man sich auf das bestehende Streckennetz. Dafür bedarf es wiederum einen Ausbau der Langstreckenflotte, um die Frequenzen erhöhen zu können.

Flottenausbau und Flottenverjüngung bei Finnair

Derzeit verfügt Finnair über eine Flotte von insgesamt 83 Flugzeugen. In fünf Jahren soll die Flotte über rund 100 Flugzeuge verfügen. Der Zuwachs an Flugzeugen beträgt somit 17 Flugzeuge. Keine große Zahl für eine Fluggesellschaft, die das Langstreckennetz stärker frequentieren möchte. Aktuell verfügt Finnair über 22 Langstreckenflugzeuge, davon 14 A350-900 sowie 8 Flugzeuge vom Typ A330-300. Zukünftig soll die Flotte auf 30 Langstreckenflugzeuge anwachsen. Derzeit befinden sich 5 weitere A350-900 in Bestellung.

Finnair Airbus A350
Finnair Airbus A350-900

Die verbleibenden 61 Flugzeuge operieren auf der Kurz- und Mittelstrecke. Bis 2025 soll die Anzahl an Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge auf 70 anwachsen. Die Flotte verfügt über Flugzeuge der Airbus-A320-Familie, Embraer E190 und ATR 72, die von Norra betrieben werden. Die Flugzeuge sollen vor allem als Zubringer zu den Langstreckenflügen Verwendung finden.

Insgesamt möchte Finnair wohl rund 60 Flugzeuge bestellen. Wenn man bedenkt, dass Finnair seine Flotte lediglich um 17 Flugzeuge ausbauen möchte, fragt man sich, was mit den weiteren 43 Flugzeugen geschehen soll. Finnair möchte seine Flotte nicht nur sukzessive ausbauen, sondern drastisch verjüngen. Ältere Maschinen sollen durch neue und modernere Flugzeuge ersetzt werden. Bisher plant Finnair rund 3,5-4 Milliarden Euro in den Flottenausbau sowie Umbau zu investieren. Das klingt nach ambitionierten Zielen des oneworld-Mitglieds.

Fazit zum Ausbau der Flotte bei Finnair

Das Konzept des Flottenausbaus und gleichzeitiger Flottenverjüngung überzeugt uns auf ganzer Linie. In Finnland entwickelt sich Stück für Stück eine moderne und strukturierte Airline, die das Potenzial besitzt, sich kurz- oder mittelfristig zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für andere europäische Airlines zu entwickeln. Bereits jetzt überzeugt das gute Business Class Produkt von Finnair und die kurzen Flugstrecken nach Asien sind ein enormer Vorteil gegenüber anderen Airlines. Eine moderne und gesund wachsende Flotte zeugt von großem operativen Verständnis. Man kann gespannt sein, ob neben verstärkten Frequenzen doch auch neue Ziele dazukommen.

Autor

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  • Ich bin dieses Jahr schon mehrfach mit Finnair nach Asien geflogen. Habe mittlerweile Platinum Status, und die Platinum Lounge ist schon sehr nett. Aber nicht vergleichbar mit anderen first class Lounges.
    Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Service (in BC) als auch mit dem schnell umsteigen. Leider sind die neuen automatischen Passkontrolle viel langsamer als die alten und es bilden lange Schlangen!

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