Der Chef der Lufthansa-Tochter Eurowings unterstrich jüngst die Wichtigkeit innerdeutscher Flugverbindungen in der aktuell grassierenden Debatte.

In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ verteidigte Eurowings-Chef Jens Bischof den Erhalt innerdeutscher Flugverbindungen. Dabei verwies Bischof auf die geringen Auswirkungen jener Flüge auf die Klimabilanz und die Gefahren mit Blick auf deutsche Drehkreuze, sollten diese abgeschafft werden, wie unter anderem airliners.de berichtet.

CO2-Bilanz fällt „kaum ins Gewicht“

Jens Bischof, Chef der Lufthansa-Tochter Eurowings, verteidigte in einem Interview mit der „Rheinischen Post“ die Aufrechterhaltung innerdeutscher Flugverbindungen. Diese seien besonders wichtig für die Drehkreuze in der Bundesrepublik; andernfalls würden Passagiere schlicht ausländische Drehkreuze nutzen, was sich freilich negativ auf das hiesige Geschäft und die Fluggesellschaften auswirken würde. Weiter nahm Bischof die Bundesregierung in die Pflicht, staatliche Hilfen aufzustocken, um die Klimaziele in der Luftfahrtbranche auch erreichen und einhalten zu können.

Eurowings Airbus A320 Cropped

Derzeit wird viel darüber debattiert, ob eine vermehrte, wenn nicht gar gänzliche Abschaffung aller innerdeutschen Flüge, gerade mit Blick auf den Klimawandel, nicht sinnvoll sei. Dem entgegnete der Eurowings-Chef jedoch damit, dass die CO2-Gesamtbilanz der innerdeutschen Flüge „kaum ins Gewicht“ fallen würde und ohnehin „nur noch einen sehr geringen Teil“ des Netzes der Kranich-Tochter ausmachen würde. Weiter seien innländische Routen als Zubringerflüge wichtig, ansonsten würden Passagiere einfach „andere Drehkreuze außerhalb Deutschlands“ nutzen.

Zusätzlich zum Erhalt innerdeutscher Flugverbindungen forderte Bischof außerdem höhere staatliche Hilfen, um beispielsweise klimaneutrale und alternative Flugkraftstoffe zu produzieren. Denn, so Bischof, sei es ein „anspruchsvolles Vorhaben, bei der künstlichen Produktion von Kerosin praktisch gleich viel CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen wie beim Verbrennen wieder ausgestoßen wird“. Dazu sei es sinnvoll Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer zu verwenden, um Sustainable Aviation Fuels (SAF) zu fördern und zu finanzieren. Nur so könne es „möglichst schnell zum breiten Durchbruch“ kommen, ansonsten reiche die derzeit verfügbare Menge solcher Kraftstoffe „nicht im Ansatz aus“.

Fazit zu den Aussagen Bischofs

Tatsächlich sind die Auswirkungen innerdeutscher Flüge auf die CO2-Bilanz äußerst gering und sicherlich hat Eurowings-Chef Bischof auch nicht Unrecht mit seinen Aussagen. Dennoch ist es natürlich sinnvoll über den wirklichen Nutzen der einzelnen inländischen Strecken zu diskutieren und entsprechend zu behandeln. Auf der anderen Seite fehlt es häufig etwa an Bahn-Alternativen, die – bei entsprechendem Ausbau – viele Strecken obsolet machen könnten.

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