Nach dem Wegfall der airberlin im Jahre 2017, gab es kurzzeitig ein Machtvakuum auf den innerdeutschen Flugstrecken durch die Alleinherrschaft der Lufthansa. Nur durch kartellrechtliche Verordnungen konnte ein Monopol der Kranich-Airline verhindert werden.

Inzwischen mischt die britische Günstig-Airline EasyJet auf den innerdeutschen Strecken mit und belebt, laut einer Analyse, so das Deutschlandgeschäft im Flugverkehr. Allerdings war es dennoch die Lufthansa, die am Ende zum großen Profiteur der airberlin-Pleite avancierte.

EasyJet fängt die Leere durch airberlin auf

Nach der airberlin-Pleite 2017 herrschte Chaos im innerdeutschen Luftverkehr. Das führte dazu, dass die Preise ins exorbitante stiegen und viele schon eine Monopolstellung der Lufthansa befürchteten. Allerdings schob dem das Kartellamt einen Riegel vor und beschränkte die Übernahme der airberlin-Strecken durch die Lufthansa. Inzwischen hat sich die Günstig-Airline EasyJet auf einigen der alten  airberlin-Strecken etabliert und gilt laut Beobachtern als belebend für den innerdeutschen Flugverkehr, da nun gewissermaßen ein Wettbewerb auf zumindest einem Teil der Routen herrscht.

Berlin Tegel Airport

Tatsächlich verschob sich durch den Marktaustritt der airberlin die Nachfrage auf diversen wichtigen Strecken innerhalb Deutschlands, da diese nicht rechtzeitig aufgefangen werden konnten. Dagegen wuchs wiederum die Nachfrage auf anderen Routen und durch die allgemeine Tarif-Beeinflussung durch die günstigen Preise von EasyJet. Bereits im vergangenen Jahr haben die Briten laut eigener Aussage etwa 1,1 Millionen Passagiere befördert. Diese Zahl ist nicht mehr allzu weit weg von den 1,4 Millionen Passagieren, die zuletzt in ein Flugzeug der airberlin stiegen.

Lufthansa dennoch großer Profiteur

Trotz des Markeintritts von EasyJet, oder auch Ryanair auf der Strecke zwischen Köln-Bonn und Berlin, geht die Lufthansa letztendlich als Gewinner aus dem großen Umbruch im innerdeutschen Luftverkehr hervor. So wuchs die Zahl der Monopolstrecken, also Routen auf denen nur die Lufthansa und/oder Eurowings operieren, des deutschen Flagcarriers nochmal deutlich an und zudem konnte sie sich trotz Beschränkungen durch das Kartellamt ein Gros der alten airberlin-Streckenrechte sichern.

Frankfurt Airport Lufthansa Boeing 747 Flugzeug

Dagegen muss sich EasyJet erst auch noch finanziell beweisen, vor allem mit Blick auf einen möglichen harten Brexit, den die Airline deutlich zu spüren bekommen dürfte. Es gibt allerdings auch Strecken die einen deutlichen Nachfragerückgang erfuhren und das sind in erster Linie die neuen Monopolstrecken der Lufthansa, auf denen zuvor Air Berlin die einzige Konkurrenz bildete. Hier war ein Rückgang von rund 11 Prozent der Nachfrage zu erkennen, vor allem ausgelöst durch die airberlin-Pleite und einer fehlenden raschen Aufstockung der entfallenen Kapazitäten, während auf den aktuellen Wettbewerbsstrecken, also Routen, die von Lufthansa/Eurowings und EasyJet, beziehungsweise Ryanair gleichermaßen bedient werden, ein Wachstum von gut 10 Prozent zu beobachten war.

Fazit zur Entwicklung des innerdeutschen Flugverkehrs

Das aktuelle Wachstum auf den meisten Strecken im innerdeutschen Luftverkehr wird sich laut Experten in den kommenden Jahren deutlich abschwächen und letztendlich gewissermaßen einpendeln. Dabei ist positiv festzuhalten, dass ein Komplett-Monopol der Lufthansa verhindert werden konnte, wenngleich die Kranich-Airline die mit Abstand größten Marktanteile hält. Immerhin wurden durch EasyJet, sowie Ryanair ein Teil der “Air Berlin-Leere” gefüllt und es herrscht zumindest auf ein paar Strecken innerhalb der deutschen Grenzen ein gewisser Wettbewerb, dem sich die Lufthansa stellen muss.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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  • Gute Analyse!

    Von/nach MUC täte Konkurrenz noch gut. Hier hat LH/EW ein Monopol. Von/nach TXL/SFX sieht es dank Ryanair+Easyjet entspannter aus.

    • Tatsächlich war die Situation in München aber auch in AB-Zeiten recht ähnlich. Mit der Ausnahme von wenigen Strecken (Düsseldorf, Hamburg, Berlin) und ein paar Routen nach Süden gab es auch damals schon ein LH-Monopol. Transavia hatte es zwischendurch ja versucht, war aber leider nicht besonders erfolgreich…

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