Erst neulich haben die anhaltenden Proteste im autonomen Stadtstaat Hongkong den Flughafen der Metropole komplett lahm gelegt. Zuvor gab die chinesische Regierung indes eine prekäre Anordnung an Hongkonger Airlines aus.

In der heißt es, dass Crews, die sich an den Protesten beteiligen, nicht mehr auf Flügen von und nach China eingesetzt werden dürfen.

Ausschluss protestierender Crews von Cathay Pacific

Wie die Zeitung South China Morning Post berichtet, hat Chinas Regierung einen neuen Weg gefunden, um weiter irgendwie Kontrolle über die ausufernden Proteste in Hongkong ausüben zu können und dabei geht es auch um Cathay Pacific. Seit Samstag den 10. August gilt denn auch eine neue Anordnung der Civil Aviation Administration of China (CAAC), die die Behörde an Cathay Pacific ausgegeben hat, in der vorgegeben wird, welche Besatzungsmitglieder nicht mehr auf Flügen nach China eingesetzt werden dürfen. Demnach sind Crew-Mitglieder, die sich an den “illegalen”, “gewalttätigen” und “übermäßig radikalen” Protesten beteiligen würden, seit Samstag von Flügen in Richtung des chinesischen Festlandes auszuschließen.

Darüber hinaus muss Cathay Pacific seit Sonntag den 11. August, auf allen Flügen, die den chinesischen Luftraum nutzen, die Identifikationsdaten aller Besatzungen zuvor vorlegen. Die Anordnung ist also nicht nur auf Crew-Mitglieder beschränkt, die Flüge nach Festlandchina durchführen, sondern betrifft selbst diejenigen, die China auf ihrem Weg zu anderen weltweiten Zielen überfliegen und so ab sofort ihre personenbezogenen Daten der chinesischen Regierung vorlegen müssen. Sollte Cathay Pacific die Anforderungen nicht erfüllen, darf die Airline den chinesischen Luftraum nicht mehr nutzen, so die CAAC.

China sieht Luftsicherheit in Gefahr

Die chinesische Luftfahrtbehörde begründet ihre Entscheidung damit, dass Hongkong Cathay Pacific in jüngster Zeit zahlreichen Sicherheitsrisiken ausgesetzt habe. Unter anderem sei ein Pilot, der an “gewalttätigen Aktivitäten” teilgenommen haben soll und wegen Aufruhrs angeklagt wurde, nicht vom Dienst der Airline suspendiert wurden. Dies hätte gesellschaftliche Auswirkungen gehabt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich die Risiken im Luftverkehr von Hongkong auf das chinesische Festland ausbreiten könnten.

Cathay Pacific sagte in einer Stellungnahme dazu, dass die Airline die Situation ernst nehme und sich damit beschäftige. Außerdem habe die Sicherheit der Passagiere für die Airline immer höchste Priorität. Von daher gebe es auch keine Toleranz gegenüber “unangemessenem” und “unprofessionellem” Verhalten, welches die Flugsicherheit beeinträchtigen könnte. Deswegen beschäftige sich die Airline “sehr ernst” mit den Vorfällen. Ein großes Problem könnte dabei für die Airline jedoch sein, dass sich scheinbar einige ihrer Crews an den Protesten beteiligten, denn schließlich fielen allein deswegen schon zuvor etliche Flüge der Hongkonger Fluggesellschaft aus. Entsprechend sind die Auswirkungen der chinesischen Anordnung auch noch gar nicht abzusehen.

Fazit zu Chinas Anordnung an Cathay Pacific

China versucht auf allen Wegen irgendwie die Proteste unter Kontrolle zu bringen und scheinbar weiteren Einfluss auf den teil-autonomen Stadtstaat ausüben zu können. Allerdings sind dies genau die Punkte, warum die Menschen in Hongkong auf die Straße gehen. Entsprechend dürften solche Maßnahmen, wie der Ausschluss von protestierenden Crew-Mitgliedern, nur neues Öl ins Feuer gießen. Inwiefern es den Flugbetrieb von Cathay Pacific, sowie die Airline selbst treffen wird, bleibt abzuwarten.

Lust auf mehr reisetopia Artikel? Dann folgt uns:

Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.