Die sinkenden Fallzahlen in Europa und die zahlreichen Lockerungen führen schon einige Wochen vor Beginn der Sommerferien zu einem Reiseansturm. Doch nicht nur Urlauber sind an den Flughäfen anzutreffen.

Gute Nachrichten für den Kranich. Seit einigen Wochen haben in Deutschland die Sommerferien begonnen, zuletzt im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Infektionszahlen sind vielerorts auf einem niedrigen Niveau und auch wenn die Sorge vor Mutationen da ist, die Freude auf den lang ersehnten Sommerurlaub kann vielen nicht so schnell genommen werden, denn die Flughäfen sind voll. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Urlaubsreisende, sondern auch um viele Geschäftsreisende, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland bekannt gab.

Vorkrisen Niveau fast erreicht

Endlich wieder den Sand unter den Füßen und das warme Meer spüren. So geht es derzeit vielen Sommerurlaubern, die sich derzeit in ihrem lang ersehnten Urlaub nach dem langen Winter-Lockdown befinden. Viele planen derzeit noch oder warten auf die Sommerferien in ihrem Bundesland. Wer derzeit einen Blick auf die deutschen Flughäfen wirft, merkt schnell, nach der gescheiterten EM befindet sich Deutschland nicht mehr im Fußball-, sondern im Reisefieber. Allerdings verzeichnen die Airlines nicht nur steigende Urlaubsbuchungen, auch die Geschäftsreisen sind wieder stark angestiegen, wie die Lufthansa bekannt gab:

Wir erleben derzeit ein Comeback der Dienstreise. Gerade in Deutschland und Europa zieht die Nachfrage der Unternehmen nach Flugreisen wieder deutlich an. Seit vier Wochen registrieren wir eine verstärkte Nachfrage nach dienstlichen Flügen für September, Oktober und November. Das ist ein deutliches Signal.

Harry Hohmeister, Vorstandsmitglied bei der Lufthansa

Die steigende Nachfrage ist nach über einem Jahr der Coronakrisen, Lockdowns und leeren Fliegern ein gutes Zeichen für die Entwicklung und das Comeback auf das Vorkrisenniveau. Allerdings wird die Lufthansa dies bis zum Ende des Jahres nicht erreichen. Hohmeister rechnet bis zum Jahresende mit 30 bis 40 Prozent der geschäftlichen Buchungen aus 2019. Dennoch ist das deutlich mehr als noch 2020. Am Ende der Coronakrise geht Hohmeister sogar davon aus, dass der Kranich bei Dienstreisen bei 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus landen wird.

Lufthansa Slots

Durchaus ambitionierte Zahlen, die wir derzeit zwar noch nicht sehen, aber die steigende Nachfrage ist es deutliches Signal für die Lufthansa optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Mehr Geschäftsreisen mit der Bahn

Indes rechnet man auch auf den Schienen mit einem Comeback der Dienstreisen. So geht Berthold Huber, Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, davon aus, dass die Deutsche Bahn von diesem Comeback profitiert, da “geschäftlichen Fahrten bei immer mehr Unternehmen möglichst klimafreundlich abgewickelt werden sollen.”

Deutsche Bahn Bahn ICE 1. Klasse

Dabei sieht die Deutsche Bahn auch einen anderen Trend. So schicken, nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), Hans-Ingo Biehl, vermehrt kleine und mittelständische Unternehmen ihre Mitarbeiter wieder auf Dienstreisen. Hier ist der Wunsch nach einem persönlichen Austausch größer, als bei Großkonzernen, die beim Thema Geschäftsreise momentan noch vorsichtig sind. Hans-Ingo Biehl machte allerdings auch deutlich, dass der Aufschwung der Dienstreisen vom Infektionsgeschehen abhängig ist. Bis Ende des Jahres rechnet er bei den Dienstreisen wieder mit 50 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Fazit zum Business Travel Comeback in Deutschland

Die Reisewelle hat nicht nur deutsche Urlauber gepackt, sondern auch Geschäftsreisende. Sowohl die Lufthansa als auch ihr Konkurrent auf den Schienen, die Deutsche Bahn, verzeichnen zuletzt wieder einen Anstieg der Dienstreisen. Zwar ist es bis zum Vorkrisenniveau noch ein langer Weg und die Ausbreitung der Delta-Variante sorgt auch hier für Unmut, doch beide Parteien zeigen sich optimistisch. Das die Lufthansa nach der Krise allerdings nur mit 90 Prozent rechnet, dürfte daran liegen, dass viele Unternehmen auch weiterhin auf digitale alternativen für Meetings und Kongresse setzen werden.

Autorin

Seit sie 4 Jahre alt ist, reist Julia um die Welt und besucht gerne exotische Orte und weiße Strände. Am liebsten entspannt sie irgendwo am Strand in der Sonne oder genießt beim Windsurfen die Grenzenlosigkeit des Meeres. Nebenbei studiert sie in Berlin Tourismusmanagement. Bei reisetopia möchte sie ihre Erlebnisse gerne mit Euch teilen!

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