Während wir vor wenigen Tagen darüber berichteten, dass sich Analysten fast sicher sind, dass der europäische Flugzeugbauer Airbus in Kürze den A350-1000ULR vorstellen wird, sieht es danach aus, als könne Boeing vorerst nicht mithalten. Der nordamerikanische Flugzeugbauer hat den Start der Boeing 777X-ULR erst einmal verschoben.

Airlines stellen seit jeher hohe Anforderungen an Flugzeugbauer. Nicht selten werden die Hersteller dabei auch vor einige Herausforderungen gestellt. Nachdem der Trend der Riesenflieger langsam abebbt, bedeutet das lange nicht, dass sich der Flugzeugmarkt einpendelt. Statt großem Raum wird die Effizienz der Flugzeuge für Airlines immer wichtiger. Auch in Sachen Reichweite geben die Airline den führenden Flugzeugbauern keine leichten Aufgaben.

Qantas sucht Flugzeugbauer für Ultralangstrecken

So plant etwa die australische Airline Qantas bis 2023 Flüge zwischen der australischen Ostküste und London sowie New York nonstop anbieten zu können. Bislang verfügt keines der auf dem Markt befindlichen Flugzeuge über eine solch hohe Reichweite. Dennoch arbeiten sowohl Airbus als auch Boeing an einer Lösung, die Flüge mit einer Dauer von über 20 Stunden ermöglichen soll.

Airbus A350-1000

Bei Airbus scheint man dafür bereits eine Lösung gefunden zu haben. Zumindest gehen Analysten mittlerweile fest davon aus, dass Airbus in der nächsten Zeit den Airbus A350-1000ULR ankündigen wird. Dahinter steckt eine Weiterentwicklung des Airbus A350-900ULR, der derzeit nur von Singapore Airlines eingesetzt wird, um die Strecke zwischen Singapur und New York nonstop zu fliegen.

Boeing konzentriert sich vorerst auf Auslieferung der 777X

Doch auch Boeing kämpfte zuletzt aktiv mit, um den Anforderungen von Qantas und anderen Airlines, die sich extrem hohe Reichweiten wünschen, gerecht werden zu können. Nur sieht es aktuell danach aus, als verliefen die Planungen bei Boeing nicht ganz nach Plan. Wie der amerikanische Flugzeugbauer nun bekanntgab, wird der Start der 777X-ULR vorerst verschoben. Stattdessen wolle man sich bei Boeing um die Auslieferung der bestellten 777X kümmern.

Auch hier war es in den vergangenen Monaten bereits zu Verspätungen gekommen. Ursprünglich sollte der erste Flug der 777X längst absolviert sein. Doch Triebwerksprobleme verzögern den Auslieferungsstart weiter. Der erste Flug des neuen Modells ist nun für 2020 angesetzt. Wohl auch deshalb sah sich Boeing gezwungen, den Terminplan für eine mögliche 777X-ULR anzupassen. Schließlich sind die Probleme bei der 777X nicht die einzigen, mit denen Boeing aktuell zu kämpfen hat. Auch die 737 MAX bereitet dem Konzern weiterhin Probleme, denn noch immer ist das internationale Grounding nicht aufgehoben.

Fazit zur den Verzögerungen bei der Boeing 777X-ULR

Gerade in Sachen Reichweite versuchen sich die beiden Flugzeughersteller Airbus und Boeing seit einiger Zeit immer wieder zu überbieten. Während sich Airbus schon jetzt für das Modell verantwortlich zeichnet, das den aktuell längsten Flug der Welt zwischen Singapur und New York durchführt, sieht es aktuell danach aus, als könne Airbus auch die Gunst der australischen Airline Qantas gewinnen. Denn durch die Anpassung von Boeings Terminplan zur Einführung einer 777X-ULR verschiebt sich auch eine mögliche Auslieferung. Da Qantas jedoch bereits ab 2023 mit Flügen zwischen der Westküste Australiens und Europa bzw. der US-Ostküste starten möchte, sieht es danach aus, als würde Boeing den Zuschlag bei der australischen Airline verlieren.

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  • Eine 777x-ULR gab es nie und war auch nie geplant. Hier geht es um die 777-8, die bis auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben worden ist. Die 777-9 jedoch wird kommen, wenn auch deutlich verspätet.
    Für Quantas war eine 777-8 mit nochmals erweiterter Reichweite geplant, die aber mitnichten ULR hieß.

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