Die Berliner Flughafengesellschaft braucht für das kommende Jahr Zuschüsse der Eigentümer in Höhe von 375 Millionen Euro. Außerdem sollen aufgrund der Neueröffnung des BER und der Schließung des Flughafens Tegel bis zu 400 Stellen gekürzt werden.

Dass die Berliner Flughäfen dringend auf staatliche Zuschüsse angewiesen sind, lässt sich nicht ausschließlich auf die globale noch immer andauernde Corona-Pandemie zurückführen, welche dennoch dramatische Umsatzverluste durch ein stark rückläufiges Passagieraufkommen an den Flughäfen bewirkte. Denn auch mit dem neuen BER-Flughafen, der neun Jahre später und mit einem Verlust allein in diesem Jahr von 157 Millionen Euro nun endlich im Oktober seine Tore öffnet, wird die hohe Verschuldung der FBB-Gesellschaft begründet.

400 Mitarbeitern werden das Unternehmen verlassen müssen

Für einige ist es noch schwer zu glauben aber der BER soll nach jahrelanger Baukatastrophe tatsächlich am 31. Oktober eröffnet werden, was zu Beginn des Jahres und besonders mit Beginn der Krise als sehr unmöglich erschien. Aktuell verzeichnen die Berliner Flughäfen rund 30.000 Passagierzahlen am Tag, gerade einmal 25 bis 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Website airliners.de zitierte. Durch die erneuten Reisewarnungen und Quarantäne-Maßnahmen in andere Ländern aufgrund steigender Corona-Fallzahlen rechnet man mit wieder sinkenden Passagierzahlen für den Herbst. Dennoch steht die Eröffnung fest, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider bestätigte.

Bei der Inbetriebnahme des BER sei man auf einem guten Weg. Wir können unser Wort halten.

Aufsichtsratsvorsitzender BER, Rainer Bretschneider

Eine Neueröffnung des Hauptstadtflughafens BER, bedeutet gleichzeitig aber die Schließung des ehemaligen Airports Tegel, was zur Folge hat, das in den kommenden Jahren 400 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Geplant ist es für den neuen Hauptstadtflughafen schätzungsweise 1.700 bis 1.800 Mitarbeiter eingestellt zu lassen, die Stellenkürzungen sollen aber sozial verträglich und ohne eine betriebsbedingte Kündigung geschehen. Wie das genau in der Umsetzung dann aussehen soll, ist jedoch teilweise noch unklar. Zumindest sieht es der Plan erst mal vor, die Arbeitnehmer, die in Rente gehen oder eigenverantwortlich gekündigt haben, nicht mehr nachzubesetzen.

Finanz- und Einsatzplanung der Flughafengesellschaft für 2021

124 Mitarbeiter sind es, die in diesem Jahr das staatliche Unternehmen bereits verlassen werden, berichtete Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Ingesamt soll das dem Unternehmen Einsparungen in Höhe von 50 bis 60 Millionen Euro bringen, wobei diese Maßnahme jedoch nicht ausreichend sein wird, um den Flughafen finanziell stabil zu halten. Demnach werden von den drei Eigentümern (den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund) 250 bis 260 Millionen Euro zusätzlich benötigt in diesem Jahr. Für das kommende Jahr 2021 sollen dann im Unternehmen 200 Millionen Euro gespart werden, wobei die Eigentümer noch 375 Millionen Euro beisteuern sollen.

Flughafen Airport Flugzeug

Mit diesem Konzept blickt die Flughafengesellschaft der Neueröffnung hoffnungsvoll entgegen, wobei easyJet und Lufthansa die erste beiden Fluggesellschaften sein werden, die auf dem Boden des Hauptstadtflughafens landen dürfen.

Fazit zum Stellenabbau und zu den Millionen-Zuschüssen

Alle warten gespannt auf die Neueröffnung des Problem-Flughafens BER, welche fest für den 31. Oktober 2020 geplant ist. Im November wird daraufhin Tegel seine Türen schließen und auch jede Menge Mitarbeiter werden das Unternehmen künftig verlassen. Bis Jahresende sind es 124 Angestellt, in den kommenden Jahren spricht man von einem Personalabbau von circa 400 Mitarbeitern. Um die schweren Folgen der Krise zu kompensieren werden weitere finanzielle Zuschüsse von den Eigentümern in Höhe von 375 Millionen Euro für das nächste Jahr benötigt. Wie sich die finanzielle Lage des BER weiterentwickelt und ob er sich schon bald erholen kann, bleibt weiterhin spannend!

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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  • Das Desaster um den BER kostet nicht nur immense Steuergelder, sondern schadet auch dem Image von Deutschland weltweit als Technikstandort. Und wenn mal wieder Politiker meinen, die Steuern sollen wegen Kindergärten und Krankenhäusern erhöht werden, sollte man nicht vergessen, wieviel dann in solches Missmanagement fließen und eben nicht dahin, wo es uns suggeriert wird aber sinnvoll angelegt wäre.

  • So ein Flughafen ist nun mal keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sondern ein den entsprechenden Zwängen unterworfenes Wirtschaftsunternehmen, und irgendwie ist es logisch (oder gar Sinn der Sache), dass ein modernerer, damit höher automatisierter Flughafen weniger Personal benötigt.

    Würden alle Arbeitnehmer weiterbeschäftigt, wären die Verluste entsprechend höher.

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