Vor einigen Tagen hat Marriott mit der Entwertung von Einlösungen in Dubai für Schlagzeilen gesorgt.  Es geht dabei um das malerisch gelegene Al Maha Resort in der Wüste vor Dubai. Nun rudert Marriott bei den Einschnitten zurück und macht das Hotel für Einlösungen wieder attraktiver und gibt dabei eine sehr interessante interne Richtlinie preis.

Entwertung sorgt für große Kritik

Im Zuge des Zusammenschlusses zwischen Marriott und der Starwood Gruppe gab es einige Veränderungen in den Einlösungen von Punkten. Marriott hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass jedes Hotel mit regulären Punkteraten gebucht werden können soll, auch die bisher von SPG ausgeschlossenen “all suites” Hotels. Bei diesen Hotels hatte SPG immer wahnwitzige Preise aufgerufen, da es sich um eine “Premium-Einlösung” handeln würde und die Verwendung von Punkten wurde dadurch sehr unattraktiv. Nach großen technischen Problemen startete das neue gemeinsame Programm der beiden Hotelketten mit einem reduzierten Award Chart, statt 8 Kategorien gibt es bis März 2019 nur 7. Hierdurch hat sich ein Sweetspot für die Luxushotels wie das St. Regis Bora, das St. Regis Maldives oder auch einige Hotels der Marke Ritz-Carlton ergeben. Diese Hotels lassen sich aktuell für 60.000 Punkte je Nacht buchen, ab März 2019 können sie bis zu 100.000 Punkte je Nacht kosten.

Bildquelle: One Mile At A Time

Zwischen den Jahren gab Marriott bekannt, dass alle Einlösungen im Al Maha, a Luxury Collection Desert Resort & Spa nicht mehr die Vorteile einer normalen Buchung enthalten würden. Das mitten in der Wüste gelegene Hotel hatte zuvor mit drei Mahlzeiten am Tag sowie zwei Wüsten-Aktivitäten je Gast ein sehr attraktives Rundum-Paket angeboten, und war somit zu einem “Luxus-All-Inclusive-Hotel” geworden. Marriott hatte im Januar beschlossen, dass Einlösungen von Punkten nur noch “room only” Buchungen wären, und hat dazu eine Preisliste veröffentlicht:

  • Frühstück: 168AED (~40 Euro) pro Person
  • Mittagessen: 273AED (~65 Euro) pro Person
  • Abendessen: 515AED (~122 Euro) pro Person
  • Je Aktivität: 270AED (~64 Euro) pro Person

Allein die Zusatzkosten lägen bei zwei Personen pro Nacht somit bei rund 715 Euro, was eine Einlösung der Punkte komplett sinnlos gemacht hätte.

Marriott rudert zurück und macht Al Maha wieder interessant

Nachdem Marriott Rewards in diversen Blogs weltweit für dieses Vorgehen verurteilt wurde und es zu vielen 1-Sterne-Reviews auf TripAdvisor gekommen war, scheint die Kette sich plötzlich an eine interne Richtlinie zu erinnern: Alle Gäste müssen gleich behandelt werden, egal ob der Aufenthalt mit Geld oder mit Punkten bezahlt wurde. Wenn ein Unterschied gemacht werden würde, müssten die Punkte-Gäste, besser behandelt werden, aber in keinem Fall schlechter. Dieses Vorgehen begründet Marriott damit, dass Kunden, welche die Nacht mit Punkten bezahlen, nicht nur einen Aufenthalt bei der Kette haben, sondern bereits einige Nächte zuvor hatten, bei denen sie die Punkte gesammelt haben. Ein interessanter Einblick in diese internen Richtlinien, abseits der besseren Behandlung von Status-Kunden.

Fazit zur erneuten Änderung im Al Maha Dubai

Gerade weil es uns nicht überrascht hat, dass Marriott nach Mitteln und Wegen suchen würde, um die Einlösung von Punkten in den absoluten Luxushotels weniger attraktiv zu gestalten, freut uns die aktuelle Entscheidung sehr. Auch die Begründung mit der erhöhten Loyalität von Punkte-Kunden und dem Hinweis, dass Punkte-Kunden wenn besser und nicht schlechter behandelt werden sollten macht Punkte-Einlösungen nochmals attraktiver. Wir sind sehr gespannt darauf, was Marriott sich als nächstes einfallen lässt um die Nutzung von Punkten weniger attraktiv zu machen, der “room only”-Trick scheint aber nicht zu funktionieren.

Danke für den Tipp an View from the Wing!

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Autor

Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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