Der Besuch von Priority Pass Lounges könnte zukünftig mit einer Extragebühr einhergehen – neu werden auch in vielen Lounges in Deutschland und der Schweiz kostenpflichtige Reservierungen angeboten.
Die Überfüllung von Priority Pass Lounges hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zunehmenden Problem entwickelt. Um gegenzusteuern, hat Priority Pass in ausgewählten Lounges in Nordamerika sowie Großbritannien schon vor zwei Jahren eine optionale kostenpflichtige Reservierungsmöglichkeit eingeführt. Diese wurde nun massiv erweitert und greift auch bei vielen deutschen Lounges, wie Recherchen von reisetopia zeigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei immer mehr Priority Pass Lounges können Kunden neuerdings kostenpflichtig einen Platz reservieren
- Die Reservierung gegen Gebühr wird auch bei vielen Lounges im deutschsprachigen Raum angeboten
- Neues Angebot ist in anderen Ländern bereits etabliert und schränkt Zugang ohne Reservierung ein
Optionale Vorausbuchung von Priority Pass Lounges wird ausgeweitet
Schon seit einiger Zeit ermöglicht Priority Pass bei Lounges in Großbritannien, gegen Aufpreis einen Platz für den Besuch zu reservieren. Dort ist dies in vielen Fällen auch nahezu zwingend notwendig, um überhaupt Zugang ohne große Wartezeiten zu erhalten. So zeigen Dutzende Berichte aus den Lounges in London, aber auch anderen Städten, dass ein Zugang ohne Reservierung oftmals gar nicht oder nur mit einer Wartezeit von teils Stunden gewährt werden kann.
Diese Vorboten nutzt Priority Pass scheinbar, um sein kostenpflichtiges Reservierungsangebot massiv auszuweiten. Mittlerweile findet sich auf der Webseite des Anbieters eine umfassende Übersicht an Lounges, bei denen eine kostenpflichtige Reservierung eines Platzes möglich ist.

Mit von der Partie sind auch die drei Marhaba Lounges in der Schweiz sowie insgesamt zehn Lounges in Deutschland. Überraschend wirkt dabei, dass die Reservierung gerade an den oftmals besonders vollen Lounges an den größten deutschen Flughäfen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München aktuell noch nicht angeboten wird.
Insgesamt wird die Reservierungsoption mittlerweile in einer dreistelligen Anzahl an Priority Pass Lounges angeboten, wobei Länder in Nord- und Südamerika dominieren. In Asien, Afrika oder Australien gibt es dagegen bislang kaum Lounges, bei denen die optionale Reservierung gegen Gebühr angeboten wird.
Aufpreis von bis zu zehn Euro für die Reservierung
Eingesehen werden kann die Möglichkeit zur Reservierung mittlerweile auch direkt in der Priority Pass Suche sowie in der App. Hierbei sieht man schon in der Übersicht für einen Flughafen, welche Lounges vorausgebucht werden können. Auf der jeweiligen Detailseite der Lounges findet sich dann ein direkter Link zur kostenpflichtigen Buchung des garantierten Zugangs.

Je nach Lounge fällt für die Reservierung dabei eine unterschiedliche Gebühr an und auch die Bedingungen sind nicht in allen Fällen identisch. In jedem Fall allerdings gilt, dass der Zugang durch die kostenpflichtige Reservierung zu einem bestimmten Zeitpunkt garantiert wird – selbst wenn es eine Warteschlange gibt. Gebucht werden kann der Zugang dabei direkt online nach einem Log-in in den Priority Pass Account.

Bei unseren Recherchen hat sich dabei gezeigt, dass die Lounges eine Gebühr zwischen 5 und 10 Euro erheben, wobei diese teilweise auch in US-Dollar erhoben wird. Reservieren kann man in der Regel mindestens für sich selbst und eine Begleitperson, teilweise auch für mehrere Personen.
Voraussetzung ist eine Priority Pass Mitgliedschaft, die man etwa über die American Express Platinum Card oder die HVB Visa Infinite Kreditkarte erhält. Bei der Reservierungsgebühr handelt es sich um eine zusätzliche Gebühr, die auch dann anfällt, wenn man eine Mitgliedschaft mit unbegrenzt kostenlosen Zugängen hat.
Reservierungen in Deutschland bislang wenig relevant
Die Einführung der neuen Reservierungsmöglichkeit gegen Gebühr bei Priority Pass ist vorerst eher theoretischer Natur. Zumindest bei den teilnehmenden Lounges sind uns bei verschiedenen Besuchen in den vergangenen Monaten keine Zugangsbeschränkungen oder Wartezeiten aufgefallen, sodass eine Reservierung überhaupt nicht notwendig ist.
Dennoch ist die Entwicklung als bedenklich einzustufen, denn in den USA oder auch in Großbritannien zeigt sich, dass die Gebühr mitunter auch dazu geführt hat, dass ohne Reservierung ein Besuch vielfach nicht mehr möglich ist.
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