Nach dem Sommerhoch folgt das Wintertief. Wortwörtlich, denn an den deutschen Flughäfen herrscht mit der zweiten Coronawelle seit November gähnende Leere.
Vor Corona zählte die Weihnachtszeit, vor und über den Feiertagen, auch bei den Fluggesellschaften zur Hauptreisezeit. Anders sieht es gerade in diesem Jahr an den Flughäfen in Deutschland aus. Nur noch ein Zehntel der Passagiere im Vergleich zum Vorjahr wird aktuell von den 21 deutschen Flughäfen abgefertigt, wie aero.de berichtet. Die Flughäfen, darunter auch viele Regionalflughäfen stehen vor weiteren finanziellen Engpässen.
1,69 Millionen Passagiere verteilt auf 21 Flughäfen
Derzeit ist es still auf den deutschen Flughäfen. Gerade jetzt, in den Wochen vor Weihnachten herrscht in der Regel reger Betrieb. Viele fliegen in den Weihnachtsferien lieber in die Sonne, sind auf den Weg zu Ihrer Familie oder wollen Freunde besuchen. Mit dem harten Lockdown, in dem sich jetzt ganz Deutschland befindet, kommen auch viele geänderte Weihnachtspläne dazu und weit mehr Menschen werden in diesem Jahr auf große Familienfeiern verzichten, als je zuvor. Im November waren es lediglich 1,69 Millionen Passagieren an allen 21 Flughäfen in Deutschland, wie der Branchenverband ADV der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Das Bild an Deutschlands Flughäfen ist unverändert trostlos, das Verkehrsaufkommen hängt im Lockdown fest. Die Flughäfen arbeiten fernab jeder Wirtschaftlichkeit.
Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV)

Von Januar bis November verzeichneten die deutschen Flughäfen rund 61 Millionen Passagiere, das sind nur ein Viertel der Passagiere, die zur selben Zeit 2019 verzeichnet wurden. Nach dem Sommerhoch folgte wie bereits gesagt, dass Wintertief, denn nach einem kleinen Aufschwung der Zahlen über die Sommermonate und Ferien, brachen die Zahlen im November wieder um 90 Prozent ein. Einzig der Flughafen Dortmund stand im letzten Monat noch etwas besser da. Er verzeichnete einen Passagierrückgang von “lediglich” 78 Prozent, was natürlich im Vergleich zum Vorjahr dennoch extrem hoch ist. Dieser starke Einbruch stellt die Flughäfen vor eine weitere Herausforderung: finanziell zu überleben!
Fracht wird neuer Hoffnungsträger
Besonders hart sind jetzt, in den letzten Monaten des Jahres, die sächsischen Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden betroffen. Momentan handelt es sich bei den wenigen Reisen hauptsächlich um Geschäftsreisende und so gut wie kaum um touristische Reisen, wie der ADV mitteilte. Beide Flughäfen verzeichneten im November einen Passagierverlust von über 90 Prozent. In Zahlen ausgedrückt sind das lediglich 6.400 Passagiere am Dresdner Airport im letzten Monat und 6.500 Passagiere am Flughafen Leipzig/Halle. Aber auch die anderen regionalen Flughäfen haben in der Coronakrise hart zu kämpfen. Immer mehr Stimmen werden laut, ob sich die kleinen Flughäfen überhaupt noch rechnen, wo sie doch aber für viele Regionen eine wichtige Infrastruktur darstellen und Arbeitsplätze garantieren.

Einziger Hoffnungsschiffer, sowohl für die Airlines, als auch für die Flughäfen, ist die Fracht. Der November ist bereits der dritte Monat in Folge, in dem mehr Fracht transportiert wurde. Zwar liegt der Jahreswert mit 4,2 Millionen Tonnen Fracht immer noch 5,7 Prozent unter dem Vorjahreswert aber hier stehen nicht mal 6 Prozent knapp 90 Prozent Passagierverlusten gegenüber. Insgesamt gab es im letzten Monat viermal so viele Frachtflüge als Passagierflüge und der Trend wird sich wohl auch zu Beginn des kommenden Jahres fortsetzen.
Fazit zum drastischen Passagierrückgang an deutschen Flughäfen
An den Flughäfen herrscht gähnende Leere und das so kurz vor Weihnachten. Wo sich sonst lange Schlangen vor den Check-in-Schaltern bildeten und viele noch ein letztes Weihnachtsgeschenk im Duty Free kauften, herrscht aktuell ein regelrechter Totentanz. Die Geschäfte sind zu, die Lounges fast auch, wenn überhaupt kann man sich einfach nur hinsetzen – ohne Zeitung, Essen und Getränke natürlich. Wer nicht geschäftlich reisen muss, der bleibt zu Hause, was natürlich auch dem harten Lockdown geschuldet ist, in dem wir uns hier in Deutschland gerade befinden. Es bleibt nur zu hoffen, dass auch die kleineren regionalen Flughäfen das Wintertief überleben und im kommenden Jahr mit mehr Impfungen auch wieder mehr Reisen möglich sein werden!







