Wer in nächster Zeit in Barcelona unterwegs ist, muss auf die Rideshare-Anbieter Uber und Cabify verzichten. Nach einer Entscheidung der katalanischen Regierung, die die Wartezeit bei Rideshare-Anbietern betrifft, ziehen sich die beiden größten Anbieter vorerst aus Barcelona zurück.

Uber ist der weltweit größte Rideshare-Anbieter, über den sich innerhalb weniger Minuten eine Fahrgelegenheit buchen lässt. Ein ähnliches Konzept verfolgt das spanische Unternehmen Cabify. Nicht verwunderlich, dass diese Angebote gerade in Metropolregionen gut ankommen. Was in den USA bereits seit Jahren Gang und Gäbe ist, eroberte nun auch Europa immer mehr – das Buchen einer Fahrt über die App. Im Vergleich zu einer Taxi-Fahrt lässt sich so oft ordentlich sparen, bis zuletzt auch in Barcelona.

Taxiunternehmer gehen gegen die Apps vor

Ähnlich wie es auch in Deutschland zu Anfang und teils noch immer der Fall ist, gefällt vor allem den Taxiunternehmen die neue Art der Taxivermittlung nicht. Sie leiden unter starkem Preisdruck, den die Rideshare-Anbieter ausüben. Denn hier sind die Fahrer oft mit ihrem privaten PKW unterwegs und verdienen sich etwas dazu. Die Preise für eine Fahrt mit ihnen ist entsprechend oft wesentlich günstiger als eine Taxi-Fahrt, wodurch die Taxi-Unternehmen merkbar an Kundschaft verlieren. In Barcelona kam es deshalb zuletzt zu Demonstrationen. Die Taxiunternehmen forderten eine Eindämmung des Rideshare-Angebots.

Taxi
Den Taxiunternehmen sind Rideshare-Anbieter wie Uber oft ein Dorn im Auge

Den Forderungen ist die katalanische Regierung nun zumindest in Teilen nachgekommen. Künftig dürfen Rideshare-Anbieter erst 15 Minuten nach Buchung durch den Kunden mit der Beförderung beginnen. Eine solche Regel existiert in keiner anderen europäischen Stadt. Für die Rideshare-Anbieter ist dies völlig unvereinbar mit ihrem Konzept. So zeigten sich sowohl Uber als auch Cabify, das nach eigenen Angaben über eine Million Kunden in Barcelona hat, enttäuscht von der Entscheidung der Regierung. Die Entscheidung der Regierung entspräche nicht den Interessen der Einwohner und Touristen und gefährde in der Metropolregion Barcelona bis zu 3.000 Arbeitsplätze.

Keine Änderungen im Rest von Spanien

Die Entscheidung der katalanischen Regierung entfaltet nur auf die Region Wirkung und nicht auf ganz Spanien. So werden sowohl Uber als auch Cabify weiter in anderen spanischen Städten aktiv sein. Mit Barcelona verliert man allerdings einen wichtigen, stark frequentierten und zahlungskräftigen Standort. Ob der Rückzug der beiden Rideshare-Anbieter auf Dauer ist oder ob man versucht, eine Einigung mit den Taxiunternehmen oder eine Lücke in der Regelung der Regierung zu finden, ist aktuell noch nicht klar. Fest steht, dass das Nahverkehrsangebot in Barcelona damit einen attraktiven und günstigen Zweig verliert. Taxis sind in der Stadt dagegen leider vergleichsweise teuer und vermutlich für viele von Euch auch schlichtweg weniger praktisch als die Dienste von Uber und Cabify.

Fazit zum Abschied von Uber und Cabify aus Barcelona

Für Uber ist die Entscheidung der katalanischen Regierung nicht der erste Rückschlag in Europa. Auch in Deutschland kam es etwa zu Konflikten mit den hiesigen Taxiunternehmen und Gewerkschaften. Trotzdem baut Uber seine Präsenz hierzulande wieder aus. Gut möglich also, dass man auch für Barcelona bald eine Lösung finden wird. Wie genau die aussehen wird, dazu können wir aktuell noch nichts sagen. Sobald sich in der Sache etwas entwickelt, erfahrt Ihr das natürlich bei uns. Bis dahin müsst Ihr bei Reisen nach Barcelona leider auf die Dienste verzichten.

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