Weil Touristenmassen für das perfekte Foto auf den Blumen herumtrampeln und sie so zerstören, ziehen niederländische Bauern die Notbremse und sperren ab sofort ihre Felder für Urlauber. Der durch die Touristen verursachte Schaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.

Selfies in der Zeit von Instagram & Co

Scrollt man durch Instagram, sieht man beeindruckende Fotos von Millionen von Nutzern, die andere Millionen von Nutzern ebenfalls  dazu motivieren, diese nachzuahmen. Denn jeder möchte das schönste Bild posten. Viele verdienen sogar Geld mit den Bildern, die sie auf die Plattform hochladen. Auch die Zentrale für Tourismus in den Niederlanden sieht soziale Medien als Problemverursacher: „Vor zehn Jahren waren viele der Besucher 50 Jahre und älter“, blickt eine Sprecherin zurück. Aber: „Seit Instagram sind es sehr viele Millennials“, die eben auf der Jagd nach “instagrammablen” Selfies sind – und genau das wird in den Niederlanden zu einem Problem.

Banner als Gegenmaßnahmen

Rund 10.000 Euro Ernte-Miese für ein Foto: „Das ist der Punkt, an dem sich etwas ändern muss“, sagte der Tulpen-Bauer Simon Pennings zu CNN Travel. Er sperrt nun, wie viele andere, seine mehr als 40 Felder nahe Amsterdam für Touristen. „Genießen Sie die Blumen, respektieren Sie unseren Stolz“, steht in drei Sprachen auf den neu aufgestellten Bannern.

Das Fremdenverkehrsamt und die Bauern in Holland greifen ebenfalls auf Instagram und anderen Social Media Plattformen zu Gegenmaßnahmen. Botschafter dieser Kampagne posten Bilder, um Touristen darauf aufmerksam zu machen, wie man sich auf den Feldern verhält und wie sensibel Tulpen sind. Möglicherweise hilft dies auch dabei, schöne Fotos auch noch in Zukunft möglich zu machen.

Wir alle wissen, wie wunderschön die riesigen bunten Blumenfelder sind. Ich schaue mir ebenfalls die bekanntesten Orte meines Reiseziels auf Instagram an, bewundere die Fotos mancher Travelblogger und nutze diese sogar auch als kleine Inspiration. Es ist Nichts falsch daran, eine schöne Erinnerung haben zu wollen oder eben auch einfach ein schönes Bild mit atemberaubender Kulisse. Es ist jedoch immer dazu geraten, die lokalen Regeln zu beachten und die Natur zu respektieren. In diesem Fall gilt es auch vor allem die Bauern zu respektieren, deren Einkommen von den Tulpen abhängt.

Autor

Nach dem Abitur ging es für Miriam nach Australien. Das war der Startschuss für die Leidenschaft zum Reisen. In den darauffolgenden Jahren kamen einige Ziele auf der ganzen Welt hinzu. Bei reisetopia ist Miriam für unsere Reise-News zuständig.

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  • Genau so habe ich es vor 3 Wochen in Holland erlebt, Menschen, die mit dem Auto bis aufs Feld fahren und dann aussteigen, 100m ins Feld reinlaufen und dort Fotos machen. Ich mache nur Fotos von der Straße aus (die meist 5m neben dem Feld ist). Diese sind genauso gut.

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