Die Regierungen verschiedener Länder weigern sich, die eigene Landeswährung in US-Dollar oder eine andere harte Währung umzutauschen. Nach Recherchen des Airlines-Dachverbands IATA beläuft sich das zurückgehaltene Geld auf fast sechs Milliarden Euro.

Oft ärgern sich Kunden über Fluggesellschaften, die bei einer Stornierung das Geld nicht zeitnah an den Kunden zurückerstatten. Aber auch Airlines haben vermehrt Probleme, das durch verkaufte Flugtickets eingenommene Geld in eine harte Währung zurückzutauschen. Mittlerweile sind solche Probleme in insgesamt 27 verschiedenen Ländern bekannt, wobei das südamerikanische Land Venezuela das größte Sorgenkind darstellt, wie reisevor9 berichtet.

Umtausch der Erlöse in harte Währung oftmals problematisch

Internationale Fluggesellschaften verkaufen ihre Flugtickets überall auf der Welt. Dementsprechend verbuchen sie auch Einnahmen in den verschiedensten Währungen der jeweiligen Länder, die sie anfliegen. Bei Flügen innerhalb der Euro-Währungszone mag das ganze noch unkompliziert vonstattengehen, berührt eine Flugreise aber auch Länder mit anderen Währungen, erfolgt die Berechnung in einem hochkomplexen Prozess. Grundsätzlich erhält aber jede Fluggesellschaft das Geld in der im ursprünglichen Abflugland gültigen Währung. In dieser Währung wird der gesamte Flugpreis berechnet, sodass Passagiere auf einem zusammenhängend gebuchten Return-Flug nicht zwei verschiedene Zahlungen in jeweils unterschiedlichen Währungen leisten müssen.

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Bei Abflug in Deutschland zahlt man immer in Euro

Ein Passagier, der ein Ticket von Frankfurt nach Hongkong und zurück bucht, zahlt den kompletten Preis in Euro. Ist Hongkong aber der Ausgangspunkt der Reise nach Frankfurt, wird das gesamte Ticket in Hongkong Dollar bepreist. Und genau hier beginnt die Problematik, wenn die Airline die erhaltene Fremdwährung nicht angemessen repatriieren kann. Aus diesem Grund stellte Emirates beispielsweise die Flüge nach Nigeria ein. Die nigerianische Zentralbank verfügte in diesem Fall über nicht ausreichend US-Dollar Reserven, um das lokale Geld der Airline zu wechseln.

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Der US-Dollar ist eine sehr beliebte Währung bei der Airlines

Nach Informationen der IATA, ist der an die Fluggesellschaften nicht zurückgeführte Betrag in den letzten sechs Monaten um rund 394 Millionen Euro gestiegen. Folglich sitzen viele Airlines auf einem Haufen Geld an Fremdwährungen, können diesen aber entweder gar nicht oder nur zu einem extrem schlechten Kurs wieder eintauschen. Über 27 Länder weltweit limitieren den Geldumtausch oder verneinen die Herausgabe von US-Dollar komplett. Neben Venezuela, mit einem nicht zurückgeführten Betrag von 3,8 Milliarden Euro, fallen auch Nigeria (550 Millionen), Pakistan (225 Millionen), Bangladesch (208 Millionen), Libanon (144 Millionen) und Algerien (140 Millionen) negativ auf.

Wie reagieren die Airlines in solchen Fällen?

In einigen wenigen Ländern weltweit, die eine sehr weiche und demnach instabile Währung haben, dürfen Airlines die Tickets in US-Dollar verkaufen. Dies ist beispielsweise bei Abflügen im Iran der Fall.

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Lufthansa verkauft Flüge ab Iran in US-Dollar

Am Beispiel Venezuela erkennt man aber auch, dass nach und nach so gut wie alle internationalen Fluggesellschaften die Flüge in das Land eingestellt haben. Durch die Umtauschblockade sorgen die Regierungen indirekt dafür, dass es immer weniger Flugverbindungen in das jeweilige Land geben wird. Da Venezuela nun sich vermehrt für Touristen öffnen will, hoffen die betroffenen Fluggesellschaften ihre Bolivar Vorräte endlich gegen eine starke Währung eintauschen zu können.

Fazit zu der Umtausch-Problematik der Airlines

Die Fluggesellschaften möchten verständlicherweise ihr Geld in einer sicheren Währung erhalten. Einige Länder weigern sich jedoch, das Geld umzutauschen, weswegen im Folgenden die Flugverbindungen hierhin eingestellt werden. Zuletzt kam es in insgesamt 27 Ländern zu Problemen bei der Rückführung des Geldes, was ein alarmierendes Zeichen ist. Letztendlich schaden sich die Regierungen der Länder durch ein solches Verhalten nur selber und ich hoffe, dass in den betroffenen Ländern bald ein Umdenken stattfindet.

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