Auch wenn die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus bisher noch weitestgehend ungeklärt sind, verschärfen sich die Einreisebedingungen für die Deutschen bereits mit einem Einreiseverbot nach Dänemark vor wenigen Tagen. Die Niederlande gestatten ihren Nachbarn vorerst noch die Einreise, schicken aber anhand eines eigenen Index die Besucher aus deutschen Risikogebieten in eine zehntägige Quarantäne.

Nachdem die Infektionszahlen in Deutschland wieder rasant in die Höhe schießen und mittlerweile mehr als siebenmal so hoch sind wie zu Beginn der Pandemie, weiten sich die Reiserestriktionen für die Deutschen immer weiter aus. So verlangen auch die Niederlande eine Quarantänepflicht von mindestens zehn Tagen für Reisende aus deutschen Risikogebieten, wie fvw.de jüngst berichtete. Man erhofft sich somit in den Niederlanden, die bereits selbst schwer von dem Virus betroffen sind und als Risikogebiet eingestuft wurden, die Situation der Krise nicht grundlos zu verschlimmern.

Zehn Tage Quarantäne für deutsche Besucher aus Risikoregionen

Dass auch die Niederlande nun zu härteren Maßnahmen greifen ist nicht besonders verwunderlich, schließlich steigen die Neuinfektionen im Land dermaßen hoch an wie in kaum einem anderen Land in Europa. In den vergangenen sieben Tagen wurden rund 67.550 neue Fälle verzeichnet, so kommt es auch wieder verstärkt zur Beanspruchung der Intensivbetten in den Krankenhäusern, da die Tendenz der Erkrankungen bei den älteren Generationen wieder verstärkt ins Licht rückt. Aus diesem Grund sind bereits erneut schwer erkrankte Patienten nach NRW verlegt worden. Die Niederlande haben daher den Entschluss gezogen, Besucher aus selbst eingestuften deutschen Risikogebieten nur unter Einhaltung einer zehntägigen Quarantänepflicht ins Land zu lassen.

Amsterdam Houses

Reisende aus Ländern, deren Gesundheitsrisiko gleich oder niedriger als das der Niederlande eingestuft ist, können derzeit noch weiter problemlos einreisen. Deutschland sei mit der Farbe Gelb nach dem niederländischen Index zwar gleich eingestuft, wie das Land selbst, dennoch legen die Niederlande eigenverantwortlich folgende deutsche Städte als Risikoregionen fest und verschärfen als Vorsichtsmaßnahme die Einreisebedingungen. Für die Einreise ins Nachbarland müssen neben den Berlinern, auch Besucher aus Frankfurt am Main, Bremen, München, Düsseldorf, Köln, Aachen, Stuttgart, Essen und Mannheim sich zehn Tage lang in Quarantäne begeben.

Rotterdam, Niederlande

Für alle anderen Touristen aus anderen Ländern gelten derzeit noch keine weiteren Einreiserestriktionen, allerdings sollte man sein ausgefülltes Gesundheitsformular aus dem Flugzeug immer bei sich führen. Auch Grenzkontrollen zwischen den beiden Ländern sind derzeit noch nicht eingeführt worden. Wir befinden uns somit gefühlt gerade wieder erneut am Anfang des Ausbruchs dieses Virus, man darf gespannt bleiben was in den kommenden Tagen, vielleicht sogar Stunden, für weitere Maßnahmen getroffen werden und welche harten Konsequenzen, die Reisebranche wieder vor eine schwere Herausforderung stellen!

Fazit zu den Quarantänebestimmungen in den Niederlanden

Die Virusverbreitung in den letzten Tagen hat europaweit ein Ausmaß angenommen, wie wir es uns vor wenigen Wochen noch kaum hätten vorstellen können. Allein in Deutschland haben wir fast die 15.000-Marke an Neuinfektionen täglich erreicht, Frankreich und die Niederlande sind aktuell noch viel schlimmer betroffen. So haben die Niederlande als Prävention beschlossen, alle Besucher aus von ihnen festgelegten Risikoregionen, wie Berlin, Frankfurt am Main, Bremen, München, Düsseldorf, Köln und weiteren Städten in eine zehntägige Quarantäne zu schicken. Wie hilfreich der Schritt zur Viruseindämmung wirklich sein wird, bleibt fraglich, sicher ist aber, dass sich diese Maßnahmen in den nächsten Tagen noch einmal deutlich verschärfen werden, auch in anderen Ländern!

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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  • Die Niederlande kennen keine gesetzliche Grundlage, um die Quarantäne für Ein- oder Rückreisende zu kontrollieren und durchzusetzen. Bei Verstössen passiert einem in dieser Hinsicht also nichts. Etwa 75% der an sich Quarantänepflichtigen ignorieren diese “Pflicht” bzw. “dringende Empfehlung” denn auch, wie kürzlich eine Untersuchung ergeben hat.

    Das Gesundheitsformular ist eine Lachnummer, meist wird es nicht mal verlangt bei Ankunft. Beruht eh auf Selbstdeklaration, und wichtige Infos wie etwa Aufenthaltsort in NL werden gar nicht abgefragt. Kann als reiner Aktionismus abgetan werden.

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