Die Lufthansa bietet ab sofort wieder deutlich mehr Flüge an. Der Bordservice allerdings wird sich ein wenig verändern – besonders auf Kurzstrecken und in der Economy Class gibt es große Einschnitte.

Es sind positive Nachrichten, dass die Luftfahrt langsam wieder in Fahrt kommt. Die Lufthansa bietet dabei schon seit Anfang des Monats wieder zahlreiche Flüge an, in den nächsten Tagen wird das Angebot zudem noch deutlich erweitert. Dass dabei nicht alles so sein wird wie zuvor, dürfte niemanden überraschen. Besonders beim Bordservice kommt es zu relevanten Änderungen, die aber zum Glück nicht ganz so gravierend ausfallen, wie bei anderen Fluggesellschaften. Dies geht aus der Informationsseite der Airline zum “vereinfachten Bordservice” hervor. Geben soll es das reduzierte Catering vorerst bis 31. August 2020.

Kein Essen mehr auf Lufthansa Kurzstreckenflügen in der Economy Class

Als besonders gravierend darf man sich sicherlich die Änderungen auf der Kurzstrecke in der Economy Class beschreiben. So wird die Lufthansa auf Flügen bis zu einer Länge von 50 Minuten, darunter befinden sich primär innerdeutsche Verbindungen, gar keinen Service mehr anbieten. Wer zum Beispiel von Frankfurt nach Hannover oder von München nach Stuttgart fliegt, erhält demnach nicht einmal mehr eine Flasche Wasser. Bislang gab es auf diesen Flügen einen kleinen Snack (z.B. einen Müsliriegel) und eine klassische Getränkerunde mit großer Auswahl.

Lufthansa Economy Class Kurzstrecke Snack
Der Snack in der Economy Class auf der Lufthansa Kurzstrecke fällt weg

Auch auf den längeren Strecken bis 150 Minuten, hierunter fallen die meisten innereuropäischen Strecken, beispielsweise von München nach Warschau oder von Frankfurt nach London, wird das Angebot in den nächsten Wochen enorm begrenzt sein. Hier wird in der Economy Class ausschließlich eine Flasche Wasser angeboten. Es gibt weder einen Snack noch eine Auswahl an Getränken. Bislang durfte man sich auf diesen Strecken meist über ein Sandwich sowie eine Auswahl vom Getränkewagen freuen – teilweise gab es sogar zwei Getränkerunden. Ersetzt wird dieses Angebot durch eine Flasche Rossbacher.

Lufthansa Economy Class Mittelstrecke Mahlzeit
Eine warme Mahlzeit gibt es in der Economy Class zukünftig nicht mehr

Erst ab 150 Minuten Flugzeit erwartet Passagiere bei der Lufthansa ein Erlebnis, das sich überraschend wenig von dem zuvor unterscheidet. Zwar gibt es hier keine warme Mahlzeit mehr, allerdings wird immerhin ein Snack nebst einer vollen Getränkerunde geboten. Betroffen sein dürften hiervon einige Urlaubsstrecken, etwa nach Griechenland sowie nach Spanien. Ab 180 Minuten Flugzeit, zum Beispiel auf der Strecke von Frankfurt nach Larnaca auf Zypern, erwartet Passagiere in der Economy Class dann sogar ein Sandwich neben dem Snack. Das ist zwar ebenfalls weit weg vom bisherigen Angebot einer warmen Mahlzeit, aber immerhin besser als ein komplett wegfallender Bordservice.

Geringe Einschränkungen für die Business & First Class sowie auf der Langstrecke

Fast schon ein wenig kurios mutet an, dass die Veränderungen besonders in der Economy Class enorm ausfallen. Hier ist der Kontakt zum Passagier seit jeher eher begrenzt. In der Business Class auf der Kurz- und Mittelstrecke soll es beispielsweise nahezu keine Veränderungen geben. Die Lufthansa bietet hier auch weiterhin den “gewohnten Speise- und Getränkeservice”. Selbst die Vorabbestellung von Mahlzeiten ist weiterhin möglich. Das bedeutet auch: Während auf einem zwei Stunden Flug ein Passagier der Economy Class nur eine Flasche Wasser erhält, gibt es in der Business Class weiterhin eine Mahlzeit mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert sowie voller Getränkeauswahl. Wie sich das mit Blick auf die Reduzierung des Kontaktes zum Passagier begründen lassen will, scheint fraglich.

Coronavirus Fliegen Lufthansa Business Class Kurzstrecke
In der Business Class gibt es selbst auf der Kurzstrecke weiterhin ein volles Catering

Auch auf der Langstrecke hält sich die Lufthansa beim Bordservice an Altbekanntes. In der Business Class ändert sich hier wenig, weiterhin gibt es bei der ersten Mahlzeit mehrere Gänge mit drei Hauptgerichten zur Auswahl, bei der zweiten Mahlzeit gibt es zwei Hauptgericht zur Wahl. Auch hier gibt es weiterhin Sondermahlzeiten auf Vorbestellung. Einzig Zwischensnacks werden einzeln verpackt serviert. In der First Class wird ebenfalls weiterhin der “gewohnte Service” abzüglich der offenen Präsentation von Speisen geboten. Auch das regionale Menükonzept fällt für den Moment weg. Keine Veränderungen gibt es auch mit Blick auf Kopfhörer und Matratzen, einzig die Magazine werden nicht ausgegeben.

Lufthansa First Class Caviar 2
Nur die offene Präsentation von Mahlzeiten fällt in der First Class weg

Auf der Langstrecke ändert sich auch in der Economy Class und Premium Economy Class recht wenig. Einwegkopfhörer gibt es weiterhin, darüber hinaus wird weiterhin eine Mahlzeit serviert, ob warm oder kalt wird dabei nicht genauer spezifiziert. Ob auch weiterhin eine zweite Mahlzeit bzw. ein weiterer Snack serviert wird, geht aus der Beschreibung nicht hervor. Es ist allerdings davon auszugehen, da die Rede von einem “gewohnten” Catering in allen Reiseklassen ist. Auch in der Premium Economy Class gibt es entsprechend weiterhin ein kleines Menü mit einer Auswahl aus zwei Hauptgerichten.

Fazit zu dem vereinfachten Bordservice der Lufthansa

Der sogenannte vereinfachte Bordservice der Lufthansa erscheint im Vergleich zu Airlines wie Turkish Airlines noch sehr großzügig. Kurios mutet allerdings an, dass man den Service eigentlich nur in der Economy Class und hier besonders auf Kurz- und Mittelstrecken reduziert. Überall anders – also genau dort, wo die Interaktion mit dem Passagier besonders hoch ist – bleibt fast alles gleich.

Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels in aller Welt. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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  • Warum Nürnberg München fliegen etc.. Viele innerdeutsche Flüge machen keinen Sinn, zu kurz die Distanz, zu viel Co2 und Umwelbelastung .Wir würden gescheiter mit dem Zug fahren. da lässt sich auch einfacher einen gescheiten Snack am Bahnhof finden.

  • Auch vor Corona gab es in der letzten Zeit auf der Mittelstrecke der Business Class bei LH oft nur ein Sandwich oder ein kaltes Mini-Menü, für das sich die Purserett entschuldigte. LH hätte Probleme mit einem neuen Caterer.
    Trotzdem bleibe ich bei LH!!!

    • Noch hat LH keinen neuen Caterer, der Grund war extreme Personalproblem bei LSG wegen des damals geplanten Verkaufs. Noch ist der Verkauf nicht abgeschlossen, da die EU Auflagen noc nict erfüllt sind.

  • Da blasen die Steuerzahler*innen denen 9 Milliarden ins Portemonnaie, und dafür gibt es nun in der Holzklasse kein Wasser mehr. Bravo! Hinzu kommt, dass nun die Caterer bankrottgefährdet sind. Das ist aber anscheinend nicht schlimm.

    • Liebe Frau Burkhardt, die 9 Millarden sind ein Kredit der mit hohen Auflagen zurückgezahlt werden muss! Trinkwasser gibt es übrigens an jedem europ. Flughafen aus der Wasserleitung. Man muss sich nur eine leere Trinkflasche mitbringen und diese abfüllen. Schützt auch die Umwelt 🙂

  • Tja wenn mir mal jemand erklären könnte wie die 10 Cent für Wasser und die 5 Cent für den Beutel Nüsse die LH retten könnte dann würde ich ja zustimmen. So sehe ich das nur als eine Missachtund des Passagieres. Die Damen und Herren Flugbegleiter sind sowieso anwesend aus Sicherheitsgründen. Wie die Kommentare unten zeigen …. gibt es wohl in Zukunft einen Grund mehr LH zu wählen … andere sind günstiger und einige davon sehen Passagier noch als Gast und nicht als notwendige Übel um Gewinne zu machen ….

  • Na dann gibt es ja kein Grund mehr mit LH zu fliegen, sondern mir der Konkurrenz, da gibt es sucht nichts und ist 20 % billiger.wird ein Eigentor für Lh

  • Diese Einschränkungen haben ja auch nichts mit Hygiene zu tun. Das sind ganz einfach Kosteneinsparungen, die dem Kunden wie gewohnt unter falschen Vorspiegelungen verkauft werden. Denn was ist z.B. an der Ausgabe einer Wasserflasche hygienischer als an einer Cola- oder Bierflasche? Richtig, nix. Spart aber Geld. Und was ist bitte auf der Eco Langstrecke an einem vegetarischen Gericht hygienischer als an Chicken? Richtig, auch nix, spart aber ebenfalls Geld. Auf kurzen Flügen könnte man ja Snack und Getränk auch schon bereits am Gate ausgeben und so den Kontakt zur Crew minimieren. Will man aber nicht, spart schließlich kein Geld.

    Wo ist da jetzt auf Kurz- und Mittelstrecken das Unterscheidungsmerkmal zu FR oder EZY? Außer dem höheren Preis sehe ich da nicht viel.

    • Nachtrag:

      Und dass das Catering in der EuroBusinessClass nicht eingestellt wird ist keine Nettigkeit seitens LH, es ist einfach nicht möglich. Denn ohne Catering gäbe es keinen signifikanten Unterschied im Bordprodukt zur Eco mehr, schließlich dürfen beide Klassen den gleichen Campingstuhl genießen. Eine Einstellung des Caterings hier käme defacto einer Abschaffung der BusinessClass gleich. Das unterscheidet LH von TK.

      • Die Begrifflichkeit Campingstuhl finde ich klasse. 😁👍🏻 Die Business auf Kurz bzw. Mittelstrecke von LH war für mich noch nie eine wirkliche Business sondern eher eine Premium ECO. Leider schafft sich die LH mit genau sowas selbst ab. Schade eigentlich

      • Nicht ganz, das Freigepäck bleibt noch. Und oftmals ist es günstiger LH Business zu buchen als für den zweiten Koffer zu zahlen

  • Auf Flügen unter 50 Minuten: KEIN SERVICE!
    wirklich neu ist dies allerdings nicht, denn bei Flügen unter 50 Minuten wie von Nürnberg nach München oder Stuttgart nach Frankfurt. Hier wurde auch vor Corona in der Economy Class kein Service während des Fluges gemacht und vor dem Start meist nur ein Müsliriegel oder Kekse verteilt, was nun wegfällt.

    • Wie soll das den bitte Personal sparen? Ich hoffe Sie wissen, dass Flugbegleiter in erster Linie für die Sicherheit und nicht für Ihren Service an Bord mitfliegen. Und einmal am Tag 10 Trollys ins Flugzeug zu schieben stellt auch keinen sonderlichen Personalaufwand dar.
      Allerdings muss ich tatsächlich zugeben, dass diese Möglichkeit Corona als Ausrede zum Sparen vielen Fluggelschaften ganz gelegen kommt.

      • Das spart sogar sehr viel ! Wenn für die ECO nur noch Wasser oder nichts beladen werden muss reicht ein Cateringfahrzeug. Ergo wird bei jedem Kurzstreckenflug 1 Mann und ein Fz. eingespart! Und bei einigen hundert, wenn nicht sogar 1000 Flügen ist das Einsparpotenzial enorm !

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