Der Lufthansa-Konzern hat eine Partnerschaft mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) und deren Spin-offs “Climeworks” und “Synhelion” initiiert, um kosteneffiziente klimaneutrale Treibstoffe zu entwickeln, die mit der aktuellen globalen Treibstoffinfrastruktur vollständig kompatibel sind, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die Partnerschaft, an der die Lufthansa-Konzerntöchter Swiss International Air Lines und Edelweiss Air beteiligt sind, umfasst gemeinsame Anstrengungen in Technologie und Wirtschaftlichkeit zur Schaffung nachhaltiger Flugtreibstoffe.

Auf Kohlenwasserstoff basierende Treibstoffe

Im vergangenen Juni wurde bekannt gegeben, dass Wissenschaftler und Ingenieure der ETH Zürich eine neuartige Technologie entwickelt haben, die in der Lage ist, flüssige auf Kohlenwasserstoff basierende Treibstoffe, ausschließlich aus Sonnenlicht und Luft herzustellen, die auch für die Produktion von Kerosin verwendet werden können. Diese innovative Technologie umfasst drei thermochemische Prozesse, die die Gewinnung von Kohlendioxid und Wasser aus der Luft, die solar-thermochemische Spaltung von Kohlendioxid und Wasser sowie die Verflüssigung zu Kohlenwasserstoffen, ermöglichen. Die mit dieser Technologie hergestellten Treibstoffe setzen nur so viel Kohlendioxid frei, wie zuvor für die Produktion aus der Luft extrahiert wurde.

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“Im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern wird der Luftverkehr in absehbarer Zeit auf nachhaltige flüssige Kraftstoffe angewiesen sein. Ihre Markteinführung erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Treibstoffherstellern und Fluggesellschaften”, sagt Dr. Aldo Steinfeld, Professor für Erneuerbare Energieträger an der ETH Zürich. “Mit der geplanten Zusammenarbeit unterstreichen wir einmal mehr die Bedeutung nachhaltiger Flugtreibstoffe für das Ziel, eine Luftfahrt mit einer ausgeglichenen CO2-Bilanz zu erreichen. Der Lufthansa-Konzern arbeitet seit Jahren intensiv daran, das Fliegen immer nachhaltiger zu gestalten. Dank der zukunftsweisenden Technologien und der Zusammenarbeit mit innovativen Partnern in bereits zwei unserer Heimatmärkte sind wir auf dem richtigen Weg”, sagt Lufthansa-Konzernvorstandsmitglied Christina Foerster.

Corona verdeutlicht: Überleben der Luftfahrt hängt an Nachfrage

Die Luftfahrtindustrie ist für 2,4 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und trägt damit zum Klimawandel und zur sogenannten globalen Verdunkelung bei. Daher ist die Entwicklung alternativer nachhaltiger Flugkraftstoffe für die Zukunft der Luftfahrtindustrie und des Klimas von entscheidender Bedeutung. Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation verabschiedete bereits das Programm “Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation” (CORSIA), ein Emissionsminderungsplan zur Erreichung des globalen ehrgeizigen Ziels eines kohlenstoffneutralen Wachstums ab 2020. Das CORSIA-Schema fördert die Entwicklung innovativer Technologien durch die Luftfahrthersteller zur Verringerung des Flugzeugverbrauchs und die Entwicklung alternativer nachhaltiger Treibstoffe.

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Nach Angaben der Europäischen Agentur für Flugsicherheit ist der Einsatz von dieser alternativen Treibstoffe derzeit minimal und wird wahrscheinlich kurzfristig begrenzt bleiben. Sie hätten jedoch ein großes Potenzial, die Auswirkungen der gegenwärtigen und erwarteten zukünftigen Umweltauswirkungen der Luftfahrt zu mindern, so die Agentur. Die COVID-19-Pandemie hat außerdem erneut gezeigt, dass das Überleben der Luftfahrtindustrie von der Nachfrage abhängt. Einige Fluggesellschaften mussten große Entlassungen ankündigen und wieder andere haben begonnen, Konkurs anzumelden. Wegen der Umweltauswirkungen des Luftverkehrs haben einige Gruppen gefordert, dass die Öffentlichkeit die Nutzung des Flugverkehrs einschränken und sich für alternative Transportmittel entscheiden sollte, die weniger oder keine Schadstoffe ausstoßen.

Fazit zur Lufthansa-Beteiligung am ETH-Projekt

Auf lange Sicht stellt dieses individuelle Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels und der globalen Erwärmung ein großes Risiko für die Nachfrage nach Flugreisen dar. Und deshalb werden die alternativen Kraftstoffe eine bedeutende Rolle für die Nachhaltigkeit des Luftverkehrs spielen und die Initiative des Lufthansa-Konzerns stellt in diesem Zusammenhang durchaus einen bedeutenden Schritt nach vorne dar.

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