Gerüchte über Impfflüge von Lufthansa zum Moskauer Flughafen Domodedovo wurden nun von beiden Seiten dementiert.

Am Wochenende verbreiteten sich rasend schnell Gerüchte der Nachrichtenwebsite Intellinews.com über Impfflüge der Lufthansa nach Moskau, wo sich Passagiere mit dem russischen Impfstoff Sputnik V hätten impfen lassen können. In einem Bericht von aero.de dementieren nun sowohl die Lufthansa als auch der Flughafen diese Gerüchte. Die Gerüchte besagten, dass die Lufthansa eine First Class Corona Lounge am Flughafen Moskau Domodedovo eröffnen wollte.

First Class Lounge mit Aussicht und Sputnik- V-Impfstoff

Wer soll zuerst geimpft werden? Eine Debatte, die auch hierzulande aktuell wieder hochkocht. Das Vakzin von AstraZeneca ist millionenfach auf Lager, wenige möchten sich jedoch mit diesem Stoff impfen lassen. Andere Länder hingegen sind schon deutlich weiter mit ihrer Impfkampagne und früh gab es erste Angebote für Ausländer, sich für hohe Kosten auch dort impfen lassen zu dürfen. Moralisch falsch meinen die einen, doch der Luxus macht doch vor nichts halt, oder? So soll das auch die Lufthansa gesehen haben und wollte laut Gerüchten ein Angebot für reiche Passagiere einrichten, wonach sie für eine Impfung zum Moskauer Flughafen Domodedovo geflogen werden könnten. Dort hätten sie sich in der eigenen Corona Lounge impfen lassen können, ehe der Rückflug nach Deutschland wieder angetreten werden müsste. Eine Einreise in Russland wäre bei diesem Konzept nicht vorgesehen gewesen.

Lufthansa First Class Lounge Frankfurt B Eingang 1024x768 Cropped

Laut eines Berichts der Nachrichtenwebsite Intellinews.com waren alle Einzelheiten vorbereitet. Demnach soll die Lufthansa mit dem russischen Außenministerium dazu bereits in Kontakt getreten sein und mit dem Geschäftsführer des Flughafens Moskau Domodedovo den richtigen Ansprechpartner gefunden haben. Passagiere der Lufthansa hätten dann für 1.000 Euro dorthin fliegen, die Impfung des russischen Vakzins Sputnik V bekommen und direkt wieder nach Hause fliegen können. Dieser Prozess hätte sich nach drei Wochen erneut für alle Passagiere wiederholt, da auch bei diesem Impfstoff eine zweite Dosis nötig ist.

Dementis der Lufthansa und des Flughafens Domodedovo

Prämien- und Statusmeilen mit einer Impfung in Russland zu sammeln, mag für den einen oder den anderen interessant geklungen haben – die Lufthansa und der Flughafen Moskau Domodedovo dementierten aber beide einstimmig die Gerüchte. An diesem Flughafen würde es zwar eine offizielle Impfstelle geben, diese befindet sich aber hinter der Einreise- und Passkontrolle und würde lediglich Flughafenmitarbeitern, russischen Staatsbürgern und Ausländern mit Aufenthaltsgenehmigung in Russland zur Verfügung stehen.

Der Flughafen Moskau Domodedovo bietet eine allgemeine Impfstelle, die sich innerhalb des Flughafens im Ankunftsbereich (Landseite) befindet. Derzeit gibt es keine Lufthansa Lounge am Flughafen Moskau Domodedovo und es ist nicht geplant, dass die Fluggesellschaft dort ein Impfzentrum eröffnet.

Statement einer Lufthansa-Sprecherin gegenüber aero.de

Auch ein Statement des Flughafens selbst folgte und dementierte die Gerüchte der Nachrichtenwebsite Intellinews.com.

Wir haben keine Kenntnis darüber, dass irgendeine ausländische Airline – einschließlich Lufthansa – plant, “Impfflüge” anzubieten.

Statement eines Flughafen-Sprechers gegenüber aero.de

Tatsächlich befinden sich am Flughafen Moskau Domodedovo diverse Lounges, darunter auch die Austrian Airlines Business Lounge – jedoch keine First Class Lounge der Lufthansa. Der Flughafen fungiert hauptsächlich als Drehkreuz der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines. Flüge mit Lufthansa nach Moskau DME sind auch aktuell buchbar, ein Impfangebot oder Flugpreise von 1.000 Euro waren zum Zeitpunkt des Berichts jedoch nicht zu finden.

Fazit zu den Impfflügen-Gerüchten

Leider ist nicht bekannt, auf welche Quelle sich die Nachrichtenwebsite Intellinews.com bei ihrem Bericht stützt – dieser bleibt anonym. Wären die Gerüchte wahr gewesen, hätte das Vorhaben für weitere hitzige Debatten gesorgt. Beide Seiten dementierten die Aussagen des Berichts jedoch deutlich, sodass der Wahrheitsgehalt zum aktuellen Zeitpunkt sehr niedrig sein sollte, wenn überhaupt vorhanden gewesen. Fakt ist aber, dass die Lufthansa nicht das erste Unternehmen mit einem ähnlichen Vorhaben gewesen wäre, so ein Plan meiner Meinung nach aber tatsächlich auch nicht zur Strategie der Fluggesellschaft passen würde.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.