Nun steht es auch offiziell fest: Lufthansa verkauft ihre Catering-Sparte LSG Sky Chefs. Und auch der Käufer steht gänzlich fest, wobei es auch hier keine Überraschung gibt.

So wird das Schweizer Unternehmen und weltgrößter Caterer Gategroup das Tochterunternehmen des Kranichs übernehmen. Was das für die Mitarbeiter bedeutet, ist bisher noch nicht abzusehen, aber die Befürchtungen wiegen schwer.

Kein Geld aber Garantien für Lufthansa

Lange hielten sich die zahlreichen Berichte um einen möglichen Verkauf des Catering-Unternehmens der Lufthansa, LSG Sky Chefs. Wobei im Prinzip nie außer Frage stand, dass der Kranich-Caterer verkauft wird. Viel mehr wurde heiß darüber spekuliert, wer das eigentlich lukrative Tochterunternehmen übernehmen würde. Unter den Interessenten befanden sich demnach der österreichische Caterer Do & Co, sowie Dnata aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Letztlich stiegen beide aber aus dem Bieter-Rennen um die LSG aus und somit verblieb nur noch die Schweizer Gategroup. Da sich der Lufthansa-Konzern vermehrt auf das reine Airline-Geschäft konzentrieren will, wird die Catering-Sparte nun abgegeben.

Lufthansa Business Class Airbus A380 Vorspeise

Im ersten Schritt des Verkaufs soll es dabei allerdings zunächst nicht um den Erlös für die Lufthansa gehen, sondern um eine Vereinbarung für die auch zukünftige Versorgung von Lufthansa-Flugzeugen. So wird Gategroup ausschließlich das Europageschäft übernehmen. Laut Insidern wird Lufthansa demnach keinen wirklichen Erlös durch den Verkauf des europäischen Teils an die Schweizer erhalten. Erst im darauffolgenden Schritt, wonach auch das internationale Geschäft von LSG verkauft werden soll, dürfte schließlich auch Geld an den Kranich fließen. Hierbei befindet sich der deutsche Flag-Carrier allerdings noch auf der Suche nach einem passenden Käufer.

Gehaltseinbußen und Entlassungen befürchtet

Was der Verkauf allerdings für die rund 7.000 allein in Deutschland Beschäftigten bedeutet, ist indes noch völlig unklar. Die Gewerkschaft ver.di fordert deshalb seit Wochen Garantien seitens der Lufthansa, dass im Zuge der Übernahme keine Mitarbeiter entlassen werden und die Tarifverträge unangetastet bleiben sollen. Ein Gros der Belegschaft befürchtet durch den Verkauf nämlich  Gehaltseinbußen und womöglich zahlreiche Entlassungen. Entsprechend kam es in der näheren Vergangenheit auch immer wieder zu Arbeitskampfmaßnahmen der LSG-Mitarbeiter und die Gewerkschaft drohte gar mit Streiks.

Lufthansa Airbus A319

Die Gehälter bei der Gategroup bewegen sich auf einem etwas niedrigeren Nievau, als bei der Lufthansa-Tochter. Allerdings würden die Beschäftigten bei Gategroup ebenfalls einen tariflichen Vertrag erhalten, was beispielsweise bei Do & Co nicht der Fall gewesen wäre. Von daher dürfte der Verkauf an die Schweizer zumindest dahingehend für die Angestellten das geringere Übel sein. Außerdem gilt Gategroup durchaus als gesprächsbereit und die Lufthansa könnte demnach zwischen den Parteien vermitteln, da der Kranich den Caterer ganz gut kennen dürfte, versorgt dieser doch die Flugzeuge der Tochter Swiss in der Schweiz.

Gategroup weltweiter Marktführer

Die schweizerische Gategroup ist mit zuletzt gut 4,9 Milliarden Euro Umsatz das weltgrößte Catering-Unternehmen und gehört zu zwei Teilen jeweils der staatlichen Fondgesellschaft Temasek aus Singapur, sowie der ebenfalls asiatischen Investmentfirma RRJ Capital. LSG Sky Chefs bewegt sich dagegen auf Platz zwei der größten globalen Caterer und kann einen Jahresumsatz von etwa 3,2 Milliarden Euro vorweisen. Die Lufthansa-Tochter beschäftig insgesamt rund 35.000 Mitarbeiter weltweit.

Fazit zum Verkauf von LSG Sky Chefs

Aktuell geht der globale Trend der Airlines auch weiterhin dahin, Dienstleistungen, wie etwa die Versorgung an Bord, separat zu verkaufen. Entsprechend sieht sich das Geschäft der Caterer auch immer stärkerem Druck ausgesetzt. Da Lufthansa allerdings schon mit dem Fluggeschäft gehörig viel um die Ohren hat, trennt sie sich nun endgültig von LSG Sky Chefs. Für die Mitarbeiter bleibt zu hoffen, dass gute Arbeitsbedingungen im Sinne der 7.000 Beschäftigten geschaffen werden können.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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