Der London City Airport ist der nach eigenen Angaben größte “internationale Flughafen der Welt”, der vollständig von einem ferngesteuerten digitalen Flugsicherungs-Tower kontrolliert wird.

London zählt mit knapp neun Millionen Einwohnern zu einer der größten und schillerndsten Metropolen der Welt. Um möglichst direkt in der Innenstadt anzukommen, wählen Reisende gerne den London City Airport. Flüge zum kleinen Flughafen im Londoner Stadtviertel Canary Wharf werden ab sofort nicht mehr von einem Flugsicherungs-Tower vor Ort überwacht. Der Flughafen soll der größte internationale Flughafen der Welt, der aus der Ferne und digital kontrolliert wird, wie unter anderem Business Traveller berichtet.

Von den Royal Docks zum digitalen Flughafen

Wer nach London fliegt, hat zumeist die Qual der Wahl bei den Flughäfen Londons. Insgesamt zählt die Metropole des Vereinigten Königreichs sechs internationale Flughäfen. Während die Flughäfen London Heathrow und Gatwick vor allem von den meisten großen Fluggesellschaften angeflogen werden, erfreuen sich die Flughäfen London Luton, Stansted und Southend vor allem aufgrund ihrer abgelegenen Lage bei Billigfluggesellschaften großer Beliebtheit. Komplettiert wird das Angebot um den kleinen, aber internationalen Flughafen London City. Was ursprünglich ein Hafenbecken mit dem klangvollen Namen Royal Docks war, wurde im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu einem Flughafen ausgebaut. Dabei stößt der Flughafen auf das Interesse von Geschäftsreisenden und Luftfahrtenthusiasten gleichermaßen. Die Lage nahe der Innenstadt bietet den idealen Ausgangspunkt, um schnell zu Geschäftstermine zu gelangen. Aufgrund seiner Lage und den Gegebenheiten bietet London City Airport aber wohl auch einen der atemberaubendsten und spannendsten Anflüge in Europa.

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Für mehr Nervenkitzel dürfte die aktuelle Neuerung wohl nicht mehr führen. Wie der Flughafen selbst mitgeteilt hat, ist London City Airport der erste internationale Flughafen, welcher vollständig von einem ferngesteuerten digitalen Flugsicherungs-Tower überwacht wird. Das stimmt so allerdings nicht ganz. Der Flughafen Saarbrücken wird bereits seit einigen Jahren aus der Ferne in Leipzig kontrolliert – das System ist das gleiche. Die neue Flugüberwachung für den Flughafen in London befindet sich 115 Kilometer weit in der Stadt Swanwick entfernt. Der Tower dort ist mit Bildschirmen ausgestattet, die den Blick auf das Vorfeld und die Runway suggerieren. Dafür nehmen 16 HD-Kameras im 360-Grad-Winkel das Geschehen am Flughafen auf und übertragen die Bilder in Echtzeit. Dabei werden gleichzeitig auf alle nötigen Flugdaten auf den Bildschirmen angezeigt. Die Technologie wurde von Saab entworfen und bereits erfolgreich in Schweden getestet. Der 30 Jahre alte Tower am Flughafen selbst ist für umfangreiche Renovierungsarbeiten fällig. Inwiefern der Tower langfristig von der digitalen Flugüberwachung abgelöst wird, ist derzeitig unklar.

British Airways

London City Airport wird aufgrund seiner begrenzten Größe nur von kleinen Regionaljets angeflogen. Mit 1.508 Metern Länge ist höchstens ein Airbus A318 für Starts und Landungen am Flughafen zugelassen. Tatsächlich war London City Airport die Heimatbasis von British Airways mit der Flugnummer 1. Diese Flugnummer war in der Vergangenheit den Flügen mit der Concorde vorbehalten, wurde in den letzten Jahren aber für die Verbindung zwischen London City und New York JFK verwendet. Dieser Flug wurde mit einem speziell umgebauten Airbus A318 der Airline durchgeführt. Die Kabine war komplett mit Business-Class-Sitzen ausgestattet. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurde diese Verbindung für immer eingestellt.

Fazit zur digitalen Flugüberwachung in London City

Der London City Airport ist der wohl größte internationale Flughafen der Welt, welcher digital und aus der Ferne von einem Flugsicherungs-Tower kontrolliert wird. Dabei hat sich die neue Technik in den letzten Monaten der Testphase bewährt und bietet dem Flughafen die Chance, die nötigen Renovierungsarbeiten fortzusetzen. Die Technologie selbst ist dabei nicht neu und wird bereits zur Ausbildung von Fluglotsen eingesetzt. Diese können über Bildschirme die Flugbewegungen auf dem Vorfeld und der Runway beobachten und erhalten gleichzeitig alle nötigen Flugdaten auf einen Blick.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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  • LCY ist nicht der erste Internationale Verkehrsflughafen der eine sogenannte RTC (Remote Tower Control) hat. Dies gibt es in Saarbrücken schon länger und wird von Leipzig aus gesteuert. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH stellt Überlegungen an weitere Tower Standorte mit RTC auszustatten. Bezeichnenderweise wird auch London City von der Deutschen Flugsicherung DFS betrieben.

  • Der Unterschied zwischen einer Sichtverbindung und einer Online-Verbindung ist, dass erstere auf jeden Fall funktioniert, auch wenn das Netz mal weg ist. Selbst bei Redundanz wird das nur so lange perfekt funktionieren, bis es mal nicht perfekt funktioniert (Murphy’s Law), und dann möchte ich eher nicht in der Nähe oder an Bord sein.

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