Online-Buchungen im Netz boomen – gerade in der aktuellen Pandemie, denn immer mehr Urlauber gehen den digitalen Weg.

Die Digitalisierung im Tourismus schreitet immer schneller voran und ist insbesondere im Findungs- und Buchungsprozess einer Reise nicht mehr wegzudenken. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, buchen immer mehr Urlauber ihre Reise online, was das Geschäft für Reisebüros immer schwieriger macht.

Macht der Gewohnheit

Mittlerweile werden laut des Verbands Internet-Reisevertrieb 49 Prozent aller Reisen mit einer Mindestdauer von fünf Tagen online gebucht. Bei Kurztrips ist die Zahl sogar noch höher – hier werden über 80 Prozent der Urlauber im Netz fündig.

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Prof. Dr. Eric Horster, Tourismusforscher an der Fachhochschule Westküste, hat sich umfassend mit digitalen Marketingstrategien im Tourismus beschäftigt und hat dabei auch die Veränderungen durch die Corona-Pandemie betrachtet. Laut Horster werde der Digitaltrend auch nach der Krise fortbestehen. Als Grund dafür nennt er die Umstellung von menschlichen Gewohnheiten.

Im Laufe des letzten Krisenjahres wurde die Digitalisierung im Alltag vieler Menschen zunehmend relevanter. Arbeiten im Homeoffice, das Homeschooling der Kinder, aber eben auch alltägliche Einkäufe werden online erledigt. Durch die Schließung der Geschäfte und des Einzelhandels erfolgen die meisten Käufe durch einem kurzen Klick ausschließlich im Netz – und diese bequeme Art des Einkaufens wird zur Gewohnheit.

Die digitale Welt erfordert Modernisierungsmaßnahmen

Für den Tourismus bedeutet die zunehmende Digitalisierung konkret: Urlauber präferieren Online-Buchungen von Übernachtungen oder Bahn- und Flugtickets über die traditionelle Buchungsmethoden per Email oder Telefon. Bei Pauschalreisen hingegen liegt der prozentuale Anteil deutlich geringer.

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Um Urlaubern die Möglichkeit zu bieten, online Informationen zu sammeln und eine Buchung zu tätigen, sind oftmals Modernisierungsmaßnahmen in Destinationen, wie beispielsweise traditionellen Pensionen oder Ferienhöfen, unabdingbar, um mit den großen Buchungsplattformen auf dem Markt mithalten zu können. Laut Michael Braun entwickelt sich ein Trend in Richtung Direktbuchung beim Anbieter, statt über externe Portale – eine Chance, die Privatanbieter nutzen sollten.

Doch mittlerweile suchen und vergleichen viele Kunden dort zwar, buchen aber, wenn es möglich ist, beim Anbieter direkt – der sich dadurch die Provisionen für die Plattformbetreiber spart

Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern e.V.

Ein guter Online-Internetauftritt spart den Betrieben außerdem nicht nur Provisionskosten, sondern fördert auch die Einnahmen durch die optimierte Kundenakquise. Gerade für die Zeit nach den Lockdowns könnten kleinere Betriebe die Verluste durch die Generierung von Einkommen besser verkraften. Dieses Phänomen zeigte sich bereits im Corona-Sommer des vorherigen Jahres. Die Betriebe mit Online-Buchungsmöglichkeiten steigerten ihren Gewinn im Vergleich zu den Betrieben, ohne die modernen Möglichkeiten.

Reisebüro-Buchungen werden immer geringer

Unter all den Online-Buchungen über Portale oder Direktbuchungen beim Anbieter stellt sich die Frage, inwiefern sich die Rolle der traditionellen Reisebüros verändert. Der Anteil der analogen Buchungen vor Ort in einem herkömmlichen Reisebüro ist von 46 Prozent auf 31 Prozent gesunken. Laut TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak seien die bisherigen Geschäftsmodelle wenig zukunftsfähig, sodass auch die TUI-Reisebüros ihre Strategie überdenken und einen Umschwung anstreben, um mit der Zeit zu gehen. Als Beispiel dafür dient der Einsatz von Virtual Reality-Brillen, die den Gast aus dem Reisebüro heraus optisch in eine bestimmte Destination versetzen können. Diese Technik hilft den Kunden insbesondere im Reiseentscheidungsprozess weiter.

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Dennoch darf abschließend nicht vergessen werden, dass klassische Reisebüros den Vorteil besitzen, realistische Erfahrungswerte und Expertenmeinungen offenzulegen, die für viele Kunden zu Qualität und Kundenservice dazugehören.

Fazit zu digitalen Buchungen im Tourismus

Für traditionelle Betriebe bietet die Digitalisierung im Tourismus eine große Chance, um nicht zwischen den großen Buchungsplattformen auf dem Markt unterzugehen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Bereitschaft, sich auf einen Modernisierungsprozess einzulassen. Die Anbieter müssen jegliche Sorgen hinter sich lassen und sich über Coachings oder Unternehmensberater mit Online-Internetauftritten beschäftigen. Dadurch kann die Anzahl der Buchungen auch bei Laien und Gastgebern aus früheren Generationen wieder einen Aufschwung erlangen. Bucht Ihr lieber online oder auf dem altbekannten Weg in einem Reisebüro?

Autor

Emily reist schon seit sie denken kann und ist fasziniert von der Luftfahrt. Den Traum, Flugbegleiterin zu werden, hat sie erst einmal hinten angestellt und studiert derzeit Internationales Tourismusmanagement an der Nordseeküste. Sie freut sich darauf, Euch auf ihrem Weg mitzunehmen!

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