An diesem Internationalen Frauentag bekräftigten mehrere führende Industrievertreter Frankreichs ihr Engagement für die Verwirklichung der Parität in ihren Unternehmen. Grund genug für uns, um auch die Bestrebungen deutscher Unternehmen in der Reisebranche zu betrachten.

In einem Forum, das von vielen großen französischen Unternehmen unterzeichnet wurde, haben 41 männliche und weibliche Führungskräfte neue Quoten für Frauen in Machtpositionen festgelegt. Von Sébastien Bazin, CEO von Accor über Bernard Arnault, CEO von LVMH, bis hin zu Anne-Marie Couderc, Vorstandsvorsitzende von Air France-KLM und ehemalige Ministerin, ist die Liste der Unterzeichner lang. Ein Überblick über die Ziele dieses Abkommens und den Fortschritt in Unternehmen wie der Lufthansa, TUI und der Deutschen Bahn.

“Unser Horizont ist Parität auf allen Ebenen”

Der 1977 von den Vereinten Nationen formalisierte Internationale Frauentag hat seinen Ursprung in den Arbeitskämpfen und zahlreichen Demonstrationen von Frauen, die das Wahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen und die Gleichstellung von Frauen und Männern forderten. Seitdem gehen jeden 8. März in vielen Städten Frankreichs Aktivistinnen und Aktivisten auf die Straße, um zu demonstrieren. Gleichzeitig ist der 8. März in Berlin ein gesetzlicher Feiertag, der auch bald bundesweit als solcher gelten soll. Dieser Tag der weltweiten Demonstrationen ist auch eine Gelegenheit, eine Bilanz über die Fortschritte der Situation der Frauen in der Welt zu ziehen.

In dem Bestreben, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu erreichen, bekräftigen große Unternehmen jedes Jahr ihre Verpflichtung zur Parität. In diesem Jahr haben 41 Führungskräfte großer französischer Unternehmen, wie Air France, Accor und andere, in einem Forum, das am Vorabend des Internationalen Frauentags, dem 7. März, veröffentlicht wurde, neue Quoten für Frauen in Führungspositionen festgelegt.

Laut den Managern der unterzeichnenden Unternehmen ist das größte Problem der Mangel an quantifizierbaren Zielen, weshalb sie sich sehr spezifische Ziele gesetzt haben. Unter anderem haben die Firmen sich verpflichtet, bis 2030 ein Minimum von “30 Prozent Frauen in den obersten 10 Prozent der Führungspositionen” und “eine Mindeststeigerung des Frauenanteils in Führungspositionen von 2 Prozent pro Jahr” zu erreichen. Dabei liegt das Problem der Gleichstellung nicht nur auf der Ebene der Rekrutierung, sondern vorgelagert, das heißt auf der Ebene der Ausbildung selbst. Sie bekräftigten, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten müssen, dass “junge Mädchen sich ohne Angst für eine höhere Ausbildung entscheiden und von der Rolle überzeugt sind, die sie in allen Berufen, auch in der Industrie, spielen können.”

Air France will sogenannte “männliche” Berufe feminisieren

Im Bewusstsein, dass die Luftfahrtindustrie eine überwiegend männliche Branche ist, versucht Air France, die Anzahl der Frauen in der Belegschaft zu erhöhen. Die Fluggesellschaft setzt sich insbesondere für die Förderung von Frauen in technischen Berufen ein. Seit 2017 ist Air France einer der Partner von ‘Elles Bougent’, einer Vereinigung, die Frauen dazu ermutigen möchte, Ingenieurberufe in der Luft- und Raumfahrt, im Schienenverkehr und im Seeverkehr zu ergreifen. Mehr als 60 Patinnen, die in der Flugzeugwartung und Informationstechnologie arbeiten, wurden mobilisiert, um an verschiedenen Initiativen teilzunehmen, die darauf abzielen, Studentinnen zu inspirieren.

Air France Airbus 1600x900

Und das ist noch nicht alles. Wie Air France in einer offiziellen Pressemitteilung anmerkte, führt die Fluggesellschaft auch verschiedene Coaching- und Unterstützungsmaßnahmen durch, um Frauen, die innerhalb des Unternehmens arbeiten, dabei zu helfen, “höhere Verantwortungsebenen innerhalb des Unternehmens” zu erreichen.

Gender Equality bei Lufthansa, TUI und Co.

Auch in Deutschland sind weiterhin viele Bestrebungen notwendig, um mehr Gleichberechtigung zu ermöglichen. Eine verpflichtende Frauenquote wurde auch hierzulande eingeführt, die allerdings vergleichsweise lax ist. Die Lufthansa Group hat deshalb bereits vor zehn Jahren mit anderen DAX-Konzernen eine freiwillige Frauenquote festgelegt. Das Ziel der Fluggesellschaft ist es, so viele verschiedene Einflüsse in allen Bereichen zu bekommen, wie nur möglich. Bis zum Ende dieses Jahres möchte die Lufthansa Group 18 Prozent Frauenanteil in der ersten Führungsriege und 24 Prozent in der zweiten Führungsebene erreicht haben. Vor fünf Jahren lag die Quote noch bei zehn beziehungsweise 17 Prozent. Bei der Lufthansa selbst sind die Ziele noch höher: Im Vorstand möchte man bis Ende 2021 30 Prozent Frauenanteil im Vorstand erfüllen. Vor fünf Jahren lag die Quote noch bei 25 Prozent.

Deutsche Bahn Neue Uniform

Auch die Deutsche Bahn möchte mit ihrem Projekt DB2020+ und 200.000 Angestellten aus über 100 Nationen die Diversität und Gleichheit der Geschlechter vorantreiben. Deshalb soll auf letzteres ein besonderer Fokus liegen. Das erste Ziel war es, den Frauenanteil in Führungspositionen auf 20 Prozent zu erhöhen, mittlerweile dürfte diese Quote schon erreicht sein. Die Bahn setzt dabei auf eine ähnliche Strategie, wie die Unternehmen aus Frankreich. Deshalb sollen durch Dialoge mehr Frauen von technischen Berufen überzeugt und ein entsprechendes Arbeitsumfeld für alle geschaffen werden. Außerdem stellt die Deutsche Bahn 80 Paten und Patinnen bereit, an denen sich die Angestellten im Fall von Diskriminierung wenden können.

Der weltweit größte Touristikkonzern hat sich dem Thema bereits in 2008 verschrieben und die “Diversity Charter” aufgestellt. 1.100 Unternehmen haben sich mittlerweile dazu bekannt und verpflichten sich zu Fairness und Respekt für die Menschen im Unternehmen. Die TUI AG selbst hat sich zudem verpflichtet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist.

Fazit zu den Bestrebungen der Touristikkonzerne zum Weltfrauentag

41 Managerinnen und Manager großer französischer Unternehmen, wie Air France und Accor haben neue Quoten für Frauen in Führungspositionen festgelegt. Dies ist eine Initiative, zu der man gratulieren muss, besonders an diesem Internationalen Frauentag. Zwar ist in Frankreich genauso wie in Deutschland noch viel zu tun, doch es ist zweifelsfrei schön zu sehen, dass die Reisebranche sich aktiv einsetzt, um die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern – nicht nur an einem Tag wie heute, sondern langfristig.

Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

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