Im vergangenen Jahr mussten einige Fluggesellschaften aufgrund verschiedenster Gründe den Weg in die Insolvenz nehmen. Nach einer kurzzeitigen Einstellung des eigenen Flugbetriebs nahm die inzwischen insolvente Adria diesen aber kurzzeitig nochmals auf. Vergeblich – die Airline meldete am 30. September die Insolvenz an und stellte mit sofortiger Wirkung das komplette Geschäft ein. Nun taucht Adria Airways aber plötzlich nochmals in den Medien auf. Die Hintergründe erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Bananenkönig erwirbt Lizenzen von Adria Airways

Die letzten monetären Werte der insolventen Fluggesellschaft Adria Airways haben nun ihren Besitzer gewechselt. Die Insolvenzverwalter der einstigen Nationalairline Sloweniens gaben am 23. Januar 2020 den Verkauf der Betriebslizenzen sowie des Luftverkehrbetreiberzeugnisses bekannt. Mit dem Luftverkehrbetreiberzeugnis geht die Erlaubnis zur Durchführung des kommerziellen Flugbetriebes einher. In Fachkreisen ist das Zeugnis unter Air Operator Certificate, kurz AOC, bekannt. Aufgrund von finanziellen Sorgen sah sich Adria Airways bereits vor einigen Jahren dazu gezwungen, die bestehende Flugzeugflotte zu verkaufen. Daraufhin leaste sich die Fluggesellschaft die notwendigen Flugzeuge.

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Der Käufer ist sowohl in Slowenien als auch in der Luftfahrt kein unbeschriebenes Blatt. Unter dem Namen “Bananenkönig” ist der Obstimporteur Izet Rastoder in Slowenien bekannt. Der Obsthändler führt das Unternehmen Rastoder, welches weltweit als weltweit sechstgrößter Großhändler mit Bananen gilt. Daher verpassten ihm die Medien in seinem Heimatland den Titel Bananenkönig. Für lediglich 45.000 Euro, dem Startgebot, erwarb Rastoder die Betriebslizenzen und das AOC. Im Bereich der Luftfahrt erlangte Rastoder im November letzten Jahres erstmals Aufmerksamkeit, als er eine Fluggesellschaft unter dem Namen Air Adriatic gründete. Bereits von 2000 bis 2007 flog eine kroatische Fluggesellschaft unter diesem Namen.

Könnte Air Adriatic schon bald abheben?

Schon bald könnte Air Adriatic mit der Betriebslizenz von Adria Airways Charterflüge anbieten. Dazu soll Rastoder bereits zwei kleinere Flugzeuge erworben haben. Den Kaufpreis der erworbenen Dokumente muss Rastoder nun innerhalb von drei Tagen überweisen. Zusätzlich muss er den Kaufvertrag offiziell unterzeichnen und außerdem gewisse Bedingungen erfüllen, um die Aufhebung der Sistierung zu bewirken. Dazu muss Air Adriatic der IATA beitreten und Slots erwerben. In puncto Slotbeschaffung könnte Izet Rastoder einst an Adria Airways vergebene Slots erwerben. So soll die insolvente Airline über Slots sowohl am Frankfurter und Münchner Flughafen sowie am Flughafen Amsterdam-Schiphol besitzen.

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Vergebens hatten die Insolvenzverwalter auf zahlungskräftige Interessenten aus dem Ausland gehofft. Zuletzt hatte sich eine Gruppe von arabischer und russischer Investoren mit dem Plan hervorgetan, Adria Airways zu übernehmen und mit Suchoi Superjets auszurüsten.

Fazit zum Verkauf der Betriebslizenzen von Adria Airways

“Des einen Leid ist des anderen Freud” – so könnte man den Erwerb der letzten Überreste von Adria Airways zusammenfassen. Der Verkauf der Betriebslizenzen und der Betriebserlaubnis brachte Izet Rastoder auf den Plan. Können wir schon bald Air Adriatic am Himmel fliegen sehen? Wir können zumindest gespannt darauf sein, wie sich die noch junge Fluggesellschaft entwickeln wird.

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