Meine erste Einlösung führte mich nach Helsinki. Helsinki? Warum das tatsächlich eine lohnenswerte Einlösung von American Express Membership Rewards Punkten war und immer noch sein kann, erzähle ich Euch in diesem Beitrag.

American Express bietet mit dem Bonusprogramm Membership Rewards viele verschiedene Vielfliegerprogramme als Transferpartner – damals waren es noch zwölf. Vor allem Einlösungen bei den oneworld-Airlines können sich hier besonders lohnen, aufgrund der gebotenen Vielfalt. Ich entschied mich damals, im Jahr 2019, meine Membership Rewards Punkte zum British Airways Executive Club zu transferieren, um die Meilen dort für einen Prämienflug mit Finnair einzulösen, und das auf einem innereuropäischen Hin- und Rückflug. Ich erzähle Euch, welche Strecke ich damals buchte, wie ich diese gebucht habe und warum sich das gelohnt hat.

American Express Gold Card

 50.000 Punkte Rekordbonus
144 Euro Jahresgebühr

Einmal von London nach Helsinki und zurück

Erst am vergangenen Osterwochenende zog es mich zurück nach Helsinki. Dieses Jahr habe ich die Flüge aber Cash bezahlt und über Lufthansa Surprise gebucht. Doch bereits vor vier Jahren war ich schon einmal in Helsinki. Damals löste ich für diese Flüge meine American Express Membership Rewards Punkte ein, die ich zuvor mit der Amex Gold Card gesammelt habe. Dabei sollte es aber nicht etwa von Deutschland direkt nach Helsinki gehen. Stattdessen entschied ich mich für einen kleinen, aber lohnenswerten Umweg.

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Und zwar wollte ich die Faszination für Widebodies innerhalb Europas weitertragen, die auch hier im reisetopia Team viel Anklang findet. Finnair führte bereits vor der Pandemie regelmäßig solcher Flüge zwischen Helsinki und London Heathrow durch. Das, übrigens, könnt Ihr auch heute noch buchen, so viel schon mal vorweg. Jedenfalls führte Finnair diese Flüge schon damals mit Langstreckenflugzeugen durch. Im Wechsel wird hier der Airbus A330 und der A350 eingesetzt. Und ich hatte Glück, dass ich sogar beide Flugzeuge auf meiner Reise testen durfte.

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Diese Reise habe ich übrigens nicht allein durchgeführt. Tatsächlich habe ich meine Membership Rewards Punkte für meinen Vater und mich eingelöst. Dementsprechend war auch die doppelte Anzahl an Punkten nötig. Wie genau ich diese Flüge gebucht habe, erkläre ich Euch im folgenden Abschnitt.

Die Qual der Wahl

Membership Rewards bietet heute noch elf Transferpartner unter den verschiedenen Vielfliegerprogrammen von Airlines. Viele davon sind auch Teil der Luftfahrtallianz oneworld. Genau genommen kann man dafür die folgenden Vielfliegerprogramme nutzen:

Das Besondere hier ist sogar, dass die Vielfliegerprogramme von British Airways, Iberia und Qatar Airways dank ihrer Zugehörigkeit zur International Airlines Group (IAG) sogar miteinander verknüpft sind. Das bedeutet, dass man die Prämienmeilen – hier Avios genannt – unter den verschiedenen Programmen transferieren kann. Auch wegen dieser Flexbilität entschied ich mich damals, meine Membership Rewards Punkte zum British Airways Executive Club zu transferieren, obwohl Finnair auch selbst mit ihrem Vielfliegerprogramm vertreten ist.

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Zudem sind die Verfügbarkeiten im Executive Club aber nicht schlecht, und die Einlösungen wirklich attraktiv. Für die Einlösung von London Heathrow nach Helsinki und zurück, in der Business Class für zwei Personen wurden insgesamt 59.400 Avios aufgerufen. Zudem berechnete British Airways für diese Flüge insgesamt lediglich 364,64 Euro, und das ebenfalls bereits für beide Personen. Zum Vergleich: Diese Flüge würden aktuell mindestens 623 Euro pro Person kosten.

Stattdessen habe ich mit meiner Amex Gold Card, und dem anfänglichen Bonus von 40.000 Punkten, diese Flüge buchen können. Weitere Punkte habe ich mit meinen alltäglichen Umsätzen sammeln können. So haben sich bis zur Buchung weitere 24.000 Punkte angesammelt, die ich dann bereits zum British Airways Executive Club transferiert habe. Damit hatte ich bereits 52.000 Avios auf dem Konto. Die übrigen 8.000 Avios habe ich hinzugekauft. Dafür wurden nochmal 164 Euro fällig.

Finnair überzeugt einfach

Hat sich diese Einlösung damit gelohnt? Das kann man relativ einfach errechnen. Für die Amex Gold Card wird eine Jahresgebühr von 144 Euro berechnet. Hinzukommen die Avios, die ich noch kaufen musste. Das waren 164 Euro. Die Steuern und Gebühren für den Prämienflug in Höhe von 365 Euro dürfen wir ebenfalls nicht vergessen. Das macht zusammen dann knapp 675 Euro, womit ich quasi den Flug für meinen Vater umsonst erhalten habe, bedenkt man den herkömmlichen Preis für dieses Ticket. Natürlich sollte man bei so einer Einlösung aber auch nicht außer Acht lassen, dass man einen Zubringerflug – in diesem Fall nach London – nochmal separat buchen muss.

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Darüber hinaus ist das Erlebnis aber bereits ein spezielles. Auf einem knapp dreistündigen Flug in den Genuss einer richtigen Business Class kommen zu dürfen, ist natürlich speziell – vor allem innerhalb Europas. 2019 setzte Finnair natürlich noch die alte Business Class im Airbus A330 sowie die etwas modernere Business Class im Airbus A350 ein. Beide Sitze konnte ich testen. Der Airbus A330 war dabei, vor allem in der Kabine, schon deutlich in die Jahre gekommen. Dementsprechend spannend wäre dieser Flug heute mit der neuen Business Class von Finnair.

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Doch davon abgesehen kann Finnair einfach überzeugen. Der Service an Bord war großartig, die servierten Speisen von hoher Qualität. Den finnischen Charme an Bord konnte man auch in der alten Kabine spüren, vor allem dank der vielen Details. Und auch am Boden konnte Finnair sowie die oneworld überzeugen. Finnair fliegt in London Heathrow von Terminal 3. Hier konnten mein Vater und ich noch vor Abflug die Cathay Pacific Lounge besuchen, und wir waren vom Angebot hin und weg. Die frisch zubereiteten Speisen und ein frisch gezapftes Bier waren genau der richtige Einstieg für ein besonderes Flugerlebnis nach und eine tolle Zeit in Helsinki.

Fazit zu meiner ersten Einlösung von Amex Punkten

Vielleicht liegt diese Art von Einlösung mit Amex Punkten nicht direkt auf der Hand. Dafür konnte ich aber für meinen Vater und mich ein besonderes Flugerlebnis schaffen, und das mit vergleichsweise wenigen Membership Rewards Punkten. Insgesamt sechs Stunden Flugzeit plus die Zeit in den Lounges am Boden, und das für knapp 60.000 Meilen für zwei Personen, ist definitiv ein guter Gegenwert, wenn nicht sogar ein kleiner Sweetspot für Einlösungen innerhalb Europas. Das liegt auch daran, dass Finnair mittlerweile das Bordprodukt nochmal deutlich verbessert hat und auch heute noch auf dieser Strecke mit Langstreckenflugzeugen operiert.

American Express Gold Card

 50.000 Punkte Rekordbonus
144 Euro Jahresgebühr
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Autor

Tizian war bisher vor allem in Europa unterwegs und hat versucht trotzdem mit möglichst vielen verschiedenen Widebody Flugzeugen zu fliegen. Am liebsten reist er in den Norden und nach Irland.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • Ich stimme den anderen zu:

    fast schlechter gehts nicht..

    Das ist wie M&M Meilen in einen Toaster im Worldshop zu investieren und dann davon sprechen, dass das ein Sweetspot ist, weil man unbedingt einen Toaster brauchte.

  • Danke, ich dachte schon ich wäre der einzige der diese Einlösung etwas komisch findet. Gerade bei Avios mit den hohen Steuern und Gebühren.

    Wenn man überlegt das man auch einfach 50k Finnair Punkte für knapp 600€ kaufen kann und ebenfalls einen hin und Rückflug hat. Wartet man noch doppelte Punkte Aktionen ab, die öfter mal kommen, hat man das gleiche Ergebnis ohne eine Amex zu benötigen.

  • Entschuldigung, aber hier von einem “Sweetspot” zu reden ist absolute Beweihräucherung von dir selbst.

    Rechnen wir mal die “Kosten” für eine Person durch:
    Du bezahlst knapp 30k Avios + 180€ Steuern… zudem musstest du für 80€ pro Person noch Avios nachkaufen.

    Also 30k Avios + 260€ gegenüber einem jetzigen Preis von 623€ als Bezahlticket. Vor 4 Jahren (ohne Pandemie) wird der Cash-Preis wohl noch etwas niedriger gewesen sein.

    Zusätzlich hast du noch den Aufwand, von DE nach London und zurück zufliegen.

    Für dich persönlich mag sich das zwar gelohnt haben, das will ich gar nicht bestreiten.
    Aber aus allgemeiner Sicht für eure Leserschaft ist diese Einlösung nicht alltagsfähig.

    • Dafür zeigt hingegen diese Einlösung, wie individuell betrachtet man eine solche bewertet. Und für Tizian war es aus vielen (genannten) Gründen eben genau lohnenswert und für ihn selbst auch ein Sweetspot. Und wenn es darum geht, verlässlich einmal für insgesamt sechs Stunden eine Langstrecken-Business Class zu testen, gehe ich persönlich da mit Tizian mit.

      • Danke für die Rückmeldung Alex!

        Wie ich zu dieser Einlösung stehe, habe ich ja schon beschrieben.
        Dennoch sollte man auch ein paar Dinge beachten:
        Man kann sich praktisch nie sicher sein, dass wirklich eine Longhaul-C eingesetzt wird. Genausowenig wie man einen “Anspruch” auf eine solche hat. Kurzfristige Änderungen / Aircraft Changes können einem da schon das Reiseerlebnis zerschießen. Glücklicherweise hier nicht der Fall gewesen, aber es kommt öfter vor als man denkt (vor allem beim OW-Partner QR und der Q-Suite beispielsweise).

        Außerdem: Da der Trip ja auf 2 verschiedenen Tickets gebucht wurde, (Hin-und Rückreise Deutschland-UK und UK-Finnland) -> muss man zudem noch ausreichend Puffer einbauen oder halt pokern, dass nichts schiefläuft. Und selbst die tollste Airport-Lounge (gibt Ausnahmen) werden nach drei Stunden langweilig.

        Und zudem: warum gerade über Executive Club gebucht? Finnair ist doch ebenfalls MR-Partner und man kann die Meilen deutlich günstiger bekommen (sprich: kaufen). Zudem ist es grundsätzlich immer besser (bzgl. Verfügbarkeiten!) über das hauseigene Programm zu buchen.

        Hier wurden einfach viele Anfängerfehler gemacht… ist nichts verwerfliches, jeder fängt ja mal an, aber warum reisetopia dann dies auch noch als “tolle Einlösung” bzw. “Sweet Spot” verkauft, entzieht sich meiner Kenntnis.

        und letztendlich: was bringt einem ein Langstreckenflieger wenn man das Erlebnis nicht richtig ausnutzen kann… schlafen ist nicht wirklich sinnvoll bei einer Flugzeit von 3 stunden.

        Für Ihn persönlich mag das ja gut gepasst haben und man hatte ein tolles Erlebnis mit dem Dad. Aber wenn du ehrlich bist, du würdest doch das nie so selbst buchen…

        Ein etwas weniger enthusiastisches Fazit wäre angemessen gewesen 😀 aber naja, da kann man unterschiedlicher Meinung sein

      • Wie Du schon zum Ende hin sagst: Für Tizian mag das eine ideale Einlösung gewesen sein. Vielleicht wegen der Flugzeuge (die bei AY übrigens äußerst zuverlässig hier eingesetzt werden), sei es die Destination Helsinki (oder London, die man ebenfalls bei solchen Routings noch gewinnbringend mit etwas Puffer einsetzen kann) oder der Umstand, dass er diese Reise mit seinem Papa machen konnte. Für ihn war es einfach die ideale Einlösung, vermutlich, weil es eine Mischung aus allen Parametern war. Ausreichend Meilen hätte er nicht gehabt, um so eine Einlösung zu zweit auf der Langstrecke auszuprobieren. Und da 2020 die Pandemie kam, hätte er zwar Jahre lang weiter sammeln, diese dann aber nicht mehr für sich und seinem Papa einlösen können. Von daher kann ich das Fazit in dieser Hinsicht sehr gut nachvollziehen, auch wenn man vielleicht wirklich nicht von DEM Sweetspot schlechthin ausgehen sollte, dafür aber von einer wahnsinnig guten Einlösung individuell betrachtet, die sicherlich auch bei vielen anderen Anklang finden wird.

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