Mit Geschäftsausgaben Meilen zu sammeln ist das wohl am wenigsten genutzte Potenzial für zehntausenden von Meilen. Denn wer seine Betriebsausgaben mit einer Kreditkarte zum Meilen sammeln entrichtet, sammelt so quasi nebenbei Meilen für den nächsten Freiflug in der First Class.

Was auf den ersten Blick etwas undurchsichtig klingt, stellt sich auf den zweiten als völlig offensichtlich dar. Man bezahlt gewisse Ausgaben als Unternehmen, Freiberufler oder Selbstständiger Monat für Monat – das Zahlungsmittel spielt eine untergeordnete Rolle. Doch was, wenn man für jede dieser Ausgaben wertvolle Meilen sammeln würde und zusätzlich noch zahlreiche weitere Vorteile genießen könnte?

Meilen sammeln mit Geschäftsausgaben – das Prinzip

Das Meilen sammeln mit Kreditkarten funktioniert denkbar einfach. Für jeden ausgegebenen Euro gibt es eine Meile auf das Konto. Was viele dabei nicht bedenken ist, dass dies nicht nur für den Einkauf im Supermarkt oder die private Reise funktioniert, sondern auch mit Geschäftsausgaben. Wer also freiberuflich oder selbstständig arbeitet oder Unternehmer ist, verliert durch jede Zahlung, die nicht mit einer Kreditkarte entrichtet wird, einen monetären Gegenwert in Form von Meilen. Diese Meilen können anschließend für Prämientickets eingelöst werden, primär für Flüge in der Business und First Class, die im Normalfall mehrere tausend oder sogar zehntausend Euro kosten können. Der große Vorteil daran ist, dass die Geschäftsausgaben nicht nur sowieso entrichtet werden müssten, unabhängig vom Zahlungsmittel, sondern darüber hinaus in vielen Fällen auch noch relevante Summen umfassen.

Swiss Business Class Boeing 777 2
Mit Meilen könnt Ihr exklusiv in den Urlaub fliegen

So lassen sich quasi nebenbei über den Zeitraum eines Jahres 100.000 oder mehr Meilen generieren und das mit Ausgaben, die auch schon vorher da waren. Nutzt man diese Meilen richtig, erwartet ein Gegenwert, der jenseits von eintausend Euro liegt.

Welche Kreditkarten bieten sich für die Bezahlung von Geschäftsausgaben an?

Natürlich sollte man als Selbstständiger oder Unternehmer private und geschäftliche Ausgaben immer strikt trennen, weshalb es einige Kreditkarten gibt, die speziell für den Einsatz im geschäftlichen Bereich herausgegeben werden. Die folgenden Business-Kreditkarten bieten dabei die Möglichkeit Meilen zu sammeln:

American Express Kreditkarten bringen zwar nicht direkt Meilen, dafür aber Membership Rewards Punkte. Diese wiederum lassen sich direkt in Meilen zahlreicher Vielfliegerprogramme verwandeln. Ihr solltet also bei der Wahl der richtigen Kreditkarte für Geschäftsausgaben zuerst entscheiden, ob es eine Miles & More Kreditkarte oder eine Amex Karte werden soll. Für alle Unternehmer und Selbstständige, die viel reisen und sowieso schon einige Meilen bei Miles & More sammeln, ist definitiv die Miles & More Kreditkarte die bessere Wahl. Zwar legt Ihr Euch so auf ein Vielfliegerprogramm fest, habt aber den Vorteil alle Meilen an einem Ort zu kombinieren und den Verfall der Meilen auszusetzen. Als Unternehmen, das viel mit der Lufthansa und ihren Partnern fliegt, könnt Ihr außerdem vom PartnerPlusBenefit Programm profitieren, das Euch noch einmal eine zusätzlichen Rückerstattung aus Euren Ausgaben verspricht.

Austrian Business Class Langstrecke – 1
Miles & More Meilen lassen sich bei vielen Airlines einsetzen

Die American Express Business Cards dagegen lohnen sich allen voran für diejenigen unter Euch, die nicht viel mit der Lufthansa fliegen oder sogar überhaupt nicht geschäftlich reisen. Denn als Nutzer einer Amex Business Card für Geschäftsausgaben habt Ihr einen entscheidenden Vorteil: Ihr sammelt Punkte, die komplett flexibel einlösbar sind und sich in Meilen in zwölf verschiedenen Vielfliegerprogrammen verwandeln lassen. Es gibt zwei Modelle der Amex Business Kreditkarten, die sich wirklich lohnen:

Die Amex Green Business Card lassen wir hier bewusst außen vor, da diese kein gutes Leistungsangebot bietet, wie wir in unserem Guide zu den Amex Business Karten festgestellt haben. Beantragt Ihr eine der beiden anderen Kreditkarten, erhaltet Ihr fortlaufend neben den zahlreichen Vorteilen der Karten bis zu 1,5 Punkte pro ausgegebenem Euro auf Geschäftsumsätze und darüber hinaus einen attraktiven Bonus. Dieser beträgt bei der Amex Business Gold Card 30.000 Punkte und bei der Amex Business Platinum sogar 50.000 Punkte. Letztere empfiehlt sich als enorm leistungsstarkes Produkt insbesondere, wenn Ihr mehrere reisende Mitarbeiter habt und auch von den zahlreichen Vorteilen der privaten Platinum Card profitieren könnt, die mit Ihm Paket enthalten ist. Doch auch für Solo-Selbstständige kann sich die Karte lohnen, sofern Ihr auch die anderen Vorzüge nutzen könnt.

American Express Business Platinum Kreditkarte

  • 50.000 Membership Rewards Punkte als Bonus
  • 200 Euro Reiseguthaben pro Jahr für Flüge, Hotels und vieles mehr
  • 200 Euro Sixt Ride Guthaben pro Jahr
  • Wertvolle Punkte sammeln mit jedem Euro Umsatz
  • Bis zu 100 kostenfreie Zusatz- und Partnerkarten
  • Zusätzliche Liquidität durch bis zu 58 Tage verzögerte Abrechnung
  • Umfangreiches Versicherungspaket ohne Karteneinsatz und Selbstbehalt
  • Kostenloser Lounge-Zugang für 4 Personen an über 1.000 Flughäfen
  • Upgrades, Frühstück und weitere Statusvorteile in Hotels
Jan Wanderer
Keine Kreditkarte in Deutschland bietet mehr Leistungen für Geschäftsleute & Selbstständige

Einfach gesagt, ist eine American Express Business Kreditkarte also die perfekte Alternative für alle, die ansonsten keine großen Summen an Meilen bei Miles & More sammeln, aber trotzdem über relevante Geschäftsausgaben verfügen und somit eine Menge Meilen sammeln können.

Wie funktioniert das Sammeln und Einlösen der Meilen genau?

Bei beiden Kreditkarten, die sich zum Sammeln von Meilen mit Geschäftsausgaben eignen, funktioniert das Sammeln der Meilen denkbar einfach. Mit den Miles & More Kreditkarten bekommt der Karteninhaber eine Meile pro ausgegebenem Euro auf das Konto gutgeschrieben, bei den Amex Karten gibt es einen Membership Rewards Punkt pro Euro, mit aktiviertem Turbo Programm sogar 1,5 Punkte.

Meilen- bzw. Punktegutschrift mit Geschäftskreditkarten:

Die Einlösung ist da schon etwas komplizierte und bedarf einer kurzen Erklärung. Gesammelte Meilen in einem Vielfliegerprogramm wie Miles & More können für Prämientickets innerhalb der gesamten Allianz in allen Klassen eingelöst werden. Dabei wird der Preis des Tickets mit Meilen bezahlt und nur noch Steuern & Gebühren werden fällig. Bei American Express Membership Rewards werden die Punkte wie schon erwähnt zu einem von zwölf Partnern übertragen und anschließend auf die gleiche Weise – immer je nach Bestimmungen des jeweiligen Programmes – für ein Prämienticket eingelöst. Da Amex mindestens einen Partner in jeder Allianz hat, könnt Ihr Eure gesammelten Punkte also für so gut wie jede Strecke weltweit einlösen.

American Express Kreditkarte Platinum
Geschäftsausgaben können jeden in die First Class bringen

Zudem seid Ihr extrem flexibel, da das Membership Rewards Programm Euch gegen Entwertungen eines Programmes absichert. Sammelt Ihr zwei Jahre lang mehrere Hunderttausend Miles & More Meilen und die Lufthansa überlegt sich, dass Eure gewünschte Einlösung nun das Doppelte kostet, ist das ärgerlich. Bei Amex könnt Ihr die Punkte dann einfach zu einem anderen Programm transferieren und so die Entwertung umgehen. Wir selbst nutzen das Membership Rewards Programm stark und haben schon einige geniale Flugerlebnisse durch die Nutzung von Punkten erleben können:

Ihr seht gut, dass sich beide Varianten lohnen können. Bei besonders hohen Geschäftsausgaben könnt Ihr unter Umständen auch beide Karten kombinieren. Wo American Express akzeptiert wird, könnt Ihr mit der entsprechenden Business Card bezahlen, bei allen andern Händlern nutzt Ihr dagegen die Mastercard von Miles & More und könnt so wirklich fast überall Punkte oder Meilen beim Bezahlen sammeln.

Wie sieht es mit der Versteuerung der Punkte aus?

Ein schwieriges Thema bei geschäftlichen Kreditkartenumsätzen ist der sogenannte geldwerte Vorteil. Glücklicherweise glänzt American Express in dieser Hinsicht mit seinen Kreditkarten. So sind die Punkte, sowohl die des Willkommensbonus als auch die mit Umsätzen gesammelten pauschal versteuert, sodass einer Nutzung für private Reisen nichts im Wege steht. Ihr könnt also fortlaufend alle Umsätze Eurer Firma oder Eurer selbstständigen Tätigkeit über eine der genannten Kreditkarten laufen lassen, Punkte für jeden Euro erhalten und dies dann für einen First Class Flug in den Urlaub nutzen. Eine Angabe in der Steuererklärung oder sonstige Klassifizierung als geldwerter Vorteil ist nicht notwendig.

Anders sieht es leider bei der Miles & More Kreditkarte aus. Hier sind Informationen zur Versteuerung vergleichsweise rar. Bis zu einem Freibetrag von 1.080 Euro als Gegenwert der Meilen ist die Versteuerung grundsätzlich problemlos, wobei ein Arbeitgeber (sofern vorhanden) die Nutzung der Meilen für geschäftliche Zwecke anordnen kann, sofern sie durch geschäftliche Reisen oder Ausgaben zustandegekommen sind. Über den Freibetrag von 1.080 Euro hinausgehende “Vorteile” durch die Meilen müssten theoretisch als geldwerter Vorteil versteuert werden. In verschiedenen Artikeln ist die Rede davon, dass die Lufthansa die Versteuerung hierbei ebenfalls pauschal vornimmt, gesicherte Informationen liegen uns, anders als bei American Express, allerdings leider nicht vor.

Fazit zum Meilen sammeln mit Geschäftsumsätzen

Das Sammeln von Meilen mit Firmenumsätzen, ist eines der größten Potenziale zum Sammeln von Meilen für den nächsten Freiflug. Wer bislang noch auf keine entsprechende Kreditkarte setzt, sollte möglichst schnell zusagen. Gerade bei größeren Geschäftsumsätzen lasst Ihr sonst sehr viel Potenzial liegen.

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Autor

Seit dem ersten Flug in der Business Class ist Jan besessen von Meilen & Punkten. Als Flug- und Reiseverrückter genießt er dabei den Weg ans Ziel mindestens genau so wie die schlussendliche Destination. Auf reisetopia gibt er Euch wichtige Tipps und hält Euch über aktuelle Deals auf dem Laufenden!

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  • Klasse Beitrag, vielen Dank. Leider ist die Miles and More Business Card nur für selbständige und Freiberufler. Als “normaler” Firmen-Geschäftskunde kann man sie nicht beantragen, da geprüft wird, ob das verknüpfte Bankkonto auf den selben Namen läuft wie die Karte. Ein GmbH-Konto beispielsweise wird nicht akzeptiert.

    • Hallo Alex, danke für den Hinweis. Das ist in der Tat alles andere als angenehm, zumal es ja eigentlich wenig sinnvoll ist. Hattest du mal telefonisch nachgefragt, ob das theoretisch dennoch möglich ist? Eventuell mit manueller Prüfung?

      • Habe ich versucht, aber die nette Dame am Telefon blieb leider hart. Umgehen ist leider auch nicht möglich, da eben Kartenbesitzer und Kontobesitzer abgeglichen werden.

  • ich setze monatlich circa 2500 euro mit der Amex Corporate um. Leider ist für meine Karte das Membership Rewards Programm nicht freigegeben. Haben die business karten ein ähnlich langes Zahlungsziel wie die corporate? Dann würde ich ggf wechseln

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