Trade Republic krempelt seinen Wertpapierhandel um: Statt wie bisher ausschließlich über den Handelsplatz Lang & Schwarz zu handeln, führt der Neobroker Orders künftig über rund 30 Handelsplätze aus – und führt dafür ein neues Preismodell ein. Hintergrund ist das seit dem 1. Juli 2026 geltende EU-weite Verbot von Payment for Order Flow.

Für die meisten Anleger bleibt der Handel damit so günstig wie bisher – gleichzeitig eröffnet Trade Republic aber neue Möglichkeiten für alle, die gezielt an einer bestimmten Börse handeln möchten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trade Republic wickelt Wertpapierorders künftig über rund 30 Handelsplätze ab statt nur über Lang & Schwarz
  • Die automatische Bestpreis-Order kostet weiterhin einen Euro, Sparpläne bleiben kostenlos
  • Wer den Handelsplatz selbst wählt, zahlt künftig zwei Euro pro Order

Die neue Bestpreis-Order vergleicht 30 Börsen zum gleichen Preis

Herzstück der Umstellung ist die sogenannte Bestpreis-Order: Ein Algorithmus vergleicht die rund 30 angebundenen Handelsplätze in Echtzeit und führt Eure Order automatisch zum besten verfügbaren Kurs aus. Der Preis bleibt dabei unverändert bei einem Euro pro Order, ETF- und Aktiensparpläne sind weiterhin kostenlos.

Für Euch bedeutet das in der Praxis eine potenziell bessere Ausführung: Statt an einen einzigen Handelsplatz gebunden zu sein, wird jede Order über mehrere Börsen hinweg auf den günstigsten Kurs geprüft. Damit rückt Trade Republic beim Thema Ausführungsqualität näher an klassische Broker heran, ohne den günstigen Ein-Euro-Preis aufzugeben.

Trade Republic ETF
ETF- und Aktiensparpläne bleiben bei Trade Republic kostenlos

Zu den bereits verfügbaren Handelsplätzen zählen unter anderem Xetra, Tradegate und die europäischen Euronext-Börsen sowie die US-Börsen Nasdaq und NYSE. Weitere Plätze wie London, Singapur und Tokio sollen folgen. Bisher liefen sämtliche Käufe und Verkäufe ausschließlich über Lang & Schwarz – Trade Republic trat damit faktisch als Market Maker auf.

Payment for Order Flow bezeichnet die inzwischen verbotene Praxis, dass Broker für das Weiterleiten von Kundenorders an einen bestimmten Handelsplatz eine Vergütung kassierten. Da diese Einnahmequelle wegfällt, mussten Neobroker wie Trade Republic ihr Handelsmodell grundlegend neu aufstellen.

Wer die Börse selbst wählt, zahlt künftig zwei Euro

Neu ist die Möglichkeit, den Handelsplatz selbst zu bestimmen. Wer eine Order gezielt an einer bestimmten Börse ausführen lassen möchte, zahlt dafür zwei Euro pro Order statt einem Euro. Diese Option richtet sich vor allem an aktive Anleger, die bewusst einen konkreten Handelsplatz ansteuern.

Kritiker sehen darin für einen Teil der Anleger faktisch eine Preiserhöhung, weil die gezielte Börsenauswahl doppelt so viel kostet wie bislang der Handel über den einzigen Handelsplatz. Gleichzeitig positioniert sich Trade Republic mit dem neuen Modell stärker in Richtung aktiver und professioneller Anleger, die Wert auf die freie Wahl des Handelsplatzes legen. Der Neobroker tritt dabei künftig verstärkt selbst als Market Maker auf.

Trade Republic Portfolio
Anleger können den Handelsplatz künftig auch selbst auswählen

Für klassische Buy-and-Hold-Anleger und Sparplan-Nutzer ändert sich unterm Strich wenig: Die automatische Bestpreis-Order für einen Euro bleibt der Standard und wird durch die neue Börsenauswahl lediglich ergänzt. Alle Details zu Konditionen und Ausführung findet Ihr in unserem Trade Republic Depot-Test.

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Autor

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