Im September sollte es für mich wieder einmal in ein neues Land gehen. Ich versuch bei allen Trips immer möglichst Orte zu besuchen, an denen ich noch nicht war. Am Ende fiel die Wahl auf Kambodscha, obwohl sich das Land auf den ersten Blick nicht als beste Option darstellte. Insgesamt bin ich aber sehr froh um die Wahl, denn das Land hat mich wirklich begeistert!

Die verschiedenen Teile des Tripreports in der Übersicht:

Kambodscha, aber da ist doch Regenzeit?

Ich hatte Kambodscha schon länger auf meiner Liste. Nicht nur bin ich generell ein großer Fan von Südostasien, auch bietet das Land sowohl kulturell als auch geschichtlich eine Menge. Das Problem war zunächst, dass ich feststellte, dass der geplanter Reisezeitraum (der September) inmitten der Regenzeit in Kambodscha liegt. Nach langem hin und her entschiede ich dann, dass es doch Kambodscha werden sollte. So ist das Wort Regenzeit keineswegs wörtlich zu verstehen, es regnet nicht zwei Monate durch, sondern nur zeitweise und dass sehr wechselhaft. Außerdem sagte mir die Tatsache, dass in der Regenzeit deutlich weniger Tourismus herrscht, ebenfalls zu.

Choeung Ek Killing Field Kambodscha
Choeung Ek Killing Field nahe Phnom Penh

Wie sich herausstellte, eine sehr gute Entscheidung. Zwar gab es tatsächlich einen Tag, an dem es komplett durchgeregnet hat, ansonsten hatte ich aber keine Probleme mit dem Wetter. Meistens schien die Sonne und hin und wieder gab es kleine Schauer. Darüber hinaus hat es meistens eher nachmittags, abends oder nachts geregnet, sodass man eigentlich immer etwas vom Tag hatte.

Ansonsten kann ich die Regenzeit nur empfehlen, es ist zwar heiß (immer über 30 Grad) und natürlich feucht, die Vegetation profitiert von dem vielen Regen aber natürlich enorm. Das heißt die Natur stellt sich komplett anders dar, als in der Trockenzeit. Grüne Wiesen, wild wachsende Pflanzen und Bäume waren somit ein echtes Highlight. Das gilt vor allem für die Angkor Tempel, dem Highlight in Kambodscha. Die Tempelanlagen erstrahlen ebenfalls in grün und wirken ganz anders als in der Trockenzeit.

Angkor Thom Kambodscha

Der letzte Grund für die Regenzeit ist aber der Tourismus, vor allem in Siem Reap. Wenn das die Nebensaison ist, will ich überhaupt nicht wissen, wie es rund um die Tempelanlagen in der Hochsaison aussieht. Massen an schreienden Chinesen drängten sich durch die Tempel, sodass ich nach weniger als einer Stunde bereits genug hatte. Wer also große Massen an Touristen vermeiden will, dem sei das kleinere Übel in der Regenzeit angeraten.

Flug & Hotelplanung für die Reise nach Kambodscha

Zu sehr will ich in dieser Einleitung nicht ins Detail gehen, da ich vieles schon in meinem Booked-Artikel dargestellt habe. Ich habe ab Hamburg eines der vielen SkyTeam Angebote genutzt und für knapp 450 Euro einen Hin- und Rückflug nach Hongkong gewählt. Ich habe zudem noch mein Reisebudget der Amex Platinum genutzt, das den Gesamtpreis pro Person auf knapp unter 400 Euro gebracht hat.

Dabei ging es auf dem Hinweg mit Air France über Paris und zurück mit KLM via Amsterdam. So konnte ich mir für Euch beide Langstreckenprodukte in der Economy Class anschauen (das dachte ich jedenfalls). Weiter ging es mit British Airways Avios nach Phnom Penh. Für die Strecke von Sihanoukville im Süden des Landes nach Siem Reap wurde es Cambodia Angkor Air und schlussendlich Hongkong Express als Zubringer für die Langstrecke nach Hause.

Durch unsere Planung ergaben sich die folgenden Hotelnächte:

  • 2 Nächte in Hongkong (jeweils nach & vor den Langstreckenflügen)
  • 2 Nächte in Phnom Penh
  • 2 Nächte auf Koh Rong
  • 1 Nacht in Sihanoukville
  • 3 Nächte in Siem Reap

Für die erste Nacht in Hongkong habe ich das ibis Hongkong Central im Accor Sale für günstige 90 Euro gebucht. Keine sonderlich exklusive Erfahrung, aber für eine kurze Nacht nach dem Flug in Ordnung. Die beiden Nächte in Phnom Penh verbrachte ich im Sofitel, das ich auch im Accor Sale für knapp unter 200 Euro pro Nacht inklusive Zugang zur Club-Lounge gebucht habe. Nicht gerade günstig, aber auch absolut genial, wie sich herausstellen sollte.

Negative Überraschung auf Koh Rong

Auf Koh Rong gab es dann eine kleine Überraschung. Nämlich hatte ich ähnlich wie an vielen anderen Orten in Südostasien auch mit einer typischen Urlaubsinsel gerechnet. Als ich ankam, offenbarte sich aber das Party-Backpacker-Mekka schlechthin. Das ‘Boutique Bungalow Hotel’, das ich für knapp 60 Euro pro Nacht via Hotels.com gebucht hatte (vergleichsweise teuer auf der Insel), stellte sich dann als das Gegenteil heraus. Es handelte sich eher um ein Hostel mit Strohhütten auf Stelzen mitten am Backpacker-Strand. Weder eine Klimaanlage (die in der Beschreibung stand) noch ein ordentliches Bett waren vorhanden. So war die Entscheidung schnell getroffen, dass ich umziehe.

Einen Strand weiter sollte es ein Resort geben, das wohl recht gut sei, wie uns der Mitarbeiter des Hotels mitteilte. Ich habe dann direkt dort angerufen und wenige Minuten später holte uns ein Boot des Hotels direkt am Strand ab. Das Long Set Resort war dann genau das was ich mir vorgestellt hatte, obwohl natürlich auch nicht super luxuriös. Mit 80 US-Dollar pro Nacht war das Hotel dann aber auch nicht so weit entfernt von den Bungalows, aber gut. Leider stellten sich Hotels.com und auch das Hotel selbst quer, sodass ich nur die letzte Nacht erstattet bekommen habe.

Long Set Resort Roh Rong

Trotz des etwas schwierigen Anfanges war die Insel insgesamt wirklich wunderschön. Komplett unberührte Natur, kein einzige richtige Straße (man bewegt sich quasi nur über den Strand oder das Wasser) und ein tolles Hotel haben uns die Entscheidung für Koh Rong nicht bereuen lassen.

Koh Rong

Auch die örtliche „Szene“ konnte ich an einem Abend noch ausgiebig kennenlernen 😉 natürlich nur, um Euch im Destination Guide einen bestmöglichen Überblick geben zu können, was Euch erwartet!

Hotel-Tiefpunkt in Sihanoukville und Luxus in Siem Reap

Da ich zwecks der kurzfristigen Umbuchung auf Koh Rong entschieden habe, doch einen Tag früher nach Sihanoukville zurückzufahren und dort eine Nacht zu verbringen, war die Hotelplanung dort ebenfalls sehr kurzfristig. Ich kam mit der Fähre an und ich habe mich auf der Karte nach Hotels umgeschaut. Leicht genervt von der nicht ganz angenehmen Fährfahrt (dazu im entsprechenden Artikel dann mehr) habe ich einen Strand ausgemacht, an dem eine Menge kleinerer Hotels mit vernünftigen Bewertungen waren.

Ich bin einfach dorthin gefahren und haben eines der Hotels direkt am Check-in gebucht. Nun ja, das war keine so gute Wahl. Das Bungalow Hotel war vollkommen verwildert und der Zustand sowie die Ausstattung der Bungalows auch eher ausbaufähig. Dass ich beim Zähneputzen Mäuse in der Wand zwischen Schlaf- und Badezimmer gehört habe, hat das ganze dann nicht unbedingt besser gemacht. Naja, ich bin dann dort geblieben, es war ja nur eine Nacht.

White Sea Bungalows Sihanoukville

Die Nächte in Siem Reap haben die unangenehme Erfahrung in Sihanoukville dann allerdings wieder gut gemacht. Ein geniales Sofitel mit beeindruckendem Service, das ich im Accor Sale für knapp 140 Euro inklusive Frühstück gebucht habe sowie das besondere Anantara Resort haben wirklich überzeugt.

Anantara Angkor Resort Zimmer

Das Anantara war besonders exklusiv, denn bei einem Resort mit nur 39 Zimmern war der Service wirklich außergewöhnlich. Trotz eines wunderschönen Zimmers war ich insgesamt nicht ganz begeistert, warum lest Ihr dann im Review!

Eine unerwartete Wendung auf dem Rückweg

Ich hatte die Einleitung zu diesem Tripreport eigentlich im Flugzeug schon fertig geschrieben, das uns von Siem Reap nach Hongkong bringen sollte. Allerdings sollte es dabei nicht bleiben, denn nach längerer Verzögerung wurde der Flug gestrichen und ich nach mehreren Stunden warten im Flughafen in ein Hotel einquartiert. Dadurch war unser Rückflug natürlich nicht mehr zu erreichen und es hieß nach Alternativen suchen.

Hongkong Express A320 Siem Reap
Hongkong Express hat unseren Rückflug leider durch eine Verspätung unmöglich gemacht

Am Ende wurde es dann ein Turkish Airlines Flug in der Economy Class von Siem Reap zurück nach Hamburg, der leider mit knapp 600 Euro nicht ganz günstig war. Dennoch für die spontane Buchung weniger als ich gedacht hätte, sodass ich insgesamt doch froh war erfolgreich zu Hause angekommen zu sein. Alle Details zu diesem doch sehr speziellen Erlebnis könnt Ihr auch im Reiseverrückt Beitrag lesen!

Fazit zum Trip nach Kambodscha

Insgesamt hat mir Kambodscha wirklich außergewöhnlich gut gefallen. Das Land hat eine extrem interessante Geschichte, sowohl kurzfristig als auch langfristig. Von den faszinierenden Angkor Tempeln, die vor mehr als 1.000 Jahren gebaut und als die größte Tempelanlage der Welt heute noch erhalten sind, bis zu den schrecklichen Taten der Roten Khmer und Pol Pot in den 1970er Jahren, gibt es in Kambodscha wirklich einiges zu entdecken. Auch in Sachen Flüge und Hotels war der Trip durchaus spannend, vor allem natürlich in nicht ganz positiver Hinsicht mit dem etwas missglückten Rückflug.

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Autor

Seit dem ersten Flug in der Business Class ist Jan besessen von Meilen & Punkten. Als Flug- und Reiseverrückter genießt er dabei den Weg ans Ziel mindestens genau so wie die schlussendliche Destination. Auf reisetopia gibt er Euch wichtige Tipps und hält Euch über aktuelle Deals auf dem Laufenden!

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  • Schade das du so viel Pech mit den Unterkünften hattest, ich bin seit meinem ersten Mal im Januar 2017 nun schon zum vierten Mal in Kambodscha. In Shinaoukville hatte ich im Serendipity Beach Hotel gewohnt und fand es für 50$ echt Spitze. In Koh Rong erst in einem Hotel und da ich aber zwei Tage länger bleiben wollte ein einfaches aber grosses Holzbungalow für 20$ die Nacht mit Deckenfan. Für mich ist Kambodscha das neue Thailand. Ich war auch im d.j. Im August in Siem Reap und habe mir Angkor Wat angeschaut. Ich hatte wirklich Horror vor den vielen Massen, da ich zum Sonnaufgang da war, aber es war echt ok und hat sich schnell verlaufen. Die Massen kamen erst so gegen Vormittag als ich ging. Die Kambodschaner sind einfach so lieb und lächeln ständig, auch wenn alles nicht immer auf Anhieb klappt, man muss halt manchmal ein wenig Geduld haben. Erinnert mich etwas an Thailand vor 20 Jahren.

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