Bei Boeing rollt nach den vielen Problemen der letzten Monate der erste Kopf: Kevin McAllister, bislang Chef der Boeing-Passagierflugzeugsparte muss gehen. Der CEO des Konzerns bleibt allerdings vorerst auf seinem Posten.

Boeing wurde in den letzten Jahren von gravierenden Problemen heimgesucht. Nicht nur sind die Umsätze und Gewinne in der Passagierflugzeugsparte enorm zurückgegangen, der Konzern hat auch mit allen drei Maschinen aus dem eigenen Hause gravierende Probleme. Überraschend ist weniger der Wechsel an der Spitze der Passagierflugzeugsparte, sondern eher, dass dieser erst so spät kommt.

Boeing hat Probleme mit der Boeing 737, Boeing 777 und Boeing 787

Im Prinzip läuft in der Verkehrsflugzeug-Sparte von Boeing in den letzten Monaten nichts zusammen. Kurz zusammengefasst lassen sich die Probleme bei Boeing wie folgt zusammenfassen:

  • die Boeing 737MAX darf nach zwei fatalen Abstürzen weiter nicht abheben
  • die Boeing 777X kommt mit einem Jahr Verzögerung auf den Markt
  • die Boeing 787 kämpft weiterhin mit Problemen bei den Triebwerken

Zwar sind die Triebwerksprobleme bei Boeing nicht hausgemacht, doch natürlich nagen auch die Schwierigkeiten mit dem sogenannten Dreamliner, der Boeing 787, am Ruf des Herstellers. Viel schlimmer sind allerdings zweifelsfrei die Verzögerungen bei der Boeing 777X und der Boeing 737MAX.

Nach zwei fatalen Abstürzen muss Boeing sich nicht nur auf die Fahne schreiben, für den Tod von hunderten Menschen mitverantwortlich zu sein, sondern darüber hinaus auch mit Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe zurechtkommen. Seit mittlerweile mehr als einem halben Jahr darf die Boeing 737MAX weltweit nicht mehr abheben – ein Ende des Banns ist aktuell nicht in Sicht. Die Verluste für Airlines dürften deshalb in Milliardenhöhe liegen und könnten schlussendlich auf Boeing zurückfallen. Darüber hinaus kann Boeing keine weiteren Maschinen ausliefern, bis die Probleme mit der Soft- und Hardware behoben sind. Wann das genau sein wird, ist aktuell weiterhin offen.

Rücktritt und Neubesetzung aus den eigenen Reihen

Offiziell wird der Abschied von Kevin McAllister als ein Rücktritt beschrieben, wobei man in den kurzen Statements beider Seiten nachlesen kann, dass die Einigung vermutlich nicht lange geplant war. Auch das Timing spricht dagegen, denn McAllister hat seinen Rücktritt nur einen Tag nach einem Meeting des Aufsichtsrats bekanntgegeben. Vielmehr will man bei Boeing wohl die Reißleine ziehen und es mit einem Neustart versuchen. McAllister war es in den letzten Monaten schlichtweg nicht gelungen, das Vertrauen in die Verkehrsflugzeugsparte von Boeing wieder herzustellen.

Lufthansa 777-9/777X
Die Lufthansa ist von den Verzögerungen bei der Boeing 777X betroffen

Dazu kommt, dass Boeing mit der 777X mittlerweile sogar noch ein weiteres Sorgenkind hinzubekommen hat. Es bedarf gerade in der Verkehrsflugzeugsparte also schnelles handeln, damit der Flugzeugbauer wieder auf die Beine kommt. Überraschend ist insofern auch, dass sich die Airline für eine Neubesetzung aus dem eigenen Unternehmen entschieden hat und nicht auf einen neuen Kopf setzt. Übernehmen wird mit Stan Deal ein Mitarbeiter, der seit 1986 im Unternehmen ist und schon lange Führungsverantwortung übernommen hat. Weiterhin im Chefsessel des Gesamtkonzerns bleibt derweil weiterhin der stark in Kritik geratene Dennis Muilenberg.

Fazit zum Personalwechsel bei Boeing

Ein Führungswechsel bei Boeing war unbedingt erforderlich – viel zu viel ist in den letzten Monaten und auch Jahren schief gelaufen. Die beiden schrecklichen Abstürze der Boeing 737MAX und das folgende Grounding sind für Boeing nicht einmal mehr das einzige Problem. Vielmehr scheint bei dem Konzern einiges falsch zu laufen, wurden bei der Zulassung der Maschine wohl bestimmte Details verschwiegen, welche die Sicherheit gefährdet haben. Verwunderlich ist und bleibt, dass bislang der CEO des Gesamt-Unternehmens noch nicht seinen Posten räumen musste.

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Autor

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